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NFL

Third and Long Week 3: "Haben wir uns bei den Packers geirrt?"

SPOX-Redakteur Adrian Franke blickt in seiner wöchentlichen Kolumne zurück auf den Spieltag in der NFL.

Die Houston Texans gehen gegen Pittsburgh in der zweiten Hälfte baden - weil sich altbekannte Schwächen wieder melden. Außerdem: Wurden die Green Bay Packers falsch eingeschätzt? Was war los mit Kyler Murray? Und welche Rookies überraschten über die ersten drei Wochen? Die Kolumne zum Spieltag.

Houston, wir haben ein Problem

Eigentlich schien die Texans-Offense gegen Pittsburgh auf einem guten Weg zu sein. Nach dem brutalen Auftaktprogramm mit den Chiefs und den Ravens legte Deshaun Watson drei Touchdown-Drives in der ersten Hälfte hin, Houston führte mit 21:17 und schien auf bestem Wege, endlich in der Saison anzukommen.

Mehr noch, die Texans hatten scheinbar endlich einen Plan, wie sie ihren Speed aufs Feld bringen und vertikal attackieren können, mehrere sehenswerte Plays brachten Watson und Co. in der ersten Hälfte auf den Rasen.

Dann allerdings folgte der Einbruch.

Watson kassierte drei der fünf Sacks in der zweiten Hälfte, die Texans hatten nach der Pause noch vier Drives - nur einer davon brachte mehr als sechs Yards Raumgewinn.

Ein Armutszeugnis für ein Team, dessen Stärke ganz klar die Offense, und noch konkreter das tiefe Passspiel sein müsste. Pittsburgh selbst brannte offensiv keineswegs ein Feuerwerk ab, doch zwei vernünftige Drives reichten angesichts der kompletten Harmlosigkeit der Texans-Offense, um die Partie in der zweiten Hälfte zu drehen.

Das wiederum wirft die Frage auf: Warum genau ging Houstons Offense wie auf Knopfdruck derart baden?

Houston Texans: O-Line wackelt, Watson zögert

Das erste Third Down - und wenig später der erste Punt - nach der Pause kam nach wenig erfolgreichen Runs bei First und Second Down. Die Steelers brachen mit dem 4-Men-Rush schnell mit gleich zwei Spielern durch, Watt hatte mit einem Spin-Move nach innen gearbeitet und so den Weg für Stephon Tuitt außen frei geräumt.

Watson hätte potenziell Will Fuller mit einer In-Breaking-Route bedienen können, konnte gegen den Druck aber weder durch seine Reads gehen, noch seine Füße neu positionieren. So blieb nur der Dump-Off zum Running Back, der drei Steelers hätte stehen lassen müssen, um zum First Down zu kommen.

Zumindest in Teilen wiederholte sich das beim nächsten Drive:

Dieses Mal endete der Drive direkt mit einem Sack und wieder war es der 4-Men-Rush, der schnell durchbrach und Watson zu einer schnellen Entscheidung zwang.

Dabei allerdings offenbarte Watson auch ein inzwischen bekanntes Problem.

Die Texans hatten bei diesem kurzen Third Down eine Rub Route auf der linken Seite der Offense, der Receiver räumte den Weg frei für den Running Back. Eigentlich eine Möglichkeit, den Ball schnell loszuwerden, ehe der Verteidiger um seinen Gegenspieler herum gearbeitet hat. Doch statt seinen Dropback durchzuführen und den Ball schnell raus zu feuern, tänzelte Watson schon beim letzten Schritt des Dropbacks und trat dann in die Pocket - wo einer der Defensive Tackles bereits auf ihn wartete.

Auch der nächste Sack ging auf Watsons Kappe.

Nach einem 14-Yard-Pass zu Fuller hatte Watson - abermals gegen den 4-Men-Rush - sogar Zeit. Doch wieder ließ er mögliche Optionen für einen kurzen Pass ungenutzt, und dieses Mal trat er sogar in die Defensive Line, statt die Pocket, die die Offensive Line dieses Mal kreiert hatte, zu nutzen.

Watson nahm dann die Augen runter und versuchte eher, mit einem Scramble noch etwas raus zu holen, kam damit aber gerade so zurück zur Line of Scrimmage.

Und so endeten die Drives oftmals sehr schnell. Houston versuchte, am Run Game festzuhalten, brachte sich damit aber meist nur in lange Second und Third Downs - bei denen wiederum Watson und die Offensive Line nicht gut aussahen.

Trotzdem hätte Houston mit seinem letzten Drive zumindest noch ausgleichen können - doch diese Chance schrumpfte schon auf ein Minimum, als Watson bei First Down elf Yards im Backfield von Watt zu Boden geworfen wurde.

In dem Fall ist es jedoch schwierig, Watson einen Vorwurf zu machen: Sein Right Tackle war bereits geschlagen, bevor Watson seinen Drop komplett beendet hatte. Und abermals hatte Pittsburgh mit dem 4-Men-Rush für einen Drive-Killer gesorgt.

Können die Texans das Ruder noch herumreißen?

Zu alledem kamen altbekannte Texans-Probleme. Houstons Run-Defense war extrem löchrig, gleichzeitig konnten die Texans selbst den Ball so gar nicht laufen.

Doch dass sich die offensiven Probleme fortsetzen, ist der wahre Grund zur Sorge. Die in der Vorsaison eigentlich merklich stabilisierte Offensive Line wirkt wackliger und Watson selbst, bei all seinen Qualitäten als Quarterback, ist einfach für zu viele Pressures und Sacks selbst verantwortlich, weil er sich in der Pocket falsch entscheidet, weil er den Ball zu lange hält, weil er schnelle Pass-Konzepte auch gerne mal liegen lässt.

Wenn diese beiden Dinge zusammenkommen, kann eine Offense schnell gehörig Sand im Getriebe haben, und genau das war bei den Texans am Sonntag in der zweiten Hälfte zu sehen.

Houston steht jetzt 0-3, mit Spielen gegen die Vikings, Jaguars und Titans vor der Brust. Steht man danach bei 3-3, ist in einer Division ohne ein alles dominierendes Team noch einiges möglich. Die Zeit für Fehltritte allerdings ist, wörtlich wie sprichwörtlich, jetzt vorbei.

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