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NFL

NFL: Quarterback-Karussell 2022 - Was passiert mit Rodgers, Wilson und Co.?

Von Alex Weber
Für Carson Wentz könnte in Indianapolis nach nur einem Jahr schon wieder Schluss sein.

In dieser Offseason könnten gleich mehrere Franchise-Quartbacks auf dem Trade-Markt verfügbar sein. Im Draft und der Free Agency sieht es dagegen eher mau aus - was die Trade-Gerüchte weiter befeuert. Ein Überblick über die Quarterbacks, die in dieser Offseason noch das Team wechseln könnten.

Was für einen Unterschied der richtige Mann Under Center machen kann, konnte man vergangene Saison am Beispiel der Los Angeles Rams eindeutig erkennen. Zusammen mit Jared Goff schickten die Rams zwei Erstrundenpicks und einen Drittrundenpick zu den Detroit Lions, um sich im Gegenzug die Rechte an Mathew Stafford zu sichern. Und der Trade sollte sich gleich im ersten Jahr auszahlen: Die Rams besiegten in Super Bowl LVI die Cincinnati Bengals mit 23:20 und holten sich die Lombardy-Trophy.

In der NFL sind Teams oft nur einen Spieler davon entfernt, um in den Kreis der Super-Bowl-Contender aufzusteigen und gerade der richtige Quarterback kann da einen großen Unterschied machen. Von einem Durchschnitts-Quarterback ein Upgrade zu einem Top-12-Quarterback zu schaffen kann schon ein großer Schritt sein; die Verpflichtung von Stafford könnte für die General Manager einiger Franchises als Blaupause fungieren, um in den Kreis der Super-Bowl-Anwärter aufzusteigen.

Denn: Mit Aaron Rodgers, Russell Wilson und möglicherweise auch Deshaun Watson könnten einige Quarterbacks verfügbar sein, die ihr neues Team im Handumdrehen in die Riege der Titelanwärter aufsteigen lassen würden.

Zudem ist der kommende Draft auf der QB-Position recht dünn besetzt, einen Trevor Lawrence oder Joe Burrow sucht man im kommenden Draft vergebens. Zwar gibt es mit Spielern wie Matt Corral (Ole Miss) oder Malik Willis (Liberty) interessante Talente mit Potenzial, doch die sind aller Voraussicht nach noch weit davon entfernt, ein Team als Rookie oder auch in ihrem zweiten Jahr in einen Super Bowl führen zu können. Auf dem Free Agent Markt gibt es ohnehin fast nie Quarterbacks, die den Unterschied machen können.

Die Verpflichtung eines gestandenen Quartbacks via Trade wird daher die einzige Option für die Teams sein, die auf der wichtigsten Position signifikant nachbessern wollen, um in den Kreis der Titelanwärter aufzusteigen. Aber auch einige Teams, die vermeintlich schon ihren Quarterback gefunden haben, könnten in dieser Offseason eine Veränderung anstreben.

Aaron Rodgers (Green Bay Packers)

Die wohl spannendste Personalie in dieser Offseason wird wie auch schon im letzten Jahr wieder die von Aaron Rodgers sein. Die Packers und auch Head Coach Matt LaFleur haben ihren Standpunkt in Bezug auf Rodgers schon klar gemacht. "Natürlich wollen wir, dass er zurückkommt. Es wäre verrückt, das nicht zu wollen", erklärte der Head Coach in Bezug auf seinen Star-Quarterback.

Rodgers hingegen zögert seine Entscheidung noch hinaus, und sorgte stattdessen zum Wochenbeginn mit einem Instagram-Post für eine brodelnde Gerüchteküche.

Es wird bereits länger spekuliert, dass Rodgers gerne mehr Einfluss auf die Entscheidungen der Traditionsfranchise haben würde und auch deswegen unzufrieden in Green Bay sein soll. "Ich werde mit meinem Agenten sprechen und auch mit Brian Gutekunst (Anm. d. Red. General Manager der Green Bay Packers) über die Ausrichtung des Teams und was die Pläne für die Zukunft sind. Basierend darauf wird man dann eine Entscheidung finden", ließ Rodgers nach der Saison durchblicken. Er betonte allerdings auch, dass die Kommunikation deutlich besser sein soll als noch zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr.

Sein Vertrag läuft nach der nächsten Saison aus und damit wäre ein Trade in dieser Offseason auch die letzte Gelegenheit für Green Bay, etwas für den 39-Jährigen zu bekommen - sollte man nicht in der Lage sein, über die kommende Saison hinaus mit ihm verlängern zu können. Selbst wenn man Rodgers von einem Verbleib in Wisconsin überzeugen könnte, würde eine Verlängerung aufgrund der prekären Cap-Space-Situation kompliziert werden. In der kommenden Saison liegen die Packers nämlich bereits über 50 Millionen Dollar über der Cap.

Um Rodgers von einem Verbleib zu überzeugen, müsste man außerdem einen Weg finden, um mit seiner Lieblingsanspielstation Davante Adams zu verlängern oder ihn mit dem Franchise Tag belegen. Und dann sind da noch die Gerüchte um einen Trade zu den Denver Broncos, die sich schon seit Längerem hartnäckig halten. Denver wäre durchaus eine gute Situation für Rodgers, um nochmal einen Super-Bowl-Run zu starten. Die Broncos haben eine solide O-Line, jede Menge Waffen in der Offensive und einige Playmaker in der Defense.

Was der Franchise in Colorado noch fehlt, ist der richtige Quarterback und daher wollen die Gerüchte um einen Trade für Rodgers auch nicht abreißen. Mit Nathaniel Hackett ist bei den Broncos seit Kurzem außerdem ein Head Coach im Amt, den Rodgers aus seiner Zeit als Offensive Coordinator der Packers kennt und auf den er große Stücke hält.

Die Packers werden trotzdem alles tun, was in ihrer Macht steht, um Rodgers von einem Verbleib in Green Bay zu überzeugen. Es kursieren bereits Gerüchte, dass Green Bay bereit ist, ihn für die nächsten zwei Jahre zum bestbezahlten Quarterback der Liga zu machen. Falls das nicht gelingen sollte, scheint ein Trade zu den Broncos am wahrscheinlichsten - aber mit Sicherheit würden auch einige andere Teams, die auf Quarterback-Suche sind, ihren Hut in den Ring werfen.

Russell Wilson (Seattle Seahawks)

Wilson steht bei den Seahawks noch für zwei weitere Saisons unter Vertrag, doch auch hier könnten die Zeichen in der Offseason auf Abschied stehen.

Der 33-Jährige forderte zwar nie offiziell einen Trade, aber vergangene Offseason ließ er durchsickern, zu welchen Teams er sich einen Trade zumindest vorstellen könnte. Auf dieser Liste standen die Chicago Bears, Dallas Cowboys, Las Vegas Raiders, New Orleans Saints und später wurden von NFL-Insider Jordan Schultz auch die New York Giants und Denver Broncos als mögliche Destinationen genannt.

Falls Wilson immer noch einen Trade anstreben sollte, bei dem er aufgrund seiner No-Trade-Klausel Mitspracherecht hätte, fielen einige Teams aufgrund der veränderten Situationen mittlerweile vermutlich weg. Die Bears haben letztes Jahr Justin Fields gedraftet und werden nur ein Jahr später wohl kaum für Wilson traden. Die Saints fallen wahrscheinlich weg, da Sean Payton nicht mehr als Head Coach im Amt ist, zudem ist die Salary-Cap-Situation verheerend. Die Cowboys sind mit Dak Prescott gut aufgestellt.

Blieben noch die Raiders, die Giants und Broncos. Das Argument für Denver wäre das gleiche wie bei Rodgers - die Broncos bieten eine gute Situation für einen erfahrenen Quarterback, um einen Ring zu jagen. Was gegen Denver spricht, wäre der Markt, in dem sich die Franchise befindet.

Wilson ist mit der Sängerin Ciara verheiratet und daher wurde bereits länger gemutmaßt, dass ihre Karriereoptionen bei der Wahl eines Trade-Ziels ebenfalls eine Rolle spielen würden. Die Giants in New York und die Raiders in Las Vegas wären was die Möglichkeiten für seine Frau betrifft deutlich besser. Bei den Giants ist allerdings der Kader das Problem und auch mit Wilson würde man wohl nicht in den Kreis der Titel-Anwärter aufsteigen. Andererseits könnte der neue Head Coach Brian Daboll hier ein starkes Argument sein, und New York dürfte auch innerhalb der Wilson-Familie gut aufgenommen werden.

Die Raiders könnten - sofern sie doch nicht auf Carr bauen - ebenfalls Sinn ergeben. Vegas war dieses Jahr bereits in den Playoffs und verfügt in der Offensive über einige brauchbare Anspielstationen. Außerdem würden die Seahawks, wenn sie das wollen, am Ende nicht ohne QB dastehen, da bei einem Trade Derek Carr in Kombination mit einem Paket aus Draft Picks und/oder weiteren Spielern nach Seattle wechseln könnte.

Wilson hätte die Chance einen Super Bowl zu gewinnen und seine Frau könnte in Vegas einen lukrativen Deal mit einem der Casinos aushandeln und dort bei Shows auftreten. Nach der Saison erklärte Wilson zwar noch, in Seattle Super Bowls gewinnen zu wollen, doch bei einem anderen Team scheint dieses Ziel aktuell realistischer zu sein und Russ könnte die Seahawks beim richtigen Angebot womöglich verlassen.

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