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NBA - Mikal Bridges ist die Allzweckwaffe der Phoenix Suns: Der Typ, den alle haben wollen

Mikal Bridges ist mittlerweile einer der Schlüsselspieler bei den Phoenix Suns.

Die Phoenix Suns haben sich längst die erste Playoff-Teilnahme seit 2010 gesichert, die Ansprüche beim zweitbesten Team der Western Conference sind nach einer herausragenden Saison aber noch weitaus größer. Einer der Gründe, warum die Suns auch in den Playoffs enorm gefährlich sein könnten, ist Mikal Bridges.

Wer sich für die heutige NBA einen perfekten Rollenspieler zusammenbasteln will, der kann einer simplen Anleitung folgen. Ein Flügelspieler sollte es sein, hier ist im positionslosen Spiel der Neuzeit schließlich der größte Bedarf. Lange Arme sollte er haben, schnell auf den Beinen und trotzdem physisch stark sein, um defensiv möglichst viele verschiedene Spielertypen beackern zu können.

Offensiv ist die erste Grundvoraussetzung - natürlich - der Wurf aus der Distanz, insbesondere der Eckendreier; Würfe kreieren sollen überwiegend die Stars, treffen sollen die Rollenspieler. Ein kluges Positionsspiel, opportunistische Drives und die Fähigkeit, am Ring abzuschließen, Ballhandling und vielleicht sogar sekundäres Playmaking, all das nimmt man außerhalb von Houston ebenfalls gerne.

Jedes Team leckt sich die Finger nach "3-&-D"-Spielern, die trotz der inflationären Verwendung des Begriffs noch immer recht selten vorkommen. Es ist insofern besonders bitter, wenn die Chance auf einen der aktuell besten seines Fachs vergeben wurde. Bei Mikal Bridges müssen sich das mindestens zwei Teams vorwerfen lassen.

Mikal Bridges: Die Sixers wollten ihn nicht

Beim Draft 2018 sprach sehr viel dafür, dass Bridges an Position 9 bei den Knicks landen würde. Der Swingman hatte schon an der High School wie auch am College mit Villanova regelmäßig in New York vorgespielt, positionellen Bedarf gab es sowieso.

New York entschied sich hingegen für Kevin Knox, der bis heute sehr viel Zeit auf der Bank verbringt. Unter anderem aufgrund des Altersunterschieds: Bridges war nach drei Saisons am College zum Draft-Zeitpunkt "alt" (21), viel Upside wurde ihm daher von einigen Teams nicht mehr bescheinigt.

Das gilt auch für das Team, das ihn draftete: Die Philadelphia 76ers, aus seiner Heimat. Diese entschieden sich am Draft-Abend zur Überraschung aller gegen einen Hometown-Hero und schickten ihn für Zhaire Smith sowie einen 2021er Erstrundenpick weiter nach Phoenix. Schlimmer als der Trade: Sie fädelten diesen ein, während sie Bridges im Live-TV ein Interview darüber geben ließen, wie sehr sich seine Mutter darüber freuen würde, ihn in der Heimatstadt spielen zu sehen. Die Mama, Tyneeha Evans, arbeitete zu dieser Zeit auch noch für die Sixers in der Personalabteilung.

Bridges hätte rückblickend so gut zu Joel Embiid und Ben Simmons gepasst, dass man sogar spekulieren könnte, dass Ex-Coach Brett Brown (der 2018 als Interims-GM den Trade durchführte) mit Bridges seinen Job behalten hätte. Wobei sich dieses Spiel mit ihm zu leicht spielen lässt, Bridges passt in jedes Team, das etwas reißen möchte. Wie etwa: Phoenix!

Mikal Bridges: Der Spieler für die schwer(st)en Aufgaben

Die Schlagzeilen bei der Suns-Renaissance sind zumeist für Chris Paul und Devin Booker reserviert, was logischerweise nicht falsch ist. Auch Deandre Ayton steht als ehemaliger Nr.1-Pick zurecht stark im Fokus. Etwas im Hintergrund hat sich Bridges in seiner nun dritten NBA-Saison aber zu einem der besten Rollenspieler der Liga entwickelt und wird damit auch in den Playoffs unverzichtbar sein.

Bridges ist der Spieler, der gefragt ist, wenn auf der Gegenseite jemand heiß läuft. Er übernimmt die schwersten Aufgaben, ob diese nun Stephen Curry oder Luka Doncic heißen, und macht gegen nahezu alle einen guten Job. "Ich schaue sehr viel Basketball. Man muss einfach seinen Gegenspieler kennen, Film studieren, sich konzentrieren und an die Arbeit gehen", verriet Bridges im Februar sein "Geheimnis" an Sports Illustrated.

Natürlich spielt der Körperbau dabei auch eine Rolle. Bridges verfügt über Gardemaße, ist 1,98 m groß und hat so lange Arme, dass man ihm zutraut, sich problemlos im Stehen die Schuhe zuzubinden. Offiziell beträgt die Spannweite 2,15 m - so kann er selbst aus schwierigen Positionen noch regelmäßig Würfe erschweren. Er hat einen großen Anteil an der starken Defense (Platz 6) der Suns.

Mikal Bridges' größter Sprung kam in der Offense

Die Defensivstärke war angesichts seiner Attribute indes zu einem gewissen Anteil erwartbar und auch schon in den vergangenen beiden Jahren in Ansätzen zu erkennen. Was sich in dieser Spielzeit für Bridges am meisten verändert hat, ist die Offense; Bridges gehört 20/21 zu den effizientesten Spielern der Liga.

Laut Cleaning the Glass machen lediglich Tony Snell und Langston Galloway unter den Wings mehr Punkte aus 100 Wurfversuchen (134). Beide sind allerdings marginale Rollenspieler, während Bridges pro Partie fast 33 Minuten auf dem Court steht, bei ihm ist dieser Wert also wesentlich aussagekräftiger. Unter den "legitimen" Spielern kommt ihm nur Joe Harris von den Nets nahe.

Bridges profitiert dabei von einer sehr "modernen" Wurf-Diät. 27 Prozent seiner Würfe sind Eckendreier, er trifft sie zu 45 Prozent. 34 Prozent seiner Würfe kommen am Ring, hier beträgt seine Trefferquote überragende 76 Prozent. Auch aus der Mitteldistanz schließt er sehr effektiv ab (49 Prozent) und rundet damit ein einwandfreies Shotchart ab.

Der Wurf öffnet alles

Auch Bridges zieht seinen Nutzen aus dem Paul-Effekt, der seinen Mitspielern seit 15 Jahren gute Würfe verschafft. Er ist aber auch selbst besser darin geworden, das Spiel zu lesen: "Wenn man Würfe trifft, öffnet sich alles. Bei Spielern wie Steph und Dame ist der Dreier so tödlich, dass man sich fragt, warum sie so einfach zum Ring kommen. Aber wenn man dir den Dreier nehmen will, eröffnen sich andere Optionen", erklärte Bridges.

Neben Spielern wie Paul und Booker ergeben sich automatisch Räume für andere Akteure und Bridges ist mittlerweile perfekt dazu in der Lage, diese auszunutzen. Er bewegt sich klug abseits des Balles und kreiert so seinerseits Räume.

"Er ist jung und entwickelt sich noch. Aber für mich sticht heraus, wie schnell er die Nuancen unserer Offense verstanden hat", lobte Head Coach Monty Williams, der Bridges noch im Vorjahr lange von der Bank brachte, weil er zunächst nicht vollends von dessen Arbeitseinstellung überzeugt war.

Verdient Mikal Bridges bald 20 Millionen pro Jahr?

Das ist nun vorbei, und Bridges ist aus der Starting Five der Suns kaum noch wegzudenken. Mit Jae Crowder und mittlerweile auch Booker hat Phoenix zwar noch weitere starke Flügelverteidiger, der beste Kandidat für einen Platz im All-Defensive Team - und die Allzweckwaffe in den Playoffs - ist aber Bridges, der das Front Office im Sommer in eine Zwickmühle bringen könnte.

Mit Paul (wenn dieser seine Option zieht), Booker und Ayton, der ziemlich sicher einen Maximalvertrag erhalten wird, leisten sich die Suns dann schon drei Großverdiener. Bridges kann in dieser Offseason genau wie Ayton erstmals vorzeitig seinen Vertrag verlängern, andernfalls wird er 2022 Restricted Free Agent.

Berichten zufolge könnte eine Extension Bridges aktuell etwa 20 Millionen Dollar jährlich einbringen - das klingt viel bei jemandem, der 13,5 Punkte im Schnitt macht, aber es ist vermutlich sogar eine konservative Schätzung. Die Nachfrage bestimmt das Angebot, und diese Art von Spieler will momentan eben jedes Team haben. Diesmal ziemlich sicher auch New York und Philadelphia.

Die NBA-Stats von Mikal Bridges

SaisonSpieleMinutenPunkteFG%3FG%
18/198229,58,343,033,5
19/207328,09,151,036,1
20/216832,913,553,842,2
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