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NBA

NBA: Boston Celtics schlagen die Nets im Spitzenspiel - Tatum und Durant liefern sich episches Scoring-Duell

Von Daniel Berchem
Tatum hat nun vier 50-Punkte-Spiele in seiner Karriere.

Beim Spitzenduell im Osten zwischen den Boston Celtics und Brooklyn Nets boten beide Teams ein echtes Offensiv-Spektakel. Dabei waren alle Augen auf Durant und Tatum gerichtet, letzterer führte die Kelten mit einer Monster-Performance zum Sieg.

Boston Celtics (39:27) - Brooklyn Nets (32:33) 126:120 (BOXSCORE)

Es war ein Duell zweier ebenbürtiger Scoring-Maschinen, die im Stile eines Schwergewichtsboxers Schläge in Form von Layups, Midrange-Jumpern oder Distanzwürfen austauschten - mit dem besseren Ende für Jayson Tatum und die Boston Celtics.

Die Kelten konnte vier ihrer letzten fünf Spiele für sich entscheiden, zuletzt gab es einen Sieg gegen die Grizzlies, bei dem Jayson Tatum an seinem 24. Geburtstag eine 37-Punkte-Performance hinlegte. "Er ist ein lautstarker Leader in der Kabine geworden, auf dem Court ist er ein Bucket. Er kann 30 Punkte im Schlaf auflegen", sagte Celtics-Headcoach Ime Udoka bei ESPNs NBA Today.

Gegen die Nets, einen direkten Ost-Konkurrenten im Kampf um den Heimvorteil in den Playoffs, setzte er noch einen drauf - und wie: Tatum stellte mit 54 Punkten (16/30 FG, 8/15 3FG) einen Saisonbestwert auf und lieferte sich ein packendes Scoring-Duell mit Kevin Durant. Dieser war mit 37 Zählern bester Punktelieferant der Gäste und zeigte auch bei seinem zweiten Spiel nach der längeren Verletzungspause (21 Spiele) keinerlei Rost.

Jaylen Brown kehrte in die Starting Lineup der Kelten zurück, nachdem er im letzten Spiel wegen einer Knöchelverletzung fehlte. Brown war mit 21 Zählern ein verlässlicher Scoring-Partner für Tatum, alle fünf Starter der Celtics punkteten im zweistelligen Bereich. Daniel Theis kam in 10 Spielminuten auf 3 Zähler, einen Rebound und einen Assist.

Bei den Nets wurde Kyrie Irving wenig überraschend bei der Verkündung der Starter ausgepfiffen, auch wenn er im Laufe des Spiels in der Offensive am Ball war, regnete es Buhrufe im TD Garden. Als ein Behind-the-Back-Pass Irvings beim ersten Ballbesitz der Nets im aus landete, schallte ein lauter, schadenfroher Jubel durch die Halle. Am Ende standen beim Spielmacher der Nets 19 Punkte (8/18 FG) und 6 Assists zu Buche.

Das erste Viertel bot genau das, was man sich als neutraler NBA-Fan wünscht: Einen offenen Schlagabtausch zweier Spitzenteams. Boston und Brooklyn warfen beide 50 Prozent aus dem Feld und machten in der Offensive einen guten Eindruck. Zusammengerechnet versenkten beide Teams 7 von 12 Dreiern, bei den Gastgebern brachten alle fünf Starter Punkte aufs Scoreboard, angeführt von Tatum (9).

Durant hatte bereits nach den ersten fünf Minuten zwei Fouls auf dem Konto, doch Nets-Coach Steve Nash vertraute seinem Superstar und ließ ihn auf dem Court. Dies erwies sich als richtige Entscheidung: KD beendete das Viertel mit 12 Zählern. Die Nets lagen nach den ersten 12 Minuten knapp in Front (34:29).

Jayson Tatum dreht in der zweiten Hälfte auf

Zum Start des zweiten Viertels gaben die Kelten Vollgas und ratterten einen schnellen 8-0-Lauf herunter, sodass Nash bereits nach eineinhalb Minuten dazu gezwungen war, eine Auszeit zu nehmen. Die Fernsehmikrofone fingen die Worte des Coaches ein: "Es ist unser erstes Spiel zusammen, wir werden nicht schön gewinnen. Wir müssen die kleinen Kämpfe gewinnen, Rebounds, physisch da sein, miteinander reden." Aufgrund von Irvings Heimsperre, Durants Verletzungen und Neuzugängen wie Dragic oder Drummond, sind die Nets noch nicht wirklich eingespielt und versuchen vor dem Start der Playoffs eine gewisse Teamchemie zu entwickeln.

Bei den Celtics waren mehr Mechanismen zu erkennen, erkennbar etwa an der besseren Abstimmung in der Defensive. Tatum fing in dieser Phase langsam Feuer, versenkte drei Triples und hielt die Celtics im Spiel. In einer Sequenz verteidigte der Celtics-Star Durant und lieferte einen starken Wurf-Contest, auf der anderen Seite stellte er seine Ballhandling-Skills unter Beweis, umdribbelte Irving und brachte einen butterweichen Floater im Korb unter. Aus der Sicht Bostons ging es mit -2 in die Pause (58:60).

Im dritten Viertel machte Tatum da weiter, wo er vor dem Pausentee aufgehört hatte. Der Forward riss die Partie an sich und schenkte den Nets im Abschnitt weitere 16 Zähler ein, darunter ein klassischer Heatcheck-Dreier ins Gesicht von Irving. Doch bei den Gästen lieferte Durant stets die passende Antwort und erhielt zudem Unterstützung von Bruce Brown (10 Punkte, 4/5 FG). Daher hatten die Nets vor dem Start des Schlussviertels weiterhin die Nase vorn (90:89).

Boston schraubte nun die Intensität in der Defensive hoch und erzwang so mehrere Ballverluste, zwei von Kyrie und einen von Dragic. Im Angriff war Tatum auch im letzten Abschnitt nicht zu stoppen Rund sechs Minuten vor dem Ende lagen die Gastgeber mit 110:108 vorn, Brooklyn schlug mit einem 9:0-Run zurück und gingen ihrerseits wieder in Führung.

Doch der Siegeswille von Tatum war einfach zu stark, dieser scorte zwischenzeitlich sechs Punkte am Stück - und selbst wenn er von den Nets gedoppelt wurde, verteilte er den Ball und besorgte seinen Teamkameraden freie Würfe. So auch bei dem Dagger von Jaylen Brown, der mit einem Dreier knapp 39 Sekunden vor Schluss auf 121:115 stellte und so für die Entscheidung sorgte.

Es ist das vierte 50-Punkte-Spiel in der Karriere des 24-Jährigen, womit er nun genauso viele wie Celtics-Legende Larry Bird vorzuweisen hat. Auch Durant erreichte einen Meilenstein, denn er ist der 23. Spieler der NBA-Geschichte, der die Marke von 25.000 Punkten knacken konnte.

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