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NBA: Wie sich Ray Allen und George Karl verkrachten - und die Bucks einen der schlechtesten Trades aller Zeiten einfädelten

Ray Allen scheiterte mit den Milwaukee Bucks 2001 erst in Spiel 7 der Ost-Finals an den Sixers.

Ray Allen ist Hall of Famer, zweifacher Champion mit den Boston Celtics und Miami Heat und der vor Stephen Curry beste Dreierschütze der Geschichte. Fast in Vergessenheit gerät da seine Zeit bei den Milwaukee Bucks. Dabei reifte er dort zum Star - und wurde 2003 völlig überraschend getradet. Der Grund: Das toxische Verhältnis zu Head Coach George Karl.

Februar 2003, so lange muss es wohl schon her sein, seit er das letzte Mal ein Wort mit George Karl gewechselt hat, überlegte Ray Allen im Dezember des vergangenen Jahres in einem Interview mit dem Milwaukee Journal Sentinel. Fast 17 Jahre herrschte damit schon Eiszeit zwischen dem zweifachen Champion und seinem ehemaligen Head Coach.

Viereinhalb Jahre lang gab Karl dem heute 45-Jährigen Anweisungen von der Seitenlinie, gemeinsam feierten sie in der Anfangsphase der späteren Hall-of-Fame-Karriere Allens erste große Erfolge. Natürlich sind Coach und Star-Spieler in den seltensten Fällen beste Freunde. Das genaue Gegenteil erwartet man nach einer jahrelangen Symbiose aber auch nicht unbedingt.

Und doch: "Ich habe nicht das Bedürfnis, irgendwas zu ihm zu sagen", so Allen im Dezember 2019. "Es war klar, dass er mich nicht mochte. Er hat das getan, was er tun musste, um weiterzumachen. Ich kann meine Zeit oder meine Energie nicht mit Leuten verschwenden, die mich nicht mögen."

Das genaue Datum, wann Allen und Karl zum wohl letzten Mal miteinander gesprochen haben, lässt sich gut eingrenzen. Es dürfte ein Donnerstag gewesen sein, der 20. Februar 2003. Trade Deadline Day. Damals schockten die Bucks die NBA-Welt mit einem Blockbuster-Deal, der den damaligen Franchise-Star und Publikumsliebling Ray Allen zu den Seattle SuperSonics verschiffte.

Für die Fans in Milwaukee brach eine Welt zusammen. Noch Jahre später sollten sie auf diesen Trade als einen der schlechtesten und meistgehassten der Franchise-Geschichte zurückblicken.

Ray Allen und die Bucks: Ein Spiel von den Finals entfernt

Knapp sieben Jahre zuvor stieß Walter Ray Allen als Nr.5-Pick des Drafts 1996, einem der besten Jahrgänge aller Zeiten, zu den Bucks. Es dauerte nicht lange, bis sich der Shooting Guard einen festen Platz in den Herzen der Bewohner Wisconsins erspielt hatte. Einerseits aufgrund seines Engagements in der Community von Milwaukee, andererseits dank seiner Auftritte auf dem Parkett.

Ist Allen heute vor allem für seinen nahezu perfekten Jumper wie aus einem Guss sowie natürlich "He Got Game" berühmt, attackierte der hervorragende Athlet in seinen frühen Jahren auch äußerst gerne und spektakulär den Korb. So viel Spaß wie mit Allen hatten die Bucks-Fans seit Mitte der 80er Jahre, als Sidney Moncrief sein Unwesen trieb, nicht mehr.

1998 übernahm Karl an der Seitenlinie, dazu komplettierten die Bucks im Laufe der Saison ihre "Big Three" mit Sam Cassell. Mit Allen, Cassell und dem früheren Nr.1-Pick Glenn Robinson sowie Karls offensiver Spielweise kam schließlich der Erfolg nach Milwaukee. Und nicht zuletzt Allens stetige Entwicklung machte die Bucks zu einem Spitzenteam.

In der Spielzeit 1999/2000 knackte der Scharfschütze erstmals die 20-Punkte-Marke über die komplette Saison und wurde in sein erstes von zehn All-Star Teams gewählt. Ein Jahr später führte er sein Team mit starken Leistungen bis in Spiel 7 der Conference Finals gegen die Philadelphia 76ers. Dort war nach 44 Punkten von Allen Iverson zwar Schluss, Allen hatte mit 27,1 Zählern über die Serie dennoch seine Duftmarke hinterlassen.

Trade Deadline 2003: Der Fan-Liebling muss gehen

Doch auch die knapp verpassten Finals, es wären die ersten seit den glorreichen Zeiten von Kareem Abdul-Jabbar und Oscar Robertson gewesen, konnten in den Folgejahren nicht darüber hinwegtäuschen, dass es hinter den Kulissen rumorte. 2001/02 verpassten die Bucks die Postseason, im Sommer musste Robinson gehen.

Gut ein halbes Jahr später, im Februar 2003, standen die Bucks bei einer mageren Bilanz von 27 Siegen zu 26 Niederlagen auf dem siebten Rang im Osten, als General Manager Ernie Grunfeld und Coach Karl die eigenen Fans schockten und Allen seine Koffer packen musste.

Gemeinsam mit Ronald Murray, Kevin Ollie und einem 2003er Erstrundenpick (der sich später als Luke Ridnour herausstellen sollte) wurde der kurz vor seiner Blütezeit stehende, 27 Jahre alte Fan-Liebling und Leading-Scorer der Bucks für einen 34-jährigen Gary Payton und Desmond Mason in den Westen verschifft. In erster Linie aufgrund von Animositäten zwischen Karl und Allen.

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