FC Brentfords Konstantin Kerschbaumer im Interview

"Es gibt Interesse von anderen Vereinen"

Donnerstag, 11.05.2017 | 12:15 Uhr
Kerschbaumer weist eine starke Torvorlagen-Quote auf
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Konstantin Kerschbaumer lieferte in der abgelaufenen Championship-Saison alle 125 Spielminuten einen Assist. Mit dieser Quote gehört der ÖFB-Legionär des FC Brentford zur absoluten Spitze in Englands zweiter Liga. Dennoch spricht Kerschbaumer im SPOX-Interview offen über einen möglichen Abgang. Auch eine Österreich-Rückkehr kann er sich vorstellen.

SPOX: Mittlerweile haben Sie zwei Saisonen beim FC Brentford hinter sich. Wie fällt Ihr Fazit aus?

Konstantin Kerschbaumer: Die erste Saison war ganz gut, da bin ich gleich zu einigen Einsätzen gekommen. Das zweite Jahr war nicht zufriedenstellend, erst seit drei Monaten sammle ich wieder regelmäßig Spielminuten. Prinzipiell habe ich hier aber viele, wertvolle Erfahrungen gesammelt.

SPOX: Was hat sich verändert, dass Sie ab Februar fast in jedem Spiel dabei waren, davor aber kaum eingesetzt wurden?

Kerschbaumer: Das kann man schwer erklären. Der Trainer hat immer gesagt, dass er mit mir zufrieden sei. Trotzdem bin ich zu keinen Einsätzen gekommen. Im Winter hätte ich mich gerne verleihen lassen, aber da hat sich der Klub quergestellt. Danach habe ich ab Februar mehr Spielminuten gesammelt. Ich weiß ehrlich gesagt überhaupt nicht, warum das im Herbst nicht der Fall war. Es lag auch nicht an Verletzungen anderer Spieler.

SPOX: Waren Sie enttäuscht, dass es mit dem Transfer im Winter (kolportiertes Ziel war Bielefeld) nicht geklappt hat?

Kerschbaumer: Ja. Ich wäre bei diesem Klub zu vielen Einsätzen gekommen. Es ist frustrierend, nicht zu spielen, aber vom Verein zu hören, dass man gebraucht wird. Danach habe ich aber sowieso mehr Matches gemacht. Mit der Situation am Saisonende kann ich zufrieden sein.

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SPOX: In den letzten neun Saisonspielen verbuchten Sie sechs Assists. Wie erklären Sie sich diese Stärke?

Kerschbaumer: Ich habe in den letzten Jahren immer wieder gute Werte gehabt. Das liegt mir einfach, es ist meine größte Stärke. Das ganze Team hat am Saisonende aber besser gespielt, dazu bin ich auf meiner Stammposition im zentralen Mittelfeld zum Zug gekommen.

SPOX: Zuletzt hat Brentfords ehemaliger Chefscout Ted Knutson einen Blog über Sie verfasst. Haben Sie ihn gelesen?

Kerschbaumer: Ja. Das war sehr interessant für mich. Schon bei der Verpflichtung haben mir die Klub-Verantwortlichen mitgeteilt, dass ich Ihnen aufgefallen bin, weil ich so viele Chancen kreiere. Aber einen Einblick wie bei diesem Artikel habe ich noch nie bekommen.

SPOX: Der Blog-Autor bezeichnet Sie aufgrund Ihrer vielen Torvorlagen als statistischen Ausreißer. Sind Ihre guten Assist-Werte reiner Zufall oder eine besondere Gabe?

Kerschbaumer: Andere Spieler machen mit dem Kopf viele Tore. Meine Stärke ist eben der letzte Pass. Das hat man auch schon bei meinen letzten Stationen gesehen, jetzt habe ich es wieder bestätigt. Letztes Jahr habe ich Stürmer Scott Hogan, der um 10,5 Mio. Euro zu Aston Villa wechselte, fünf Tore aufgelegt, indem ich den Ball zwischen den Innenverteidiger durchgesteckt habe und er seine Schnelligkeit genutzt hat.

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SPOX: Über deinen Klub Brentford wurde schon viel geschrieben - Stichwort Moneyball. Was bekommen Sie vom Datenwahnsinn mit?

Kerschbaumer: Diese Frage habe ich schon oft gehört, aber ich merke davon nur wenig. Die einzige Besonderheit ist, dass wir einen eigenen Trainer für Standardsituationen haben. Über Statistiken wird festgestellt, in welchen Zonen die Wahrscheinlichkeit für ein Tor am höchsten ist. Daher trainieren wir, speziell in diese Räume zu flanken.

SPOX: Werden dabei auch Einwürfe geübt?

Kerschbaumer: Wir hatten zu Beginn der Saison einen Trainer, der mit ein paar Spielern weite Einwürfe geübt hat. Dabei ging es vor allem um die richtige Technik, mittlerweile ist dieser Coach aber wieder weg.

SPOX: Mit diesem Fokus auf Statistiken und Daten wollte der FC Brentford den englischen Fußball aufmischen. Zum Aufstieg in die Premier League hat es bisher aber nicht gereicht. Ist man bei Ihrem Klub mit der sportlichen Entwicklung zufrieden?

Kerschbaumer: Wenn man die letzten Jahre Revue passieren lässt, kann sich das schon sehen lassen. Wir sind zwei Mal im Tabellen-Mittelfeld gelandet, obwohl wir unsere besten Spieler verkauft haben und ein kleineres Budget als die meisten anderen Teams vorweisen.

SPOX: Ihr Vertrag läuft noch bis 2019. Was wird die Zukunft bringen?

Kerschbaumer: Brentford ist zufrieden mit mir, sie wollen mich halten. Nach so einer Saison macht man sich aber natürlich Gedanken. Ich werde die Situation mit meinem Berater besprechen. Danach wird man sehen, ob ich bleibe oder mich verändere.

SPOX: Um sich Gedanken machen zu können, muss Interesse anderer Klubs bestehen. Ist so etwas vorhanden?

Kerschbaumer: Ja, es gibt Interesse von anderen Vereinen. Aber noch habe ich viel Zeit, um mir darüber Gedanken zu machen.

SPOX: Können Sie sich auch eine Rückkehr nach Österreich vorstellen?

Kerschbaumer: Ich würde schon gerne im Ausland bleiben, aber bin auch Österreich nicht abgeneigt. Es muss einfach das Gesamtpaket passen. Das wichtigste ist, dass ich zu vielen Einsätze komme.

SPOX: Im Winter gab es Gerüchte über einen möglichen Wechsel zu Sturm Graz. War da etwas dran?

Kerschbaumer: Zu den Namen einzelner Klubs möchte ich mich nicht äußern.

Kerschbaumers FC Brentford spielt seit 2014 in der zweiten englischen Liga. Der Klub aus dem Westen Londons hat sich mittlerweile in der Championship etabliert und nahm einmal sogar am Aufstiegs-Playoff teil. Die Heimat der Bees ist der 12.573 Sitzplätze fassende Griffin Park. Brentford wird unter anderem von 888casino und Adidas gesponsert, zwei große internationale Marken.

Steckbrief von Kerschbaumer

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