Mittwoch, 21.09.2011

Das Beste aus den Sport-Blogs

Der tragische Abstieg von Arne Friedrich

Bei der Weltmeisterschaft 2010 galt Arne Friedrich als feste Stütze in der Abwehr der deutschen Nationalmannschaft. Nur wenig mehr als ein Jahr später ist er arbeitslos. Mit dem Kapitel "VfL Wolfsburg" verbindet sich für ihn eine Zeit des Leidens und des sportlichen Abstiegst. Außerdem in der Blogschau: Warum der FC Bayern im Jahr 2011 so stark ist, warum Michael Oenning beim HSV nie eine Chance hatte und warum der FSV Mainz 05 inzwischen ein ganz normaler Bundesligaverein ist. Der Blick in die Sportblogs Deutschlands.

Wie die Zukunft von Arne Friedrich in der Nationalmannschaft aussieht, ist ungewiss
© Getty
Wie die Zukunft von Arne Friedrich in der Nationalmannschaft aussieht, ist ungewiss

Wie immer gilt: Nicht nur hier kommentieren, sondern auch in den einzelnen Blogs. Jeder hier zitierte Ausschnitt ist nur ein Schmankerl eines längeren, grandioseren und tolleren Textes.

Ein Drama namens Arne Friedrich

"In Amerika sagt selten einmal jemand, er oder sie sei "arbeitslos". Man ist allenfalls "between jobs", wie es sich für flexible Menschen gehört. Der ehemalige Kapitän von Hertha BSC, Arne Friedrich, ist neuerdings auch "zwischen Jobs". Der Vertrag mit dem VfL Wolfsburg wurde aufgelöst, offiziell auf Wunsch des Spielers.

Damit schließt sich ein weiterer von den vielen Kreisen, die mit dem Abstieg von Hertha vor eineinhalb Jahren gezogen wurden. Bei der WM in Südafrika hatte Friedrich noch ein paar große Momente, damals schien er sogar als Manndecker für seinen schon in Schwierigkeiten steckenen Kollegen Per Mertesacker zu funktionieren. Danach ging er mit Dieter Hoeneß nach Wolfsburg, und es begann eine Pechsträhne bzw. eine Serie von körperlichen Problemen mit dem Stützapparat, die fast schon tragische Züge hat."

herthabsc: Vertragsauflösung


Die Bayern: Wieder auf dem alten Niveau

"Diese erstaunliche Bilanz ist nicht Ergebnis eines Kaufrausches im Sommer, wie es etwa 2007/08 der Fall war, oder auch nicht der mangelnden Qualität der Gegner geschuldet. Denn wie oft war es zuletzt der Fall, dass der FCB - personell top besetzt - an auf dem Papier schlechteren, aber top eingestellten Gegnern scheiterte? Man möchte exemplarisch nur auf Hannover 96 verweisen, die bei aller Liebe ihre Vorzüge nicht in der individuellen Klasse haben.

Doch was ist diese Saison anders? Es ist ganz einfach. Jupp Heynckes hat erkannt, mit welchen Mitteln die Gegner des Rekordmeisters zuletzt diesen auf ihr Niveau "heruntergezogen" haben und dann auf diesem ebenen Spielfeld Vorteile in anderen Kategorien als eben jener sagenumwobenen individuellen Klasse bewiesen. Das Zauberwort heißt Einsatz und taktische Ordnung."

Sportmedienblog: Der FC Bayern 2011 - Den Gegner mit den eigenen Waffen schlagen

 

Hatte Oenning überhaupt eine Chance?

"Natürlich war die Trennung einvernehmlich, Michael Oenning versteht die Entscheidung des Vereins. Natürlich. Aber: Hatte er überhaupt eine Chance?

In der letzten Saison übernahm er ein Team, welches auseinander gebrochen war. Dann folgte der Umbruch. Ein Umbruch auf dem Niveau der Bundesliga, mit einem Kader, der immer noch viele Spieler aus der letzten Saison hat, mit vielen neuen jungen Spieler, die noch nicht bundesligatauglich sind. Von den ersten 6 Spielen warteten auswärst drei Topmannschaften (BVB, FCB und werda?), da waren keine Wunder zu erwarten. Klar, gegen Hertha, Köln und Gladbach zu Hause erwartet man keine Wunder, sondern Punkte. Das steht wohl ausser Frage.

Doch, ich glaube Michael Oenning hat eine Chance gehabt. Trotz aller Schwierigkeiten hat er Spieler bekommen, die er fordern und fördern konnte. Es wurde aussortiert und verpflichtet. Nur fehlte es meiner Meinung nach am Konzept, an einem Spielplan. Den konnte ich selbst beim Spiel gegen einen Fünftligisten nicht sehen. Nur in der Vorbereitung konnte man kurz sehen, was der Trainer sich vorstellen könnte: Ein schnelles Spiel über die Flügel. Nur: Warum wurde das nicht in der Saison gespielt. Konnte er die Spieler nicht richtig einstellen, ihnen klar machen, daß es nun ernst ist?

Ich weiß es nicht. Ich bin aber froh, daß dieses Kapitel rechtzeitig beendet wurde. Es paßte nicht."

NedsBlog: Michael Oenning

 

"Ich hatte es ja gestern schon gesagt - Oenning wird auch Freitag auf der Bank sitzen. Irgendwo. Vielleicht in München im Festzelt - aber halt nicht bei uns.

Unterm Strich tut es mir leid für Oenning, der wohl einfach zu blaß, zu farblos, zu... nett war für den HSV. Jetzt übernimmt erst mal Cardoso, der mit der Zwoten derzeit auf Platz 1 der Regionalliga steht. Eine Dauerlösung ist auch er nicht - ihm fehlt die A-Lizenz. Und ehrlich gesagt habe ich inzwischen immer Bauchschmerzen, wenn es darum geht, liebgewonnene, ehemalige Spieler in Ämtern des HSV zu "verbrennen".

Ich bin gespannt, wen Arnesen als Nachfolger präsentiert. Ich halte es da ganz mit Uns Uwe: Wir brauchen einen Schleifer. Einen, der die Spieler wachrüttelt, die müssen Gras fressen. Roh."

Pleitegeiger: Konstanz liegt am Bodensee

 

Vom Bayern- zum Schalke-Fan

"Ob ich mich daran erinnere oder ob es nur durch oftmalige Erzählungen meiner Eltern im Gedächtnis blieb weiß ich nicht, jedenfalls wurde mir irgendwann im Stadion Karl-Heinz Rummenigge als ein besonders guter Spieler vorgestellt, und am nächsten Tag fragte ich meine Mutter, ob dieser Verein denn nun aus Bayern oder aus München käme. Mein Interesse war geweckt und wurde durch Medienpräsenz geschürt. In Zeiten, in denen in der Sportschau kaum mehr als drei Spielzusammenfassungen gezeigt wurden waren die erfolgreichen Bayern immer dabei, der MSV eher selten. So kam das eine zum anderen. Ich wurde Bayern-Fan und sollte es lange bleiben."

Königsblog: Die Geschichte eines Tabubruchs

 

Mainz: Vom Karnevalsverein zum Normalo-Klub

"Verlierer gab es nach dem Spiel zwei: Den FSV Mainz 05 auf dem Platz und den FSV Mainz 05 auf der Tribüne. Es wurde klar, warum die Mainzer Anhänger größtenteils davon Abstand nahmen, ihren Verein in die Pfalz zu begleiten (2000 statt 5000 Karten verkauft). Und zwar nicht (nur), weil die Lauterer Fans "zu asozial" sind, wie es im Vorfeld oft geheißen hat. Das mag mancherorts stimmen. Aber die mehreren Hundert schwarz gekleideten Mainz-Supporter, die den Gästeblock mit Bengalos in den New Yorker Time Square am Silvesterabend verwandelten, sorgten für ein Hallo-Wach beim FSV.

Der Karnevalsverein muss sich klar werden, dass er nicht nur friedliche Familien als Anhänger hat, sondern mittlerweile auch aus der Kategorie C. Die Ultras aus Mainz stehen den in Kaiserslautern oder Frankfurt in Nichts nach. Die Ausschreitungen, bei denen nach Spielende mehrere Polizisten verletzt wurden, sind ein großes Thema in der Mainzer Lokalpresse. Tenor: Der FSV Mainz 05 ist ein ganz normaler Bundesligaverein geworden. Bonjour Tristesse."

FCK-Blog: Analyse: Die Derby-Nachlese

 

Frauen spielen - und niemand sieht's

"Theo Zwanziger beschwor noch vor, während und nach der WM den Kampf für mehr TV-Präsenz. Beim regelmäßigen Herrengedeck mit ARD Sportchef Axel Balkausky wurde dann schnell klar, wer King und wer Bratwurst ist: Das Spiel gegen die Schweiz durfte auf keinen Fall "ihre Heiligkeit" die Sportschau torpedieren und über Roland Kaiser, Gaby Albrecht und Konsorten vom Musikantenstadl - die unverwüstlichste Konservendose unserer Zeit - wurde gar nicht erst diskutiert. Anpfiff also am Samstag um 15:45, parallel zu sämtlichen Konkurrenzveranstaltungen dieser Welt. "Fehlt nur noch, dass Frauenländerspiele im Pay-TV oder in einem Spartensender mit geringer Reichweite verklappt werden." schrieb die Taz.

Aber wären wir dann wirklich schlechter dran?

Nach dem oftmals überengagiertem audio-visuellen Vulkanausbruch zur WM 2011 liegt jetzt eine abgekühlte Gesteinsmasse auf dem Frauenfußball. Ein bisschen Wim und Thoelken steckt wohl immer noch in den Altherrenverbünden der Öffentlich-Rechtlichen. ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz versprach gleich nach der WM, dass man "sicher nicht regelmäßig" zur Bundesliga berichten werde. Wir sind ihm irgendwie ein bißchen dankbar für seine Ehrlichkeit.

Spielfeldschnitte: Vorwärts in die Vergangenheit oder: als Bratwurst in die Zukunft

 

Die BVB-Saison wird trotzdem grandios

"Ja, okay. Die Niederlage gegen Hannover war äußerst bitter und der gesamte Saisonstart ist nun so durchwachsen wie ein Billig-Nackensteak von Lidl. Doch es sei daran erinnert, dass auch die gerne gegrillt werden - und dass dem BVB trotz allem eine geile Saison bevorsteht.

Machen wir uns bewusst: Maybe sie is not gonna be grandios. Aber mitunter begeisternd, dramatisch, emotional. So, wie wir den Fußball lieben. Borussia spielt in der Champions League unter Europas besten Mannschaften und hat gleich mit dem ersten Heimspiel für einen Ekstase-Abend gesorgt."

Schwatzgelb: Warum es trotzdem eine geile Saison wird

 

Manuel Neuer muss nichts vermissen

"Es war schon ein beeindruckender Moment, als Manuel Neuer allein auf den Schalker Fan-Block, dort wo die Ultras stehen, zulief. Ein ohrenbetäubendes Pfeifkonzert und diverse, inhaltlich schwer nachvollziehbare Plakate, zeigten dem Ausnahmetorhüter, dass er in München nichts vermissen muss - nicht mal mehr die Schalker Fans. Neuer ertrug die Schmähungen und zeigte, dass er mit solchen Extremsituationen umgehen kann, was seinen Status einmal mehr bestätigte.

Danach beeindruckte nur noch der FC Bayern und spielte den FC Schalke 04 hilflos. Ideenlos waren die Blau-Weißen ohnehin - Raúl und Huntelaar erlitten einen Rückfall in die schlimmsten Phasen der letzten Schalker Saison und wurden von der Bayern-Abwehr komplett aus dem Spiel genommen. Dies war in erster Linie Holger Badstuber und Jérôme Boateng zu verdanken. Die beiden Bayern-Innenverteidiger machten ein nahezu perfektes Spiel."

FernglasFCB: Mit aller Leichtigkeit des Seins

 

Das erste Mal

"Wahrscheinlich noch F-Jugend. Ein kleiner Furz. Im Zimmer hängen Poster von Jürgen Klinsmann und Mehmet Scholl. Nur zu besonderen Anlässen wird das gefälschte Trikot aus Italien mit Klinsis Nummer 18 aus dem Schrank geholt. Ich erinnere mich, dass es eine Fahrt vom Fußballverein war - in dem Alter reichte die Kondition; ein noch unstrapazierter, gesunder, junger Körper - und mein Vater mich dabei begleitete.

Für Bayer Leverkusen lief es in der Saison 1995/96 gar nicht. Bayer stand mit einem Bein auf einem Abstiegsrang. Da mussten die Zügel angezogen werden, Trainer Erich Ribbeck wurde entlassen und der Co, Peter Hermann, übernahm den Job des Feuerwehrmannes und Interimcoaches. 1860 München konnte befreiter aufspielen. Die Löwen befanden sich im sicheren Mittelfeld."

Dreh- und Angelpunkt: Mein erstes Mal - Teil 1

 

Fußballfans gegen Homophobie

"Eine tolle Aktion, die sich die alltägliche Homophobie auf und neben dem Platz vornimmt, ist "Fußballfans gegen Homophobie". Vor einigen Wochen war die Aktion mit ihrem lilafarbenen Banner gleichzeitig mit mir das erste Mal in der zweiten Liga zu Gast beim Spiel St. Pauli gegen Duisburg, morgen steht die Premiere in der Bundesliga an - wieder in Hamburg, beim Spiel HSV gegen Mönchengladbach. Eine Gelegenheit, mal aus dem normalen Muster dieses Blogs mit Selbsterfahrungsberichten auszubrechen und ein kurzes Interview mit einem der Verantwortlichen, Christian Rudolph, zu führen."

Zum Interview auf "Meine erste Saison": Fußballfans gegen Homophobie

 

Was man außerdem unbedingt lesen sollte

Eine Marmeladenstadt führt die Tabelle an. Nicht mitbekommen? Dann ab ins Vflog und nachgeschlagen! Manchmal muss man sich einfach Luft machen. Und wenn es in der Halbzeitpause beim Stand von 0:2 ist. Im Blog5 platzt so mancher Geduldsfaden - und wer will es dem Autor verübeln. Wie es ist, wenn Freiburg baden geht, erfährt man in gewohnter Qualität und Bildhaftigkeit bei my life. my love. my blog. Und zuletzt wie immer eine besondere Empfehlung. Schöne Tore haben wir alle schon gesehen. So schöne Tore wie das von Union Berlins Silvio gegen Ingolstadt dann schon wesentlich seltener. Und eine so schöne Nachstellung des Treffers wie bei Textilvergehen vermutlich noch nie. Also: anschauen!

Die nächste Blogschau erscheint nächsten Mittwoch am 28. September.

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Max-Jacob Ost

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Vom WM-Held zum arbeitslosen Bundesliga-Profi in eineinhalb Jahren. Wie konnte Arne Friedrich das passieren? Außerdem in der Blogschau: Das Besondere am FC Bayern 2011 und ein Oenning ohne Chance.

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