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NBA

NBA Playoffs - Dallas Mavericks vor Spiel 3 gegen Phoenix: Wo steckt nur der Jazz-Brunson?

Von Philipp Schmidt

Die Dallas Mavericks stehen vor Spiel 3 gegen Phoenix bereits mit dem Rücken zur Wand, ein Sieg ist im Grunde Pflicht. Hierfür wird allerdings deutlich mehr Unterstützung für Luka Doncic notwendig sein als in der bisherigen Serie. Was ist nur aus Jalen Brunson und Spencer Dinwiddie geworden, die den Mavs schon so viel Freude bereitet haben?

"Er hatte ein großartiges Spiel, aber niemand sonst ist aufgetaucht. Wir können nicht nur mit ihm gewinnen." Die Worte von Head Coach Jason Kidd nach der 109:129-Niederlage in Spiel 2 bei den Suns klangen schon beinahe verzweifelt. Wieder einmal hatte Luka Doncic mit 35 Punkten bei guten Quoten (13/22 FG, 5/10 3FG) eine starke Leistung gezeigt, wie bereits zum Serienauftakt (damals sogar 45 Zähler) hat es nicht zum Sieg gereicht - und das letztlich deutlich.

Nachdem die Mavericks zur Pause noch mit 2 Punkten geführt hatten und vor dem Schlussviertel zumindest in Schlagdistanz waren, ging es in der Folge dahin. 93:99 stand es nach einem Stepback-Dreier von Doncic, nach einem 23:2-Run der Suns war das Spiel im Grunde vorbei. Doncic wirkte müde (insgesamt 7 Turnover), frustriert und wurde gnadenlos in der Defensive attackiert (Kidd: "Wir müssen ihm mehr helfen"). Phoenix spielte nahezu perfekten Basketball.

In erster Linie lieferten die Suns in der Crunchtime in der Offensive ab: 40 Punkte im vierten Viertel, 84,2 Prozent aus dem Feld, 75 Prozent aus der Distanz. Über die gesamte Partie traf Phoenix unfassbare 64,5 Prozent (Franchise-Rekord), der True-Shooting-Wert von 75,7 Prozent wurde in der Playoff-Historie nur einmal übertroffen, 2020 von den Clippers, ausgerechnet gegen Dallas (77,8 Prozent).

Die Suns hatten im Vergleich zu den Texanern den Luxus, die offensive Last auf mehrere Schultern zu verteilen. Beim elften Sieg in Folge gegen die Mavericks war es erst Devin Booker (30 Punkte, 12 im dritten Viertel), der Dallas zusetzte, ehe wie gewohnt Chris Paul das Spiel an sich riss. 14 Zähler hatte er vor dem Schlussabschnitt, fünf Minuten später hatte er diese Ausbeute verdoppelt. Bei 19 Punkten in Folge assistierte er oder traf selbst. Die Führung wuchs von 3 auf 15 Zähler an. "Wir hatten keine Antworten und haben einen Weg gefunden, uns selbst zu besiegen", gab Kidd zu.

Jalen Brunson schwächelt: Phoenix ist nicht Utah

Bei einem Blick auf die Offensive von Dallas kam nach Doncic lange nichts, Reggie Bullock war bereits der zweitbeste Scorer des Teams (16), für sich selbst kreieren kann aber auch er nicht. Spencer Dinwiddie und Jalen Brunson? Völlig blass. Während Ersterer immerhin noch eine passable erste Halbzeit spielte (10 seiner 11 Punkte), kam von Brunson, der positiven Überraschung von Runde eins, durchgehend viel zu wenig (9, 3/12 FG). Über die zwei Spiele steht Brunson bei 9/28, Dinwiddie bei 6/18. Kombinierte Trefferquote aus dem Feld? 32,6 Prozent. Zum Vergleich: Gegen die Jazz legte Brunson durchschnittlich 27,8 Punkte auf.

"Wir müssen unsere Jungs dazu bringen, besser zu treffen", erklärte Kidd, Doncic ergänzte, dass sich viele der Spieler zum ersten Mal in einer solchen Drucksituation befinden. Doch Dinwiddie ist bereits 29 Jahre alt, Brunson konnte schon in der Vorsaison Playoff-Erfahrung sammeln und war damals in der Serie gegen die Clippers überhaupt kein Faktor. War nach den teils herausragenden Leistungen gegen die Jazz die Hoffnung groß, dass dem kleinen Guard der nächste Karrieresprung gelungen ist (und im Sommer ein fetter Vertrag wartet), bieten die Auftaktmatches gegen Phoenix Grund für Zweifel.

Lag es doch daran, dass Donovan Mitchell kein Devin Booker ist und auch die weiteren Verteidiger, die auf Brunson angesetzt werden, ihm mehr entgegenzusetzen haben als Mike Conley oder Jordan Clarkson? Vieles spricht dafür. Nach der Rückkehr von Doncic nach seiner Verletzung in Spiel 4 gegen die Jazz wurde die Rolle von Brunson als Scorer und Ballhandler wieder etwas kleiner, er produzierte allerdings weiter - immer mindestens 23 Punkte.

Bei einem Blick auf die Quoten zeigt sich jedoch, dass Brunson die offensiven Freiräume ohne Doncic sichtlich genoss. Ohne den Slowenen auf dem Feld versenkt er 50,7 Prozent seiner Field Goals und 41,2 Prozent aus der Distanz, mit ihm sind es nur 41 und 30 Prozent. Doch die Aussagekraft dieser Zahlen darf zumindest angezweifelt werden, spielte Brunson nun einmal gegen Utah mehr Minuten ohne Doncic - und dies gegen eine deutlich schlechtere Verteidigung.

Die Suns-Defense lässt viel weniger Punkte nach Drives und anschließenden Kickout-Pässen zu, Brunson durfte gegen die Jazz in der Zone teilweise machen, was er wollte. Seinen ersten Dreier der Serie versenkte er im vierten Viertel von Spiel 2, gegen Utah traf er allein in der zweiten Partie sechs! Ein möglicher Grund für den fehlenden Rhythmus: Wie schon in Spiel 1 hatte Brunson früh Foulprobleme, schon nach fünf Minuten musste er auf die Bank.

Spencer Dinwiddie: Entwicklung deutete sich längst an

Nicht weniger besorgniserregend ist die Entwicklung bei Dinwiddie. Diese hatte allerdings bereits gegen Utah ihren Lauf genommen. Mit Shooting-Splits von 35,6/32,6/73,5 war er sicherlich nicht der Hauptgrund für das Weiterkommen, auch wenn er insbesondere in Spiel 6 einen guten Tag erwischte. Doch vom Dinwiddie aus dem März, der über 18 Punkte auflegte, oder aus dem April, als er 50 Prozent aus der Distanz traf, ist nicht mehr allzu viel übrig. Nicht allzu überraschend, wie wir bereits im März analysiert hatten.

Der Wille ist ihm dabei keinesfalls abzusprechen, er attackiert weiterhin den Ring, sucht den eigenen Abschluss oder seine Mitspieler. Aber die Entscheidungsfindung lässt zu wünschen übrig, das Wurfglück fehlt und das Selbstvertrauen nimmt ab. Die Kombination, dass Phoenix Doncic in der Defensive auslaugt und dieser gleichzeitig offensiv kaum Hilfe bekommt, ist toxisch. Dinwiddie und Brunson spielten in Game 2 gerade einmal 4 Assists.

Was fiel ansonsten noch in der bisherigen Serie auf: Sowohl in Spiel 1 wie auch in Spiel 2 verpennten die Mavericks den Start in das erste und dritte Viertel völlig. In den ersten drei Minuten der beiden Partien lautete der Spielstand kombiniert 4:18, in den ersten drei Minuten der zweiten Halbzeit 6:14. Gegen ein solch starkes Team sind Leistungen nahe des Maximums notwendig, ein Nachteil wie dieser ist nur schwer auszugleichen.

Ein wenig Mut sollte der Blick auf das Schlussviertel aus Spiel 1 machen. Klar, die Suns konnten aufgrund einer recht komfortablen Führung den Fuß ein wenig vom Gas nehmen. Dennoch war es das mit Abstand beste Viertel der Serie aus Mavs-Sicht (+10), der größte Spieler auf dem Feld war entweder Maxi Kleber oder Dorian Finney-Smith. Foulprobleme von DFS (drei nach neun Minuten, nur 20 Minuten eingesetzt), verhinderten, dass dieses Konzept in Spiel 2 intensiver verfolgt werden konnte. Während das Spiel in der Offense komplett an ihm vorbeilief (kein einziger Dreierversuch!), wurde er vor allem in der Defensive als bester Verteidiger vermisst (aber: Er beendete die Parte mit nur vier Fouls und auch die Suns hatten hier ihre Probleme).

Apropos Defense: Wahrscheinlich werden die Minuten von Dwight Powell weiter zurückgehen, 13 Minuten waren es für ihn als Starter in Spiel 2, in diesen wurden für den Big Man 0 Rebounds notiert. Zudem ist auch er ein massiver Schwachpunkt, was die Verteidigung nach Switches angeht, Kleber oder Finney-Smith sind hier die deutlich besseren Optionen. Oder eben ein paar Minuten für Davis Bertans auf der Fünf, der zumindest Gefahr vom Perimeter ausstrahlte (3/7 3FG). Einen perfekten Verteidiger für Deandre Ayton gibt es sowieso nicht.

Noch ist nichts verloren für die Texaner, die Suns haben "nur" ihren Heimvorteil verteidigt. Doch insbesondere bei Brunson stellt sich die Frage, ob das Matchup gegen die Suns wirklich einen großen Leistungssprung bei ihm erlaubt, zurück auf das Niveau der Jazz-Serie. Falls dem nicht so wäre, wäre dies kein Stimmungsaufheller für die kommenden Spiele.

NBA Playoffs: Suns vs. Mavs - Die Serie im Überblick (2-0)

SpielDatumUhrzeitHeimAuswärtsErgebnis
13. Mai4 UhrPhoenix SunsDallas Mavericks121:114
25. Mai4 UhrPhoenix SunsDallas Mavericks129:109
37. Mai3.30 UhrDallas MavericksPhoenix Suns-
48. Mai21.30 UhrDallas MavericksPhoenix Suns-
5*11. MaiTBDPhoenix SunsDallas Mavericks-
6*13. MaiTBDDallas MavericksPhoenix Suns-
7*16. MaiTBDPhoenix SunsDallas Mavericks-

*falls nötig

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