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CFP National Championship: LSU Tigers vs. Clemson Tigers 42:25 - Nach Fehlstart: Überragender Burrow führt LSU zum Titel

Joe Burrow war der überragende Mann beim Sieg von LSU über Clemson im National Championship Game.

Die LSU Tigers haben das National Championship Game im College Football Playoff gegen Clemson mit 42:25 für sich entschieden. Nach schwachem Start im Louisiana Superdome in New Orleans legte Heisman-Gewinner Joe Burrow eine herausragende Vorstellung hin, brach zahlreiche Rekorde und führte die Tigers zum ersten nationalen Titel seit 2007.

Von der ersten Minute an entwickelte sich ein intensives Spiel, das für Clemson zwar ohne Punkte begann, LSU jedoch nach einem Punt tief in der eigenen Hälfte festnagelte, was die Play-Calls des SEC-Champions einschränkte. Letztlich ging dieses Katz-und-Maus-Spiel über vier Angriffsserien hin und her, ehe Clemson den Knoten zum Platzen brachte. Ein 42-Yard-Pass von Trevor Lawrence (18/37, 234 YDS / 10 CAR, 49 YDS, TD) auf Tight End Braden Galloway brachte Clemson an die 25, wenig später lief dann Lawrence selbst von der 1 in die Endzone zum ersten Touchdown des Abends.

In der Folge fand LSU weiterhin nicht ins Spiel, ehe die Ja'Marr-Chase-Show offiziell begann. Zum Ende des ersten Viertels fand Quarterback Joe Burrow den Wide Receiver für einen 52-Yard-Touchdown-Pass zum zu der Zeit überraschenden Ausgleich. Anschließend allerdings übernahm zunächst Clemson wieder das Kommando und spielte sich in kurzer Abfolge eine Zehn-Punkte-Füjhrung heraus - auf ein Field Goal folgte ein sehenswerter 36-Yard-Touchdown durch einen Reverse von Wide Receiver Tee Higgins.

Das allerdings war auch das höchste der Gefühle für die Clemson Tigers, denn danach riss LSU die Partie an sich. Noch vor der Pause führte Burrow sein Team zu drei weiteren Touchdowns und radierte damit nicht nur einen Rückstand aus, er gab seinem Team gar eine zweistellige Pausenführung.

Beim Touchdown-Pass kurz vor der Pause von Burrow auf TIght End Thaddeus Moss, Sohn von Hall-of-Fame-Wide-Receiver Randy Moss, allerdings steckte Burrow einen harten Hit in die Rippen ein, was ihn in der Folge zumindest kurzzeitig behinderte. Und so kam Clemson nach dem Break und einem Defensiv-Stopp noch einmal in Schlagdistanz: Running Back Travis Etienne vollendete einen Drive, der durch zwei Penalties LSUs begünstigt wurde, mit einem 3-Yard-Touchdown-Lauf, Lawrence legte mit einem Pass zwei weitere Punkte auf und gab seinem Team neue Hoffnung.

Targeting! Clemson verliert Skalski durch Platzverweis

LSU allerdings hielt diese in Grenzen: Aus den folgenden drei Drives machten sie zwei weitere Touchdowns und waren einmal zumindest in Field-Goal-Reichweite, Kicker Cade York allerdings vergab aus 45 Yards. Clemson hingegen verlor fünf Minuten vor Ende des dritten Viertels mit Linebacker James Skalski den Top-Spieler der eigenen Defense durch eine Targeting-Penalty, was die Unit nachhaltig schwächte.

Und Clemson? Diese Tigers hatten ihre Momente, doch insgesamt gelang es zu selten, einen offensiven Rhythmus zu erzeugen, was auch an großer Ineffektivität bei 3rd Down (1/11) lag. Lawrence selbst überwarf häufig seine Receiver, die sich aber auch nur selten gegen ihre Gegenspieler durchsetzten. Vorbei war es dann, als Lawrence bei einem Scramble in den finalen Minuten der Partie einen Fumble verlor und LSU danach die Uhr herunter spielte.

Für LSU ist es die vierte nationale Meisterschaft, die erste seit 2007 und die erste für Head Coach Ed Orgeron.

College Football Playoff - National Championship Game

No. 1 LSU Tigers (15-0) - No. 3 Clemson Tigers (14-1)

Ergebnis: 42:25 (7:7, 21:10, 7:8, 7:0) BOXSCORE

LSU vs. Clemson - die wichtigsten Statistiken

  • Senior-Quarterback und Heisman-Gewinner Joe Burrow hat seine Gesamtzahl in dieser Saison auf 60 Touchdown-Pässe herauf geschraubt. Damit brach er den Allzeit-FBS-Saisonrekord von Hawaiis Colt Brennan, der 2006 58 Touchdown-Pässe geworfen hatte. In Sachen Total Touchdowns (Pässe und Runs) kommt Burrow nun auf 65, was ebenfalls Brennans Rekordmarke (63) übertraf.
  • LSU ist das erste Team, das mit zehn Punkten in einem National Championship Game zurücklag und dann dennoch eine zweistellige Pausenführung hatte seit LSU im Jahr 2008 gegen Ohio State.
  • Für Clemson wiederum reißen zwei Serien: Zum einen ist es die erste Pleite der Tigers nach einer zweistelligen Führung nach 89 Spielen in Serie. Das passierte ihnen zuletzt 2012 gegen Florida State. Zum anderen ist es die erste Niederlage für Trevor Lawrence im College Football überhaupt. Seine ersten 29 Spiele hatte er allesamt gewonnen.
  • Ja'Marr Chase (9 REC/221 YDS/2 TD) hat den Rekord für die meisten Receiving Yards in einem National Championship Game in der College Football Playoffs und BCS-Ära von O.J. Howard (208) aus dem Jahr 2016 gebrochen.

Der Star des Spiels: Joe Burrow (QB, LSU)

Joe Burrow hat seine historische Saison mit einer herausragenden Vorstellung im Superdome gekrönt. Der Heisman-Gewinner und höchstwahrscheinliche Nummer-1-Pick im kommenden NFL Draft brauchte zwar ein wenig, um sich auf die ungewöhnliche defensive Front Clemsons einzustellen, doch sobald das geschah, war kein halten mehr. Insgesamt sorgte Burrow für sechs Touchdowns (31/48, 453 YDS, 5 TD / 14 CAR, 58 YDS, TD) und unterstrich damit seinen Ausnahmestatus in dieser College-Football-Saison.

Der Flop des Spiels: Die Clemson-Secondary

Clemson hatte anfangs durchaus Erfolg gegen Burrow und die explosive Offense LSUs mit einer ungewöhnlichen defensiven Front, an der Burrow zu knabbern hatte. Doch nachdem sich LSU darauf eingestellt und die Protection verbessert hatte, wurde die eigene Secondary entblößt. Die Man-to-Man-Matchups gegen die LSU-Receiver wurden meist verloren und so brachen irgendwann alle Dämme.

Analyse: LSU vs. Clemson - die Taktiktafel

  • Clemson setzte von Beginn an auf Unberechenbarkeit. Offensiv griff man schon früh tief in die Trickkiste. Das erste Play des Spiels war bereits ein Trick-Play, das wie eine Art Hook-and-Ladder-Play aussah. Nach Pass von Lawrence zu Ross warf der einen Lateral zu Etienne, der aber von der aufmerksamen Defense LSUs im Backfield gestoppt wurde. Der nächste Spielzug dann war ein Deep Ball auf Ross für 35 Yards. Und so zog sich das durch weite Teile der ersten Hälfte. Vor dem ersten Touchdown des Spiels etwa versuchten es die Tigers erst mit einem Direct Snap zu Etienne, anschließend lief Lawrence einen Read-Option-Keeper in die Endzone. Der zweite Touchdown resultierte dann aus einem Reverse.
  • Defensiv überraschte Clemson ebenso: Entgegen ihrer üblichen Tendenzen boten sie meist eine Drei-Mann-Front auf und schickten dann sehr variabel Pressure über Linebacker-Blitzes, die von überall kamen. Zudem präsentierte sich auch die Front an sich variabel, teilweise gab es auch mal gar keinen Down-Lineman. Sie liefen Stunts und Twists an der Line und verwirrten so die Offensive Line von LSU. Insgesamt setzte dieser Druck aus verschiedensten Richtungen Burrow in der Anfangsphase merklich zu. Er wirkte teils überhastet und fühlte sich sichtlich unwohl mit den unerwarteten Looks.
  • Burrow und LSU brauchten eine Weile, um sich darauf einzustellen. Gerade zu Beginn setzten sie eher auf simple Routes und attackierten trivial vorteilhafte Matchups wie etwa Chase in Man-Coverage, was mit fortlaufender Spieldauer zu einem Problem für Clemson wurde. Aus zumeist 11-Personnel liefen sie nahezu alle ihre Plays, was es schwer durchschaubar machte, was kam. Nachdem sich Burrow dann an die exotischen Looks der Clemson-Front gewöhnt hatte und auch die Protection besser wurde, fing auch Burrow an, stabiler zu werden. Er suchte stets den Downfield-Pass und gab sich nicht mit Checkdowns und ähnlichem zufrieden. Für zusätzlich Gefahr sorgte er zudem mit Scrambles, die teils signifikanten Raumgewinn einbrachten, wenn die Defense vor allem auf Coverage ausgelegt war.
  • Der Touchdown-Pass von Burrow auf Moss kurz vor der Pause war beispielhaft für hervorragendes Spielverständnis sowie Verständnis untereinander von Quarterback und Tight End. Moss war offenbar auf einer Corner-Route unterwegs, brach diese jedoch ab, weil er sah, dass sein direkter Gegenspieler die Ecke der Endzone gecovert hatte. Also wurde aus der Corner-Route eine Stop- oder Curl-Route und ein ganz simpler Touchdown.
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