Wimbledon: Dennis Novak schafft durch Erstrundensieg Premiere

Von Ulrike Weinrich
Montag, 02.07.2018 | 14:34 Uhr
Dennis Novak, Wimbledon
© getty

Qualifikant Dennis Novak hat seine Siegesserie beim Turnier in Wimbledon fortgesetzt und steht erstmals in seiner Karriere in der zweiten Runde eines Grand-Slam-Events. Dort wartet am Mittwoch der an Position 17 gesetzte Lucas Pouille (Frankreich), der von Tommy Haas, betreut wird.

Von Ulrike Weinrich aus Wimbledon

Nach 1:49 Stunden verwandelte Novak seinen ersten Matchball zum 6:2, 6:3, 7:6 (9:7) gegen den Kanadier Peter Polansky, der beim bedeutendsten Tennis-Turnier der Welt bereits im Vorfeld für eine Kuriosität gesorgt hatte. Der 30-Jährige hatte sich zum dritten Mal in Serie bei einem Major als Lucky Loser für das Hauptfeld qualifiziert. Ein wahrer Glückspilz, der Mann aus Toronto. Möchte man meinen.

Doch im Duell mit dem äußerst konzentriert auftretenden Novak (ATP-Nr. 171) hatte es der in der Weltrangliste um 61 Ränge höher eingestufte Polansky schwer. Dem Niederösterreicher, der im Tiebreak des dritten Durchgangs drei Satzbälle abwehrte, war bei ungewohnten Wimbledon-Temperaturen von knapp 30 Grad Celsius das Selbstvertrauen nach seinen drei Quali-Siegen ohne Satzverlust deutlich anzumerken.

In Australien kam das Aus noch in Runde eins

Unter anderem hatte Novak in der vergangenen Woche auf der ausgelagerten Anlage in Roehampton den US-Amerikaner Donald Young bezwungen, der immerhin schon einmal auf Rang 38 des Rankings gelistet war. Damit schaffte er zum zweiten Mal den Sprung ins Hauptfeld eines Grand Slams. In Australien war der 24-Jährige aus Bad Vöslau im ersten Spiel nach überstandener Quali an ATP-Weltmeister Grigor Dimitrov (Bulgarien) gescheitert - in drei Sätzen, auf der großen Bühne. Doch die wertvollen Erfahrungen aus diesem Vergleich nimmt ihm keiner mehr.

Novak und Polansky betraten Platz 5 im Schatten des berühmten Centre Courts erst mit mehrminütiger Verzögerung. Zu diesem Zeitpunkt wurden auf insgesamt 14 anderen Courts bereits die ersten "offiziellen" Bälle des diesjährigen Rasen-Klassikers in der Tennis-Kathedrale im Südwesten von London geschlagen.

Gleich zu Matchbeginn ein Statement von Novak

Und Österreichs Nummer vier unterstrich seine starke Form von Beginn an. Zwei Zu-Null-gewonnene Aufschlagspielen waren ein erstes Statement vom Mann mit den Tattoos. Gleich seinen zweiten Breakball nutzte der Günter-Bresnik-Schützling zum 3:1. Wenig später wurde Novak für seinen Mut belohnt, als er sein eigenes Aufschlagspiel zu verlieren drohte, er Polansky aber mit einer beherzten Vorhand zum Fehler zwang.

Nach nur 23 Minuten und mit neuen Bällen durchbrach der österreichische Davis-Cup-Spieler erneut das Service des Kanadiers. Nach einer Rückhand die Linie entlang und dem Gewinn des Auftaktdurchgangs zeigte Novak die Siegerfaust. Eine Statistik war besonders aussagekräftig: Während Novak 86 Prozent der Punkte nach dem zweiten Aufschlag gewann (75 Prozent beim ersten Service), kam Polansky nur auf 29 Prozent. Auch von der Grundlinie war Novak der klar Überlegene.

Thiem-Lob: "Dennis hat es in die Liege gelegt bekommen, wie man auf Rasen spielt"

French-Open-Finalist Dominic Thiem, der am Dienstag gegen Marcos Baghdatis (Zypern) ins Geschehen eingreifen wird, hatte bereits prophezeit, dass sein guter Kumpel Dennis sich auch im Hauptfeld an der Church Road pudelwohl fühlen würde. "Dennis hat das in die Wiege gelegt bekommen, wie man auf Rasen spielt", hatte Thiem bei SkySportAustria gesagt und angefügt: "Er ist so natürlich auf dem Belag, schon seit Junioren-Zeiten."

Dies wurde auch im weiteren Verlauf der Partie gegen Polansky deutlich. Die vermeintliche Vorentscheidung fiel, als Novak zu Beginn des dritten Satzes die 2:0-Führung gelang und er beim 5:4 zum Matchgewinn aufschlug. Doch seinen insgesamt zehnten (!) Breakball konnte Polansky dann endlich nutzen.

Der Österreicher behielt aber in den entscheidenden Phasen kühlen Kopf, wehrte im Tiebreak drei Satzbälle ab - und darf nun von weiteren Coups und ganz persönlichen Meilensteinen im Rasen-Mekka träumen.

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