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NFL

Broncos schlagen Pats - Gronk verletzt

Die perfekte Saison der New England Patriots (10-1) ist beendet! Die Denver Broncos (9-2) schlugen die Patriots mit Brock Osweiler in einem packenden Thriller mit 30:24 in Overtime. New England hatte dabei weiteres Verletzungspech zu beklagen: Linebacker Dont'a Hightower und Tight End Rob Gronkowski mussten vorzeitig raus.

Vor allem bei Gronkowski (6 REC, 88 YDS, TD) war die Sorge schnell groß: New Englands Tight End wurde heftig am Knie getroffen und krümmte sich vor Schmerzen auf dem Boden. Er wurde schließlich vom Platz gefahren, konnte kurz nach Spielende aber zumindest schon wieder auftreten. Erste Prognosen gaben vorsichtige Entwarnung und schließen eine ernsthafte Verletzung aus, weitere Tests stehen aber am Montag noch an.

Zuvor hatte Tom Brady (23/42, 280 YDS, 3 TDs) die Patriots noch auf die vermeintliche Siegerstraße gebracht: Wie schon mehrfach in der Saison verzichtete New England weitestgehend auf ein Running Game und marschierte erfolgreich mit vielen kurzen Pässen, weil Brady gezielt einzelne Schwachpunkte in der Broncos-Defense ausmachen konnte.

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Denver brauchte so eine ganze Weile, um im Spiel anzukommen. Doch im Schlussviertel kippte die Partie dann zunehmend und Osweiler (23/42, 270 YDS, TD, INT) hatte mit mehreren Big Plays entscheidenden Anteil an dem Heimsieg. Im Gegensatz zu den Patriots funktionierte auch das Running Game rund um den Youngster: C.J. Anderson (15 ATT, 113 YDS, 2 TDs) erlief in Overtime letztlich gar den Game-Winner.

Die Stimmen:

C.J. Anderson (Broncos-Running-Back): "Es war eine schmutzige, ungemütliche Nacht. Eine Nacht, wie gemacht für einen großen Back. Ich wusste, dass ich den letzten Run durchbringen kann, als ich gesehen habe, wie sich die Blocks entfalten. Wir wollten heute unbedingt gewinnen und das ist uns gelungen."

Gary Kubiak (Head Coach Broncos): "Wir finden weiter Antworten und spielen nicht egoistisch. In dieser Liga geht es darum, Rückschläge zu überwinden, und das immer wieder. Nicht nur einmal."

Tom Brady (Patriots-Quarterback, über den Gronkowski-Hit): "Ich hasse es, das zu sehen. Aber anders können Verteidiger heute ja kaum noch tackeln. Ich denke nicht, dass es ein schmutziger Hit war. So wird Football heute einfach gespielt. Wir werden weiter kämpfen aber natürlich tut es weh, gute Spieler zu verlieren. Jeder opfert viel und da ist es nicht einfach zu sehen, wenn deine Freunde so ausgeknockt werden."

Der Spielfilm:

Vor dem Kick-Off: Das vor der Saison als nächstes Kapitel der "Brady-gegen-Manning"-Serie antizipierte Duell steht unter ganz anderen Vorzeichen: Peyton Manning fällt verletzt aus, Denvers Quarterback wird durch Brock Osweiler ersetzt. Der konnte in der Vorwoche sein Starting-Debüt in Chicago aber prompt gewinnen und gab dem mit Manning strauchelnden Team neue Hoffnung.

Jetzt aber wartet eine der besten Front Seven der Liga - doch auch die Pats haben ihre Sorgen: Linebacker Jamie Collins fällt aus, Offensiv fehlt nach Dion Lewis und Julian Edelman jetzt auch Danny Amendola. Brady gehen somit langsam die Waffen aus. Auswärts gegen die beste Defense der laufenden Spielzeit wartet so eine echte Bedrohung für die perfekte Saison der Patriots.

4.: Zumindest in der Anfangsphase im Schneegestöber von Mile High merkt man von den Ausfällen aufseiten der Patriots herzlich wenig: Die Defense macht Druck auf Osweiler, der seinen Rhythmus noch nicht findet. Umgekehrt riskieren die Broncos eine Eins-gegen-Eins-Coverage gegen Rob Gronkowski - und werden prompt bestraft. Gronk treibt den kurzen Pass für 27 Yards in die Endzone. 7:0 Patriots.

20.: Und wir haben den ersten Turnover der Partie! Der Pass-Rush der Pats kommt durch und fälscht Osweilers Wurf entscheidend ab. Chandler Jones springt dann am höchsten und schnappt sich das Ei aus der Luft. Somit bekommen die Pats den Ball bereits in der Red Zone und Brady lässt sich dort nicht zwei Mal bitten: Der Routinier attackiert Safety David Bruton, der den angeschlagenen T.J. Ward derzeit vertritt, und Scott Chandler fängt den Touchdown-Pass ohne Probleme. 14:0 Patriots.

28.: Aber Denver antwortet mit seinem zweiten guten Drive! Nachdem der erste längere Versuch noch per Sack endete, machen es Osweiler und Co. dieses Mal besser: In der Red Zone stimmen die Blocks beim Run über die rechte Seite, Ronnie Hillman durchbricht einen Tackling-Versuch und marschiert in die Endzone. 14:7 Patriots zur Halbzeit.

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46.: Wir haben das erste Big Play der zweiten Hälfte! Es hat bis ins Schlussviertel gedauert, aber wieder findet Brady das Matchup gegen einen Linebacker in Coverage: Brandon Bolden entwischt Danny Trevathan und trägt den kurzen Pass 63 Yards in die Endzone. So wie New Englands Defense bislang spielt, könnte das schon eine Vorentscheidung sein. 21:7 Patriots.

48.: ...oder auch nicht: Chris Harper, der ohne Edelman und ohne Amendola als Return-Man einspringen muss, lässt den Ball beim Punt-Return fallen - Denver darf tief in New Englands Hälfte starten! Und die Broncos schlagen prompt zu: Wieder ist Emmanuel Sanders im kritischen Moment zur Stelle und C.J. Anderson beendet den Drive schließlich mit einem sehenswerten Run aus 19 Yards. Alles wieder offen, 21:14 Patriots

59.: OSWEILER! Denver verkürzt per Field Goal und New England macht sich auf, die Uhr runter zu spielen. Doch wenig später kassiert ausgerechnet Gronkowski einen heftigen Hit aufs Knie und muss mit sichtlich großen Schmerzen vom Platz gefahren werden. Die Pats müssen punten und Osweiler führt die Offense mit dem nächsten Big Play auf Sanders in die Red Zone! Da helfen die Pats mit einer Holding-Strafe und schließlich findet Osweiler Andre Caldwell in der Ecke der Endzone! TOUCHDOWN! 24:21 Denver!

60.: WAS FÜR EIN SPIEL! Auch ohne Gronk bekommt Brady seine Offense in knapp über einer Minute nochmals in Field-Goal-Reichweite und Gostkowski schickt das Spiel aus 47 Yards in die Overtime! Hier ist dann aber, nach dem Pats-Punt erneut Anderson zur Stelle: Bei Third Down und mit der Chance, in Field-Goal-Reichweite zu kommen, läuft Anderson wie schon bei seinem ersten Touchdown per Outside Run hinter zwei Tight Ends und bricht durch. Touchdown, Game Over! Die perfekte Patriots-Season ist Geschichte!

Der Star des Spiels:Brock Osweiler. Auch wenn er (natürlich) noch Luft nach oben hat: Es war eine beeindruckende Vorstellung des jungen Quarterbacks. Sein zweiter NFL-Start war direkt zur Primetime gegen Bill Belichick und Osweiler zeigte viel Herz. Obwohl er einige harte Hits einsteckte, stand er geduldig in der Pocket und bei den Big Plays zum ebenfalls starken Emmanuel Sanders bewies Osweiler Mut und seinen guten Arm. Neben Osweiler und Sanders stach Brady hervor, der Denvers Defense mehrfach empfindlich erwischte und Schwachstellen konsequent ausnutzte.

Der Flop des Spiels: Malcolm Butler. New Englands Super-Bowl-Held spielt eine wirklich gute Saison. Doch am heutigen Abend hatte der Cornerback gegen Sanders einen extrem schweren Stand, auch wenn Butler zunächst gut anfing und mehrmals spektakulär verteidigte. Doch zu häufig schlug Sanders ihn in den direkten Duellen und die Big Plays waren letztlich der Schlüssel zum Sieg für die Broncos. Ebenfalls schwach: Denvers Offensive Line, die viel zu viele harte Hits auf Osweiler erlaubte und gerade in Pass Protection große Probleme hatte. Auch wenn Osweiler beweglicher ist als Manning -

Das fiel auf:

  • New England hatte die Linebacker der Broncos als Schwachstelle im Passing Game ausgemacht: Die Patriots zwangen Denvers Linebacker immer wieder, schnelle Receiver oder Running Backs zu decken - Matchups, die häufig zugunsten der Gäste ausfielen. Außerdem suchte Brady Gronkowski konstant, wenn er eine Manndeckung bei den Broncos ausgemacht hatte, und auch das oft mit Erfolg.

  • Die Patriots bekamen gegen die anfällige O-Line der Broncos, die zudem früh im Spiel Guard Louis Vasquez (Leiste) verlor, im Pass-Rush immer wieder Druck zustande - manchmal weil Osweiler den Ball zu lange in der Hand hielt, manchmal mit effektiven Blitzen über die Mitte. Mit dem Running Game hatte New England dagegen immer wieder seine liebe Mühe, die eingestreuten weiten Pässe verteidigten die Pats aber gut. Osweiler fand aber langsam besser rein und warf schnellere Pässe.
  • Osweiler zeigte zudem, wie schon gegen Chicago, seine Athletik: Bootleg-Pässe waren, basierend auf dem früh etablierten Stretch Running Game, ein deutlich stärkeres Element als noch mit Manning. Darüber hinaus kamen Osweilers Würfe mit viel Power, was der Secondary das Leben schwerer machte.
  • Denver konnte sein Running Game parallel dazu im Laufe der Partie immer besser aufziehen. Die Ursache dafür war durchaus auch in den Personalsorgen der Gäste zu suchen: Neben dem ohnehin verletzten Collins fiel auch LB-Kollege Dont'a Hightower früh aus. Das versetzte der Run-Defense der Patriots zweifellos einen schweren Schlag.
  • Aber auch Denvers Defense, die alle Hände voll zu tun hatte, musste zwei Ausfälle während des Spiels kompensieren: Defensive Tackle Sylvester Williams und Safety T.J. Ward kamen nach früh erlittenen Blessuren nicht mehr zurück aufs Feld.
  • Emmanuel Sanders bleibt auch mit Osweiler der wichtigere Receiver in Denvers Offense. Der junge Quarterback suchte Sanders (6 REC, 113 YDS) immer und immer wieder, während Receiver-Kollege Demaryius Thomas (1 REC, 36 YDS) erst im dritten Viertel zum zweiten Mal überhaupt auch nur anvisiert wurde. Sanders belohnte das Vertrauen mit einigen kritischen Catches in entscheidenden Momenten.
  • Umgekehrt sind aber auch New Englands Cornerbacks zu loben. Vor allem Logan Ryan leistete gegen Thomas herausragende Arbeit und stellte Denvers Nummer-1-Receiver bis zweieinhalb Minuten vor Schluss bei zehn Targets kalt. Erst dann gewann Thomas das Privatduell.

Der Schedule: Week 12 im Überblick

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