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NBA Playoffs - Kommentar zu Ben Simmons und den Philadelphia 76ers: Ein Trade ist unausweichlich

Ben Simmons ist in Philadelphia umstritten.

Die Philadelphia 76ers haben auch im vierten Anlauf den Einzug in die Conference Finals verpasst. Die Kritik fokussiert sich auf Ben Simmons, der gegen die Atlanta Hawks eine schwache Serie spielte. Die Sixers brauchen einen Neuanfang - ohne den Australier. Ein Kommentar.

Ben Simmons hat keine Zukunft mehr in Philadelphia, klarer als in dieser Serie, konnte das nicht herausgearbeitet werden. Ein Trade ist die einzige logische Konsequenz der Ereignisse der vergangenen Wochen, die wie ein Deja-Vu anmuteten. Zum wiederholten Male war Simmons in den Playoffs eine Randfigur, vor allem im Angriff. Ein Star ohne Position, ohne Platz im System.

Vorneweg: Ben Simmons ist ein guter Basketballer, eine echte Waffe im Fastbreak und einer der kreativsten großen Spieler der Liga. Er ist einer der besten Verteidiger der NBA, nur eine Handvoll Spieler kann von sich behaupten, dass er sowohl Point Guards wie Damian Lillard über das Feld jagen und einen Tag später LeBron James Paroli bieten kann.

Ben Simmons ist aber auch ein Spieler, um den ein spezielles System aufgebaut werden muss - mit ihm als Fixpunkt. In Philadelphia wird das nie funktionieren, solange sich Joel Embiid das Jersey mit der Nummer 21 überstreift.

Sixers vs. Hawks, Spiel 7: Hier gibt es die Highlights der Partie.

Ben Simmons: Ein willkommener Sündenbock

Über Jahre haben die Sixers nun versucht, etwas zusammenzuführen, was auf dem höchsten Niveau aber nicht funktioniert. Vier teils enttäuschende Playoff-Niederlagen belegen dies recht eindrucksvoll. 2018 waren die Sixers gegen Boston noch zu grün, 2019 knipste Kawhi Leonard in letzter Sekunde das Licht aus. Im Vorjahr fehlte Simmons verletzt beim Sweep gegen Boston, in dieser Saison scheiterte Philly gegen den krassen Außenseiter aus Atlanta.

Der logische Sündenbock ist Simmons, auch weil alles dafür spricht, dass eine Veränderung ihm guttun würde. Der Fakt, dass der dreimalige All-Star in den letzten vier Spielen der Serie keinen einzigen Wurf im vierten Viertel nahm, ist ein Zeichen für seine Verunsicherung - mit dem Höhepunkt seines verweigerten Dunks 3:30 Minuten vor dem Ende von Spiel 7.

Schon nach Spiel 5 hatte Simmons angegeben, dass seine Probleme an der Freiwurflinie im mentalen Bereich zu verorten sind. Er ist kein guter Schütze von der Linie, aber über fast 300 Spiele liegt seine Quote bei 60 Prozent, in diesen Playoffs waren es unterirdische 34,2. Philadelphia ist mit seinen Fans ein raues Pflaster, keine Fanbase ist so kritisch wie die der Sixers und wie es scheint, kommt Simmons mit diesem Druck nicht mehr zurecht. Es muss auch die Frage gestellt werden: Wo ist Simmons seit seiner Rookie-Saison offensiv besser geworden?

Ben Simmons: Immer im Schatten von Embiid

Der Australier ist ein Perfektionist, umso mehr wird es an ihm nagen, dass er die offensichtlichste Sache im Basketball nicht nach seinen Vorstellungen beherrscht - den Wurf. Es gibt auch Beweise, dass er es kann. Als Simmons 2016 in der Summer League debütierte, traf er Mitteldistanzwürfe aus der Bewegung, per Fadeaway, davon ist schon lange nichts mehr zu sehen.

Über Jahre wurde Simmons der Rücken gestärkt, auch unter dem neuen Regime. Der neue Boss, Daryl Morey, erklärte den Boomer für unantastbar, angeblich war man auch nicht bereit, Simmons in einem Trade für James Harden abzugeben. Inwieweit dies der Wahrheit entspricht, werden wir nie erfahren, doch unantastbar ist Simmons mit Sicherheit nicht mehr.

Dafür sprechen auch die Kommentare von Coach Doc Rivers (was ist eigentlich mit dessen Zukunft?) und vor allem Franchise-Star Embiid. Der Center ist in Philadelphia unantastbar, dazu positionierte dieser sich nach dem Aus mit einem emotionalen Post in den sozialen Medien äußerst geschickt.

So war es schon immer. Embiid ist zwei Jahre länger da, er versteht es, mit den Fans zu kommunizieren, während Simmons mit seiner kühlen, reservierten Art eher geduldet wurde. Kaum noch jemand erinnert sich daran, dass Embiid 2019 gegen die Raptors eine schwache Serie spielte, die Simmons-Leistungen gegen Atlanta werden die Menschen in Philadelphia aber nicht so schnell vergessen.

Simmons-Trade könnte eine Win-Win-Situation sein

Ein Trade wäre ein Gewinn für beide Seiten - natürlich auch abhängig vom Paket. Der Wert des Australiers ist in diesen Wochen gesunken, doch es wird mit Sicherheit Teams geben, die es mit Simmons versuchen wollen. Er ist schließlich erst 24 und könnte womöglich in der passenden Situation aufblühen.

Und die Sixers? Sie könnten im Gegenzug endlich einen passenden Guard für Embiid finden. Auf diesem Niveau reicht es einfach nicht, wenn Seth Curry der gefährlichste Ballhandler im Team ist. Dieser Kader hatte stets klare Schwächen, nun wurden sie früher aufgedeckt als gedacht.

Das kann auch etwas Gutes sein. Diese Mannschaft braucht dringend eine Veränderung, das schockierende Aus gegen Atlanta sollte jedem in der Organisation die Augen geöffnet haben. Simmons muss geopfert werden, eine faire Chance dürfte er von den Fans ohnehin nicht mehr bekommen.

Sixers vs. Hawks: Die Serie im Überblick

SpielDatumUhrzeitHeimAuswärtsErgebnis
16. Juni19 UhrSixersHawks124:128
29. Juni1.30 UhrSixersHawks118:102
312. Juni1.30 UhrHawksSixers111:127
415. Juni1.30 UhrHawksSixers103:100
517. Juni1.30 UhrSixersHawks106:109
619. Juni1.30 UhrHawksSixers99:104
721. Juni2 UhrSixersHawks96:103
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