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NBA

NBA: Harrison Barnes als großer Preis? Warum die Kings das interessanteste Team vor der Trade Deadline sind

Harrison Barnes könnte noch getradet werden.

Die Sacramento Kings stehen kurz vor der Trade Deadline an einem Wendepunkt - wieder einmal. Folgt der große Ausverkauf? Und warum läuft es in der Hauptstadt Kaliforniens trotz zweier Top-Guards schon wieder nicht?

Die NBA bewegt sich mit relativ großen Schritten auf die Trade Deadline zu, die am 25. März ansteht. Üblicherweise kommt dies zu einem Zeitpunkt, wenn relativ viele Teams schon wissen, in welche Richtung es für sie gehen wird: Lottery oder Playoffs? Diese Teams teilen sich dann regelmäßig auch in die Käufer und Verkäufer der Transferperiode auf.

Das ist in der aktuellen Spielzeit, in der aufgrund des Play-In-Turniers das "Teilnehmerfeld" für die Playoffs de facto ja auf 20 erhöht wurde, etwas komplizierter. Mit ganz wenigen Ausnahmen können sich fast alle Teams noch einreden, dass sie Chancen auf die Playoffs haben. Mit Ausnahme von Detroit, Orlando, Minnesota und Houston ist kein Team mehr als vier Spiele von Play-In-Rang 10 entfernt.

Auch die Sacramento Kings fallen in diese Riege von Teams, 5,5 Siege fehlen derzeit auf die Mavs (Platz 8). Und trotzdem ist in der Hauptstadt Kaliforniens mittlerweile wohl jedem bewusst, dass die Postseason wieder - zum sage und schreibe 16. Mal in Folge - ohne die Kings stattfinden wird. Potenziell macht sie das zum vielleicht interessantesten "Verkäufer" dieser Saison.

Sacramento Kings: Warum es sportlich wieder nicht läuft

Zunächst zur sportlichen Situation. Die Kings haben in der laufenden Spielzeit durchaus einige positive Ansätze gezeigt, unter anderem gab es eine Serie von sieben Siegen in acht Spielen. De'Aaron Fox und Rookie-Sensation Tyrese Haliburton führen eine Offense an, die ligaweit immerhin für Platz 9 reicht.

Es ist nicht alles perfekt, Buddy Hield etwa spielt in dieser Saison unter seinen Möglichkeiten und Ball-Movement ist keine Stärke dieses Teams, aber trotzdem: Die Offense ist nicht das Problem der Kings. Das findet sich am anderen Ende des Courts, oder, um es mit Head Coach Luke Walton zu sagen: "Bevor wir nicht besser verteidigen, werden wir uns schwer tun, Spiele zu gewinnen."

Stimmt. Sacramento hat seit der angesprochenen Positivserie zwölf von 15 Spielen verloren, darunter zeitweise neun in Folge, weil die Defense so porös ist wie, nein, es gibt tatsächlich keinen passenden Vergleich.

Sacramento hat die schlechteste Defense aller Zeiten

Das Defensiv-Rating der Kings ist mit 118,8 Punkten pro 100 Ballbesitzen das schlechteste der NBA-Geschichte, und die visuellen Eindrücke bestätigen das: Kein Team leistet so wenig Gegenwehr am eigenen Korb, von fast überall auf dem Court können Gegner ziemlich unbehelligt und effizient abschließen. Was angesichts des Kaders wiederum auch keine Riesenüberraschung ist.

Für das neue Front Office unter Monte McNair galt die laufende Saison stets als "Übergangsjahr", wie The Athletic berichtet: Es sollte evaluiert werden, was die jungen Spieler bringen, weshalb offensichtliche Schwachstellen in der Offseason nicht angegangen wurden. Besondes eklatant zeigt sich das in der Starter-Rolle von Marvin Bagley, der zwar immer wieder Ansätze zeigt, defensiv aber noch sehr weit von einem NBA-Spieler entfernt ist. Womit er immerhin gut zu Hield passt.

Die Kings leisten es sich, einem Talent wie Bagley die Minuten zu geben, was richtig ist - für die Zukunft des Teams ist der 23-Jährige ja in der Theorie wichtiger als ein Veteran, den man vielleicht für ein, zwei Jahre hätte verpflichten können (oder einer, der schon im Kader steht, wie Nemanja Bjelica). Die Resultate sind nur in der Zwischenzeit eben teilweise ziemlich grauenhaft.

Kings: Luke Walton ist sicher

Die Franchise will sich - für den Moment zumindest - Zeit lassen mit ihrer Evaluation. Das rettet trotz anhaltender Kritik wohl auch Walton, der nicht vom aktuellen Front Office ausgewählt wurde; die Kings stecken allerdings in finanziellen Schwierigkeiten und haben daher Berichten zufolge auch keine Lust, schon wieder einen Coach zu entlassen und weiter zu bezahlen.

Für die Spieler gilt das indes nicht. Fox und Haliburton stehen sicherlich nicht zur Debatte, bei allen anderen Akteuren im Kader dürften die Kings aber wohl zumindest zuhören, wenn sich Interessenten melden. Und das wird passieren, einige Gespräche wurden Berichten zufolge schon geführt. Vor allem zwei Veteranen dürften für Teams, die wirklich etwas reißen wollen, sehr reizvoll sein.

Trade Deadline: Harrison Barnes als großer Preis

Zum einen ist da Bjelica. Der Serbe bat im Januar selbst darum, aus der Rotation genommen zu werden, weil er angeblich die "Bevorzugung" von Bagley nicht ertrug, mittlerweile zeigt er aber doch wieder beständig seinen Wert: Bjelica ist ein starker Passer und Schütze, der auch mal im Post Mismatches bestrafen kann. Ein Trade von ihm gilt als nahezu sicher, irgendein Team dürfte sich schon bald über einen neuen Stretch-Big freuen.

Etwas komplizierter ist die Situation bei Harrison Barnes. Der frühere Mav spielt derzeit vermutlich seine beste, weil effizienteste NBA-Saison überhaupt (16,8 Punkte, 62,2 Prozent True Shooting) und dürfte in Sachen Trade-Wert noch nie so ein hohes Ansehen genossen haben. Für Teams wie Boston, aber auch Miami oder Denver würde er potenziell viele Probleme lösen, da er vielseitig scoren und defensiv auf beiden Forward-Positionen durchaus dagegenhalten kann.

Die Frage ist nur, ob Sacramento ihn überhaupt abgeben will. Barnes genießt höchsten Respekt in der Gemeinde und in der Franchise, was nicht zu unterschätzen ist. Er ist mit 28 Jahren deutlich älter als Fox und Haliburton, aber auch nicht so alt, dass man ihn nicht weiter als Mentor der beiden jungen Guards beschäftigen könnte, zumal sein Vertrag noch zwei weitere Jahre gültig ist.

Stehen auch Buddy Hield und Richaun Holmes zur Verfügung?

Die Kings werden ihn also nicht verramschen - aufgrund der schieren Anzahl potenzieller Interessenten bleibt ein Trade dennoch recht wahrscheinlich. Natürlich könnten die Kings auch versuchen, stattdessen Hield auf den Block zu setzen.

Buddy Buckets spielt zwar nicht seine beste Saison, beim True Shooting produziert er sogar aktuell den niedrigsten Wert seit seiner Rookie-Saison (54,3 Prozent). Doch an seinen stärksten Tagen gibt es nach wie vor nur eine Handvoll bessere Shooter als ihn. Auch er dürfte potenziell einen ziemlich großen Gegenwert bringen.

Ein Fragezeichen steht auch hinter Richaun Holmes, dem in dieser Saison mit großem Abstand besten Big Man im Kings-Kader. Holmes dürfte ab der kommenden Saison weitaus mehr Geld verdienen als die aktuell 5 Millionen Dollar, doch will Sacramento das zahlen, wenn Bagley perspektivisch ein Fünfer sein soll?

Und ist das wiederum realistisch, wenn man sich vor Augen führt, dass Holmes der Plus/Minus-King ist (+12,2), während die Kings in den Minuten mit Bagley auf der Fünf ein Net-Rating von -16,4 aufweisen? Zumal: Auch Bagley ist aktuell Berichten zufolge für ein gutes Angebot zu haben.

Sacramento Kings: Wie geht es weiter?

Die Kings stehen an einem interessanten Punkt und es ist gut möglich, dass ihr Kader in zehn Tagen schon ganz anders aussehen wird. Für zumindest einige der Veteranen könnte es schon bald die Möglichkeit geben, anderswo wieder echte Chancen auf legitimen Playoff-Erfolg zu haben.

Für Sacramento jedoch hat der nächste Versuch, in diese Richtung zu kommen, anscheinend gerade erst angefangen. Blickt man auf die sportlichen Resultate der Kings im letzten Jahrzehnt, trifft der Begriff "Übergangsjahr" allerdings nur bedingt zu. In Sacramento kennt man bald ja kaum noch etwas anderes.

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