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NBA - Pro und Contra zur Causa Kawhi Leonard: Bestform geht nur mit Load Management

Von Robert Arndt und Philipp Jakob
Kawhi Leonard spielt seit diesem Sommer für die L.A. Clippers.

Das berühmt-berüchtigte Load Management von Kawhi Leonard sorgt derzeit wieder für Diskussionen in der NBA-Welt. Sind die Ruhepausen für den Star der L.A. Clippers sinnvoll oder eine große Scharade? Ein Pro und Contra.

Schon in der vergangenen Saison waren die zahlreichen Verschnaufpausen von Kawhi Leonard während der regulären Saison im Trikot der Toronto Raptors ein immer wieder kehrendes Thema. Eigentlich verbieten die NBA-Regularien, dass Star-Spieler in Topspielen, die im nationalen Fernsehen übertragen werden, geschont werden. Doch der 28-Jährige führt dieses Load Management auch 2019/20 fort.

Von den ersten acht Clippers-Partien setzte Leonard zwei Spiele aus, zuletzt auch das Topspiel gegen die Bucks, das in den USA landesweit auf ESPN zu sehen war. Anschließend nahm die Liga das Load Management der Klaue sogar in Schutz, nur um kurz darauf Clippers-Coach Doc Rivers für widersprüchliche Aussagen mit einer Geldstrafe zu belegen.

Doch ist das Schonen der Star-Spieler in Ordnung, ja sogar sinnvoll? Oder ist das Load Management mittlerweile nur noch albern?

Kawhi in Bestform? Das geht nur mit Load Management

von Philipp Jakob

Die Saison ist zu lange. Punkt. 82 Spiele in der regulären Saison plus ein eventueller, tiefer Playoff-Run sind einfach zu viel, selbst für den durchtrainierten Körper eines NBA-Spielers wie Kawhi. Es ist nicht verwunderlich, dass diese entsprechend Möglichkeiten suchen, sich im Laufe der sechsmonatigen Regular Season zu schonen.

Vor allem, da nicht jede einzelne dieser 82 Partien vor Bedeutung strotzt - und Kawhi aktuell nicht topfit ist. Es geht den Clippers nicht darum, die NBA und die Fans an der Nase herumzuführen. Es geht ihnen um die Gesundheit ihres Franchise-Stars und darum, weitere Verletzungen zu verhindern.

Klar ist es für die TV-Anstalten und auch für die Fans schade, wenn ein Star eines Kalibers von Kawhi oder LeBron James aussetzt, doch für das jeweilige Team spielt das nur eine untergeordnete Rolle. Das große Ziel aller 30 Franchises ist es schließlich, einen Titel zu gewinnen. Die Championship wird allerdings nicht an einem trüben Novembertag entschieden, sondern erst in den Finals Anfang Juni. Dann sollen alle wichtigen Spieler möglichst ihr Maximum abrufen können.

Genau mit diesem Gedankengang sind die Toronto Raptors in die vergangene Saison gegangen. Die Kanadier hatten mit ihrem Konzept des mittlerweile berühmt-berüchtigten Load Managements Erfolg. Die Klaue verpasste in der regulären Saison 22 Spiele (nicht alle aufgrund von Ruhepausen), in den Playoffs überragte er, zeitweise immer noch angeschlagen, mit 30,5 Punkten, 9,1 Rebounds und 3,9 Assists. Damit führte er die Raptors als Finals-MVP zur ersten Championship.

Und ist es nicht das, was alle sehen wollen? Von einem Kawhi in Bestform profitierte schließlich nicht nur Toronto als siegreiches Team, sondern auch die Fans. Dieselben, die sich im November noch über die Verschnaufpausen von Kawhi beschwerten, feierten in der Postseason dessen bärenstarke Auftritte. Und davon soll es noch mehr geben. Entsprechend ist es richtig, dass Leonard sich Ruhepausen gönnt.

Die Statistiken von Kawhi Leonard seit 2016

SaisonTeamSpiele / MinutenPunkteReboundsAssistsFG%3FG%
2016/17Spurs74 / 33,425,55,83,548,538
2017/18Spurs9 / 23,316,24,72,346,831,4
2018/19Raptors60 / 3426,67,33,349,637,1
2019/20Clippers7 / 30,9298,15,446,230,6
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