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NBA - Dallas Mavericks demonstrieren Optimismus vor dem Saisonstart: Eine neue Hoffnung

Bei Luka Doncic (l.), Kristaps Porzingis (M.) und den Dallas Mavericks herrscht vor dem Saisonstart gute Laune.

Nachdem ein Großteil der NBA bereits feierlich in die neue Spielzeit gestartet ist, sind in der Nacht auf Freitag auch die Dallas Mavericks an der Reihe. Die Mavs demonstrieren eine Menge Optimismus, nicht nur aufgrund von MVP-Favorit Luka Doncic. Auch sein Co-Star soll endlich zum echten Co-Star werden.

Bereits gut eine Woche vor dem Saisonstart sah die Social-Media-Abteilung der Mavs Anlass zur guten Laune: Ganze 68 Gründe zum Lächeln zählte sie, denn soeben hatte Dallas ein anderes professionelles Basketballteam aus Charlotte mit eben dieser Punktedifferenz abgeschossen. Nur in der Preseason zwar, doch diese Einschränkung tat der guten Stimmung in Texas keinen Abbruch.

Seither sind noch ein paar weitere Gründe hinzugekommen. Die Mavs gehen mit einer perfekten Preseason-Bilanz und einem heißen Anwärter auf den MVP-Award in die neue Spielzeit, vor dem "richtigen" Saisonstart in der Nacht auf Freitag gegen die Atlanta Hawks könnte die Stimmung in Dallas eigentlich kaum besser sein.

Das liegt natürlich in erster Linie an Luka Doncic, dem bereits erwähnten MVP-Favoriten der Buchmacher in Las Vegas. In seinen drei Jahren in der Association hat er zwei Nominierungen ins All-NBA First Team abgestaubt und sich als Superstar etabliert. Dennoch scheiterte Dallas zweimal in Folge in der ersten Playoff-Runde.

Das soll sich in der Saison 2021/22 ändern. In Dallas herrscht eine Menge Optimismus, dass es nun endlich gelingen kann mit dem Angriff im Westen. Der wohl wichtigste Grund für diesen Optimismus neben Doncic hört auf den Namen Kristaps Porzingis.

Kristaps Porzingis bei den Mavs: Frustlevel wieder bei null?

Vor wenigen Monaten sah die Stimmungslage bei den Mavs wie auch beim Letten selbst noch ganz anders aus. Der 26-Jährige hat zahlreiche Verletzungssorgen sowie zwei eher enttäuschende Saisons seit seinem Trade aus dem Big Apple nach Texas hinter sich. In den Playoffs wurde er von Coach Rick Carlisle gar zum reinen Schützen aus der Ecke degradiert.

Der Frustlevel war hoch, angeblich hoffte Porzingis sogar auf einen Tapetenwechsel im Sommer. Zuvor berichtete selbst Teambesitzer Mark Cuban von gewissen "Auseinandersetzungen" zwischen Porzingis und Franchise-Star Doncic. Doch all das scheint vergessen.

Anstelle von Carlisle leitet nun Jason Kidd die Geschicke an der Mavs-Seitenlinie, der Champion von 2011 ließ im Sommer kaum eine Gelegenheit verstreichen, um Porzingis eine neue Rolle zu versprechen und ihm Honig um den Mund zu schmieren. Und die angeblichen Reibereien mit Doncic?

"Ich glaube, das kam vor allem aus den Medien", beschwichtigte Letzterer vor wenigen Tagen. "Das kam nicht von uns, die Medien haben es so dargestellt. Wir verstehen uns eigentlich gut." Der 22-Jährige untermauerte diese Aussagen mit einem Bild auf seinem Instagram-Kanal. Zu sehen ist dort ein herzhaft lachender Doncic an der Seite von Porzingis, die Bildunterschrift: "6 x 77" in Anspielung an ihre jeweiligen Rückennummern.

Dallas Mavericks: Ein Co-Star unter Druck

Nun muss sich das gute Verhältnis der beiden und die gute Stimmung vor dem Saisonstart auch auf den Court übertragen. Porzingis steht unter Druck, er muss endlich die Rolle des zweiten Stars an der Seite von Doncic ausfüllen. In den vergangenen Jahren war dieser zu sehr auf sich allein gestellt, insbesondere in den Playoffs musste er die Verantwortung fast alleine schultern.

Dass Porzingis 2021/22 abliefern wird, da ist man sich in Dallas einig. Seit Jahren hatte der Big Man erstmals wieder eine komplett gesunde Offseason, in der statt Reha die Arbeit an seinem Spiel und seinem Körper im Fokus stand. Das Ergebnis: "Er fühlt sich deutlich besser, vor allem mental", erklärte Doncic. "Das kann man auch auf dem Court sehen, er spielt viel besser."

In der Preseason hinterließ der 2,21-Meter-Mann tatsächlich einen guten Eindruck. Vergangene Saison war seine Mobilität eingeschränkt, was ihn in der Defense anfällig machte. Dort will Porzingis nun an alte Knicks-Zeiten anknüpfen, als er regelmäßig mehr als 2 Blocks im Schnitt auflegte. Doch gerade im Vergleich zu den Playoffs wird der größte Schritt am anderen Ende des Courts erwartet.

Kristaps Porzingis: Seine Statistiken bei den Dallas Mavericks

SaisonSpiele / MinutenPunkteReboundsAssistsBlocksFG%3FG%
2019/2057 / 31,820,49,51,82,042,735,2
Playoffs 20203 / 31,323,78,70,71,052,552,9
2020/2143 / 30,920,18,91,61,347,637,6
Playoffs 20217 / 33,313,15,41,30,747,229,6

Dallas Mavericks: Größere Rolle für Porzingis

Kidd selbst will dabei eine Hilfe sein. Statt ihn einfach nur als Spot-Up-Shooter einzusetzen, kündigte der neue Head Coach an, Porzingis wieder einen "Basketball-Spieler" sein zu lassen. Soll heißen: Kidd will seinem Big eine größere Rolle in der Offense verschaffen und ihn in Situationen bringen, in denen er sich wohlfühlt.

Das bedeutet vor allem in Post-Ups. Bereits 2020/21 ging Porzingis im Schnitt 3,7-mal pro Partie in den Post, nur zwölf Spieler kamen auf mehr Post-Ups. Seine Effizienz in solchen Situationen war mit 0,98 Punkten pro Possession alles andere als überragend, aber auch nicht schlecht (Platz 10 von 19 Spielern mit mindestens 3 Post-Ups pro Spiel). In den Playoffs sanken seine Ballbesitze im Post dramatisch.

Unter Kidd darf er nun wieder öfters mit dem Rücken zum Korb agieren, auch wenn das eigentlich nicht seine größte Stärke ist. Dennoch: Das neue System passe besser zu seinem Spiel, frohlockte Porzingis während der Preseason. "Ich bin ein Spieler, der es mag, Mismatches im Post zu nutzen und daraus zu kreieren", so der Lette. So soll er den Mavs in der Offense eine verlässliche zweite Option bieten.

Kristaps Porzingis in Dallas: Erstmals richtig glücklich

Die Kombination aus einer gesunden Offseason und einer neuen Rolle unter einem neuen Coach resultiert in einem dicken Lächeln auf Porzingis' Lippen. Dieser mentale Aspekt ist nicht zu unterschätzen. "Er ist gesund. Er geht mit frischen Erwartungen in die Saison. Er will etwas beweisen. Man kann einfach spüren, dass er glücklich ist", sagte Cuban vor kurzem im Podcast "Mavs Film Room". "Er ist zum ersten Mal richtig glücklich, seit er hier ist."

Die Mavs hoffen natürlich, dass sich dies in starken sportlichen Leistungen widerspiegelt. Solange Porzingis die nicht konstant zeigt, dürfen allerdings noch Zweifel geäußert werden, ob Dallas den hohen Zielen - namentlich dem Angriff auf die Spitze der Western Conference - in der kommenden Saison wirklich gerecht werden kann.

Den Mavs fehlt nach der Offseason weiterhin ein zweiter Ballhandler neben Doncic. Dallas gelang es nicht, einen Co-Star von außerhalb an Land zu ziehen, stattdessen muss Porzingis diese Rolle endlich ausfüllen. Seine Verletzungshistorie mahnt zur Vorsicht, auch wenn die komplette Mavs-Organisation voll an Bord des Porzingis-Zuges zu sein scheint.

"Er hatte ein paar Verletzungen, aber jetzt hat er wieder Spaß. Er ist ein sehr talentierter Spieler. Unser Job ist es nun, ihn wieder dahinzubringen, wo wir alle ihn sehen", sage Kidd. Und wo ist das? "Ich glaube, er wird dieses Jahr wieder ein All-Star. Wenn er das nicht schafft, wird er zumindest in der Diskussion sein."

Dem ehemals als "Einhorn" hochgelobten Porzingis wurde 2018 zum ersten und bisher einzigen Mal die All-Star-Ehre zuteil. Glaubt man den Aussagen seiner Teamkollegen (Doncic: "Er wird eine großartige Saison haben") und Kidd, ist der Lette tatsächlich in ähnlicher Verfassung wie zu seinen besten Zeiten. Die Mavs sind darauf angewiesen, um die hochgesteckten Ziele zu erreichen.

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