Aleksandar Dragovic: "Neymar? Hat auch nur zwei Beine"

Von APA
Mittwoch, 06.06.2018 | 16:13 Uhr
Dragovic im Duell mit Neymar
© GEPA
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Die starken Leistungen mit der österreichischen Nationalmannschaft sind Balsam für seine Seele. Aleksandar Dragovic hat ein schwieriges Jahr bei Leicester City hinter sich. Mit dem ÖFB-Team hat der 27-Jährige bereits Weltmeister Deutschland (2:1) auf der Abschussliste. Auch am Sonntag (16.00 Uhr/live ORF eins) in Wien gegen Brasilien erhofft er sich einen furchtlosen Auftritt.

Beim jüngsten Duell mit dem Rekordweltmeister hatte Dragovic am 18. November 2014 sein bisher einziges Länderspieltor erzielt. Nach einem Foul von Oscar an Andreas Weimann versenkte der Innenverteidiger einen Elfmeter zum 1:1-Ausgleich im linken Eck. Uneingeschränkt positiv sind seine Erinnerungen an Brasilien aber nicht, ging das Testspiel im Wiener Prater doch noch mit 1:2 verloren.

"Nach dem Spiel war ich heiß. An dem Tag wäre mehr möglich gewesen", meinte Dragovic. Diesmal seien die Brasilianer sogar noch "zwei Klassen stärker". Dragovic hält sie bei der nächste Woche beginnenden WM in Russland für den Titelfavoriten. Mit Neymar oder Philippe Coutinho verfüge die "Selecao" über überragende Offensivspieler. Dazu komme eine kompakte Defensive. "Ich glaube, sie sind sehr schwierig zu besiegen."

"Neymar? Hat auch nur zwei Beine"

Superstar Neymar alleine sei mehr wert als die österreichische Nationalmannschaft. "Er hat aber auch nur zwei Beine", betonte Dragovic. Schon vor dem historischen Sieg am Samstag gegen Deutschland hatte er gesagt, dass die Deutschen nur mit Wasser kochen. Das gelte auch für die Brasilianer. "Wir wissen, dass Brasilien Favorit ist", sagte Dragovic am Mittwoch zum Start der ÖFB-Vorbereitungen in Bad Tatzmannsdorf. "Von zehnmal werden wir nur einmal gegen sie gewinnen." Dieser Tag aber soll am Sonntag sein.

Die ÖFB-Defensive sieht Dragovic gut auf die Ballkünstler vorbereitet. "Neymar ist ein überragender Spieler", sagte der Wiener über Brasiliens personifizierten Hoffnungsträger. "Alleine wird man ihn nicht stoppen." Österreichs defensive Dreierkette mit Dragovic, Sebastian Prödl und Martin Hinteregger machte zuletzt aber einen sehr sattelfesten Eindruck. Ob Teamchef Franco Foda gegen Brasiliens 4-3-3 erneut auf das Erfolgsrezept setzt, ist offen. Dragovic: "Der Trainer entscheidet, nach dem müssen wir tanzen."

Der 64-fache Internationale ist froh, nach nur 16 Pflichtspieleinsätzen für Leicester in der vergangenen Saison im ÖFB-Team seinen Mann stehen zu dürfen. In der Abwehr sei Österreich besonders gut besetzt. "Wir haben gefühlte 77 Innenverteidiger. Jeder hat seine Qualitäten, das spornt jeden an", erklärte Dragovic.

"Bis 10. Juni nur das Nationalteam im Kopf"

Seine eigene Zukunft stellt er vorerst hintan. "Bis 10. (Juni) habe ich nur Brasilien und das Nationalteam im Kopf." Nach dem folgenden Urlaub und dem Ende seines einjährigen Leih-Engagements bei Leicester kehrt Dragovic zu Bayer Leverkusen zurück. Dort läuft sein Vertrag noch bis 2021. Der Abwehrspieler will sich mit dem deutschen Bundesligisten zusammensetzen, um dessen Pläne zu erfahren - und mögliche Alternativen auszuloten.

Für ihn selbst geht es um regelmäßige Einsätze. "Wenn ich gespielt habe bei Leicester, habe ich meine Leistungen gebracht", meinte Dragovic. "Ich bin ein Spieler, der Selbstvertrauen braucht." Im Vorjahr war er am letzten Tag der Transferzeit nach England gewechselt. So lange will er diesmal nicht warten. "Ich habe mir ein bisschen eine Frist gesetzt." Die Vorbereitung will er bereits mit dem Club absolvieren, für den er im Herbst auch spielt.

Die längsten Siegesserien des österreichischen Fußball-Nationalteams:

SerieGegner
7 Siege (10. Dezember 1933 - 31. Mai 1934)Niederlande, Italien, Schweiz, Ungarn, Bulgarien, Frankreich, Ungarn
7 Siege (seit 6. Oktober 2017)Serbien, Moldawien, Uruguay, Slowenien, Luxemburg, Russland, Deutschland
6 Siege (10. November 1976 - 30. April 1977)Griechenland, Malta, Israel, Griechenland, Türkei, Malta
6 Siege (30. April 1997 - 11. Oktober 1997)Estland, Lettland, Estland, Schweden, Weißrussland, Weißrussland
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