Grandioses Real trotzt dem Druck

Von Max Marbeiter
Freitag, 15.05.2015 | 23:16 Uhr
Real Madrid zog überlegen ins Finale ein
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Beim Heim-Final-Four erwarten nicht wenige den Titel von Real Madrid. Verunsichern lassen sich die Königlichen von ihrer Favoritenrolle allerdings nicht, liefern im Halbfinale gegen das hoch gehandelte Fenerbahce Ülker Istanbul stattdessen eine Machtdemonstration. Speziell von draußen ist Real kaum zu stoppen.

Von möglichem Druck aufgrund des Heim-Final-Four hatten einige vor Beginn des Wochenendes gesprochen. Nur hörte es sich zu Beginn überhaupt nicht nach Heimspiel an. Fenerbahces Fans waren derart zahlreich und laut, dass man hätte meinen können, das Final Four fände in Istanbul statt. Entsprechend heiß ging Fener das Spiel an. Die Türken pushten sich zu Beginn bei jeder Gelegenheit, beeindruckten Real damit allerdings keinesfalls.

Spanoulis führt Olympiakos ins Finale

Madrids Offense funktionierte schnell nahezu komplikationslos, was die Fans wiederum ins Spiel brachte. Und auch Real wusste seine Anhänger zu nutzen. Die Spanier pushten sich ebenfalls und zogen schnell uneinholbar davon. Zwar verkürzte Fenerbahce zwischenzeitlich ein wenig, zur Wende reichte es allerdings nicht.

Zu gut fiel Reals Dreier (46 Prozent 3FG), zu ausgeglichen war die Teamleistung. Angeführt von Gustavo Ayon scorten insgesamt sechs Madrilenen zweitstellig. Für Fener waren Andrew Goudelock (26 Punkte) und Jan Vesely (20 Punkte) am erfolgreichsten. MVP Nemanja Bjelica verlebte einen eher ruhigen Abend (2/6 FG, 6/8 FT, 11 Punkte). Durch den Sieg steht Real im Finale gegen Olympiakos Piräus. Fenerbahce trifft im Spiel um Platz drei auf Moskau.

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tip-Off: Real beginnt wie gewohnt mit Sergio Llull, Jaycee Carroll, Rudy Fernandez, Gustavo Ayon und Felipe Reyes. Bei Fenerbahce macht Coach Zeljko Obradovic seine Ankündigung aus der Pressekonferenz tatsächlich wahr. MVP Nemanja Bjelica sitzt zunächst auf der Bank. Dafür beginnen Kenan Sipahi, Andrew Goudelock, Bogdan Bogdanovic, Jan Vesely und Luka Zoric.

Real Madrid vs. Fenerbahce Ülker: Hier geht's zum BOXSCORE

5.: Der Start entspricht der Stimmung in der Halle. Fernandez trifft den Dreier, die Halle steht. Carroll trifft den kurzen Jumper - und noch mal steht die Halle. Real führt mit 3.

10.: Aus dem Timeout heraus findet Rodriguez den zum Korb cuttenden Nocioni für den Layup. Kurz darauf wirft sich Chacho in den Pass und erzwingt einen Sprungball. Den gewinnt zwar Fener, doch Bodanovic verliert den Spalding. Während Rudys Dreier allerdings zu kurz gerät, trifft Preldzic mit dem Buzzer - 21:20 Fener!

15.: Real startet einen kleinen Run - und schon wächst der Abstand. Nocioni trifft den Dreier und Rivers legt wenig später ebenfalls von Downtown nach - 42:27 Real!

20.: Fener geht in Reals Offensivwut derzeit förmlich unter. Zwar vergibt Rudy den Layup mit der Sirene, dennoch führt Real zur Hlabzeit 55:35!

25.: Zwar verkürzt Bogdanovic Fenerbahces Rückstand mit zwei erfolgreichen Freiwürfen erstmals seit langem wieder auf unter 20 Punkte, es macht allerdings nicht den Anschein, als stünde Feners Aufholjagd unmittelbar bevor. Auch wenn Nocioni nur einen Freebie trifft - 67:48 Real!

30.: Tatsächlich war Fenerbahce zwischenzeitlich bis auf 14 dran. Ein Dreier von Rodriguez gepaart mit Ayons Hookshot lassen Reals Vorsprung jedoch wieder auf 19 Punkte anwachsen.

35.: Das Spiel mag entschieden sein, vor Emotionen schützt das allerdings nicht. Fenerbahce ist mit einem Unsportlichen Foul nicht einverstanden und die Fans machen ihrem Ärger lautstark Luft. Am Ende kassiert Fener sogar noch das Technische. Nocioni und Carroll treffen 2 von 3 von der Linie - 84:67 Real!

38.: Wird's doch noch mal eng? Mahmutoglus Dreier lässt Reals Vorsprung auf zehn Punkte zusammenschmelzen. Allerdings übertreibt es Fener danach ein wenig mit dem Druck. Rudy wird umgerannt. Die Freiwürfe trifft er dennoch - 94:82 Real!

40.: Am Ende reicht es nicht mehr für Fener. Real gewinnt 96:87 und zieht ins Finale ein.

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Der Star des Spiels: Gustavo Ayon war gegen Fenerbahces starken Frontcourt eine Mammutaufgabe versprochen worden - und der Mexikaner nahm sie nur zu gern an. Ayon setzte seinen kräftigen Körper effektiv ein, dominierte die Bretter. Gerade zu Beginn sicherte er Real dank einiger Offensivrebounds (3) wichtige zweite Wurfgelegenheiten. Dazu lieferte der Mexikaner eine durchaus beeindruckende Shooting-Performance (8/11 FG, 18 Punkte) und verteilte starke sechs Assists.

Der Flop des Spiels: Dass Real seine Dreier erst einmal so sicher treffen muss, ist das eine, sie richtig zu verteidigen, das andere. Das gelang Fenerbahce allerdings überhaupt nicht. Die Perimeter-Defense der Türken war speziell in der ersten Hälfte nahezu nicht existent. So lief Real heiß und zog unaufhaltsam davon.

Das fiel auf:

  • Sergio Llull machte gewissermaßen den Anfang. Reals Point Guard zog direkt zu Beginn immer wieder die Zone und wies damit den Weg für Madrids Offensivshow der ersten Hälfte. Die Offense der Spanier war dermaßen variabel, der Mix aus Passing und Drive so gut, das Ballmovement so effizient, dass Fener im Grunde gar keine Chance hatte. Immer wieder erspielte sich Real reihenweise offene Würfe, die dann auch sicher fielen. Gerade von draußen (57 Prozent 3FG in der ersten Halbzeit).
  • Dazu spielte Real mit jeder Menge Einsatz. Immer wieder pushten sich die Spanier selbst, sogen die Emotionen der Fans beinahe in sich auf. Das spiegelte sich gerade in der Defense wider. Real verteidigte gerade am Perimeter sehr geschickt gewährte Fenerbahce kaum gute Würfe, hatte immer wieder Hände in den Passwegen und kam nach Steals ins Laufen.
  • Fenerbahce wirkte ob Reals Intensität ein wenig überfordert. Nicht, dass die Türken das Final Four zu lasch angegangen wären, sie begannen sogar extrem hart, Madrid nahm ihnen jedoch einfach zu viele Optionen. So fiel der Drive angesichts von Reals guter Defense beinahe völlig weg, was Feners Spiel wiederum Variabilität nahm. Im Grunde war man größtenteils auf Punkte in Korbnähe oder Putbacks von Jan Vesely angewiesen.
  • In der zweiten Hälfte fand Fener immer wieder kurzzeitig Mittel, Reals Offense ein wenig einzuengen. Einige Minuten lang gelang den Madrilenen weniger, Fener hingegen erhöhte den Druck. Immer wieder punkteten die Türken am Brett, sogar der einen oder andere Dreier fiel. Zudem ließ sich Real zwischenzeitlich ein wenig von der Hektik anstecken, seine Offense nicht mehr so effektiv laufen wie noch zu Beginn. Der Vorsprung war zuvor allerdings zu sehr angewachsen, als dass Fener noch einmal ernsthafte Chancen auf das Comeback gehabt hätte.

Das Final Four der Turkish Airlines Euroleague

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