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NBA - Jakob Pöltl von den San Antonio Spurs im Interview: Jersey-Gate? "Das durfte ich mir einige Zeit anhören"

Von Freddy Harder
Jakob Pöltl spielt seit 2018 bei den San Antonio Spurs.

Jakob Pöltl hat bei den San Antonio Spurs im Moment einen schweren Stand und kommt nur rund 15 Minuten pro Spiel zum Einsatz. Im Interview mit SPOX und DAZN plauderte der Wiener über seine Saison, Gregg Popovich und auch Tim Duncan.

Außerdem sprach Pöltl über sein unfassbares Missgeschick, als er bei einem Spiel gegen die L.A. Clippers vergaß, sich ein Jersey überzustreifen. Auf DAZN ist das komplette Feature "Jakob Pöltl - Ein Österreicher in Texas" zu sehen.

Anmerkung der Redaktion: Das Interview fand vor der Verletzung statt, die Pöltl wochenlang ausfallen lässt. Deshalb wurde sie im Gespräch nicht thematisiert.

Herr Pöltl, wir müssen es fragen: Wie fühlt man sich, wenn man sein Trikot vergisst?

Jakob Pöltl: Ich war ziemlich verwirrt. Ich stand auf dem Court und wusste erst nicht, was ich machen soll. Erst dann hat es geklickt, ich bin zurück in die Kabine gerannt. Gottseidank war es für alle lustig, der Coach hat auch drüber gelacht. Das hat dann schon gepasst.

Was wurde Ihnen denn im Nachhinein zugerufen?

Pöltl: Ich durfte mir das noch einige Zeit anhören. Letztens hat mich sogar noch einmal ein Referee gefragt, ob ich denn diesmal mein Jersey anhabe. Wie gesagt, ich habe das wohl eh verdient.

Die Spurs haben 22-mal in Folge die Playoffs erreicht, dieses Jahr könnte es schwierig werden. Wie sehen Sie die Chancen, dass es doch noch klappt?

Pöltl: Die vergangenen Wochen haben uns ein wenig zurückgeworfen. Wir brauchen jetzt eine Siegesserie. Das wird nicht leicht, wir liegen schließlich einige Spiele hinter Memphis. Wir werden ein wenig Hilfe brauchen, aber wir werden alles versuchen, solange es rechnerisch möglich ist.

Die Trade Deadline ist in San Antonio mal wieder ruhig verlaufen. Trotzdem die Frage: Wie haben Sie das so erlebt?

Pöltl: Das ist immer eine etwas komische Zeit. Auch wenn man glaubt, dass man sicher ist und nicht getradet wird, kann immer etwas passieren. Wenn der richtige Deal auf dem Tisch liegt, dann geht das oft recht schnell. Man merkt dann, dass im Team zu dieser Zeit eine etwas komische Stimmung herrscht. Meistens lachen wir auch darüber, aber wenn dann doch jemand getradet wird, ist das schon komisch. Man hat es immer im Hinterkopf.

Sie spielen jetzt Ihr zweites Jahr in San Antonio. Wie haben Sie sich eingelebt?

Pöltl: Ich fühle mich schon wohl, die Saison ist allerdings eher mäßig gelaufen. Es gab viele Höhen und Tiefen, auch für mich persönlich. Eine Zeit lang ist alles sehr gut gelaufen, im Moment bin ich ein wenig im Tief. Ansonsten bin ich aber zufrieden, wir haben coole Coaches, eine gute Kabine und coole Typen, mit denen ich auch neben dem Feld Dinge unternehme.

Jakob Pöltls Statistiken in der NBA

SaisonTeamSpieleMinutenPunkteFG%ReboundsBlocks
2016/17Raptors5411,63,158,33,10,4
2017/18Raptors8218,66,965,94,81,2
2018/19Spurs7716,55,564,55,30,9
2019/20Spurs5816,65,361,95,31,4

Können solche Aktivitäten mit Mitspielern außerhalb des Basketballs auch helfen?

Pöltl: Nein, ich muss einfach weitermachen, hart trainieren. Ich weiß ja, dass ich es besser kann. Für mich ist wichtig, dass ich abseits des Basketballs genug Ruhe und Schlaf bekomme. Nach vier, fünf Monaten in der Saison fehlt einem am Ende des Spiels auch schon einmal die Energie. Deswegen steht die Vorbereitung und Regeneration immer an oberster Stelle, damit ich im Spiel frisch sein kann.

Sie haben die Coaches angesprochen. Da steht mit Gregg Popovich ein interessanter Typ an der Spitze.

Pöltl: Er ist sehr emotional und das beinhaltet das komplette Spektrum. Er kann voll über uns drüberfahren oder aber mit uns lachen und Witze reißen. Wenn wir nach Spielen Essen gehen, ist er ein cooler Typ. Er kommt dann immer mal zu den Tischen der Spieler und reißt seine Witze. Über sein Wissen über Basketball muss man glaube ich nicht viele Worte verlieren, seine Erfolge sprechen da für sich.

Gegenüber den Medien ist er immer recht kurz angebunden. Wie ist das mit den Spielern? Was meinen Sie mit 'drüberfahren'?

Pöltl: Wenn er merkt, dass wir auf dem Feld nicht alles geben, dann schreit er dich schonmal ordentlich an. Er lässt dich dann seinen Zorn spüren. Den Medien gegenüber ist er aber deutlich kürzer angebunden als gegenüber uns Spielern.

Dazu steht auch Tim Duncan als Assistant Coach zur Verfügung. Als Big Man arbeiten Sie sicher viel mit ihm. Beschreiben Sie ihn mal für uns.

Pöltl: Er ist immer locker drauf. Es fühlt sich fast so an, als ob er immer noch einer der Spieler ist. Mit knapp über 40 ist er ja auch noch recht jung im Vergleich zu anderen Coaches. Er hat so viel in seiner Karriere erreicht und dafür ist er total auf dem Boden geblieben. Es ist schon cool, wenn man mit ihm trainieren darf und ihn dann auch noch als Freund hat.

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