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NBA - Die Los Angeles Lakers in der Offseason: Tabula Rasa für ein letztes Hurra von LeBron James

LeBron James wird im Dezember 35 Jahre alt.

Trotz LeBron James verpassten die Los Angeles Lakers in der vergangenen Saison deutlich die Playoffs im Westen. Das blieb nicht ohne Folgen, im Sommer war Tabula Rasa angesagt. Mit Anthony Davis kam per Trade ein Wunschspieler, ein anderer sagte dagegen ab. Können die Lakers trotzdem um den Titel mitspielen?

Los Angeles Lakers: Die Transaktionen

Gerade einmal sechs Spieler aus der vergangenen Saison übriggeblieben, darunter Alex Caruso, der die meiste Zeit in der G-League verbrachte. Einige Akteure wurden dagegen nicht verlängert, dazu schickten die Lakers für Anthony Davis gleich sechs Spieler nach Washington und New Orleans.

Gleichzeitig gaben die Lakers auch noch die Rechte an No.4-Pick De'Andre Hunter an die Pelicans ab, die zudem zwei Erstrundenpicks (2021, 2024) und das Recht, im Jahr 2023 den Pick zu tauschen, erhielten.

Neben all dem neuen Personal wurde auch der Coach ausgetauscht. Luke Walton steht inzwischen für die Sacramento Kings an der Seitenlinie, während die Lakers sich Absagen von Monty Williams (jetzt Phoenix) und Ty Lue (Assistant Coach Clippers) einhandelten und dann schlussendlich Frank Vogel als neuen Coach präsentierten. Außerdem kam Jason Kidd als Assistant Coach, nachdem sich dieser ebenfalls wochenlang um den Posten des Chefs beworben hatte.

Los Angeles Lakers: Die Zugänge

  • Anthony Davis (Trade, Pelicans)
  • Danny Green (Free Agent: 2 Jahre, 30 Millionen Dollar, Raptors)
  • Avery Bradley (Free Agent: 2 Jahre, 9,8 Mio., Grizzlies)
  • DeMarcus Cousins (Free Agent: 1 Jahr, 3,5 Mio., Warriors)
  • Quinn Cook (Free Agent: 2 Jahre, 6 Mio., Warriors)
  • Jared Dudley (Free Agent: 1 Jahr, 2,6 Mio., Nets)
  • Dwight Howard (Free Agent: 1 Jahr, 2,6 Mio., Grizzlies)
  • Troy Daniels (Free Agent: 1 Jahr, 2,03 Mio., Suns)

Los Angeles Lakers: Die Abgänge

  • Lonzo Ball (Trade, Pelicans)
  • Josh Hart (Trade, Pelicans)
  • Brandon Ingram (Trade, Pelicans)
  • Isaac Bonga (Trade, Wizards)
  • Moritz Wagner (Trade, Wizards)
  • Jemerrio Jones (Trade, Wizards)
  • Mike Muscala (Free Agent, Thunder)
  • Reggie Bullock (Free Agent, Knicks)
  • Tyson Chandler (Free Agent, Rockets)

Los Angeles Lakers: Die Verlängerungen

  • Kentavious Caldwell-Pope (2 Jahre, 16,6 Mio.)
  • JaVale McGee (2 Jahre, 8,2 Mio.)
  • Alex Caruso (2 Jahre, 5,5 Mio.)
  • Rajon Rondo (2 Jahre, 5,2 Mio.)

Los Angeles Lakers: Die wichtigsten Statistiken 2018/19

Bilanz Regular SeasonOffensiv-RatingDefensiv-RatingNet-Rating
37-45 (Platz 10 im Westen)107,4 (24.)108,9 (13.)-1,6 (22.)

Los Angeles Lakers: Die Strategie

Es gibt nur ein Ziel in Hollywood und das lautet Championship. Der komplette Sommer war darauf ausgerichtet, James ein schlagkräftiges Team an die Seite zu stellen, um die letzten Jahre seiner Prime maximal nutzen zu können. Dafür wurde Davis für einen hohen Preis aus New Orleans losgeeist, dafür jagten die Lakers in der Free Agency auch Kawhi Leonard, um eine neue Big Three zu installieren.

Die Klaue entschied sich jedoch für die Clippers, weswegen die Lakers ihren Kader mit zahlreichen Veteranen auffüllten. Rondo, Green, Bradley, Dudley oder auch Howard sind alles gestandene Spieler, welche über Jahre Erfahrungen in den Playoffs sammelten, meist aber schon über ihren Zenit hinaus sind.

Das nahm General Manager Rob Pelinka aber wohlwissend in Kauf, nachdem das Experiment mit LeBron und einigen aufstrebenden jungen Spielern wie Ball, Hart oder Ingram scheiterte. Lediglich Kyle Kuzma ist vom einstigen jungen Kern übriggeblieben.

Diese neue Ausrichtung birgt aber auch Risiken. Davis kann (und wird) im Sommer 2020 aus seinem Vertrag aussteigen und erstmals Free Agent werden. Stand jetzt erscheint ein Wechsel sehr unwahrscheinlich, aber wenn man den Zirkus um die Lakers im vergangenen Jahr betrachtet, sollte man wohl niemals nie sagen.

Der Kader der Los Angeles Lakers

Poiint GuardShooting GuardSmall ForwardPower ForwardCenter
Rajon RondoDanny GreenLeBron JamesAnthony DavisJaVale McGee
Alex CarusoAvery BradleyKentavious Caldwell-PopeKyle KuzmaDwight Howard
Quinn CookTroy DanielsZach Norvell Jr. (Two-Way)Jared Dudley(DeMarcus Cousins)
Talen Horten-Tucker Kostas Antetokounmpo (Two-Way)


Los Angeles Lakers: Die Schwachstellen

Es dürfte kaum zu vermeiden sein, dass diese zusammengewürfelte Truppe zu Beginn noch nicht perfekt harmonieren wird. Das ist aber gerade bei Teams mit LeBron nicht unüblich, da dieser meist das Geschehen auf dem Feld diktiert und alle anderen sich anpassen müssen. Das wird wohl auch für Coach Vogel gelten.

Dazu muss die Frage gestellt werden, wer in diesem Team mit Ausnahme von Davis und Green eigentlich verteidigt. Gerade auf dem Flügel könnte es große Löcher geben, im Hinblick auf ein Duell mit den Clippers könnte dies verheerende Folgen haben. LeBron, Bradley und Rondo waren sicher alle mal starke Verteidiger, leben inzwischen aber vor allem von ihrem Ruf.

Dazu könnte die Balance im Team fehlen. So ist der Flügel mit jede Menge Spielern vollgestopft, während es auf Point Guard nur begrenzte Mittel in Rondo, Cook und Caruso gibt. Gleiches gilt für die Fünf, wo viel von der Verfassung und Bereitschaft von Dwight Howard abhängt, es sei denn, Davis erklärt sich überraschend dazu bereit, viele Minuten auf Center abzureißen. Da sich Cousins im Sommer einen Kreuzbandriss zuzog und wohl die gesamte Saison verpasst, ist diese Position alles andere als ideal besetzt.

Los Angeles Lakers: Der Hoffnungsträger

Geht es nach den Lakers, lautet die Antwort an dieser Stelle Kyle Kuzma. Nach der Kawhi-Absage soll der 24-Jährige der dritte Star hinter James und Davis werden. Blickt man auf seine reinen Stats, durchschnittlich 18,7 Punkte und 5,5 Rebounds, mag dies seine Berechtigung haben.

Um aber ein echter Star zu sein, präsentierte sich Kuzma bisher zu eindimensional und unkonstant. An guten Tagen kann Kuzma explodieren, an schlechten aber unbrauchbar sein. Kuzma ist maximal ein mittelmäßiger Passgeber, kein guter Verteidiger und als Schütze extrem streaky. So traf er in seiner Rookie-Saison zwar 36,6 Prozent seiner Dreier, um in seinem zweiten Jahr aber auf 30,3 bei ähnlichem Volumen abzusacken.

Starkes Shooting werden die Lakers um ihr Star-Duo aber brauchen. James und Davis werden abliefern, wenn sie fit sind. Kuzma bleibt die Wildcard, der jede Menge Freiräume bekommen wird und diese dringend nutzen muss.

Los Angeles Lakers: Das Fazit

Das große Ziel der Offseason, ein weiterer Superstar neben LeBron, wurde mit dem Trade für Davis erreicht, auch wenn der Preis dafür wie erwartet hoch war. Beim Bieten um Leonard gingen die Lakers leer aus, ansonsten wären die Kalifornier der absolute Gewinner dieses Sommers gewesen.

So wurde der Kader mit den verbliebenen Resten der Free Agency notdürftig aufgefüllt, da sich die Klaue viel Zeit mit seiner Entscheidung ließ und viele gute Spieler dann schon weg waren. Der Kader kann sich trotzdem sehen lassen, auch wenn eventuell zu sehr auf Namen und weniger auf den Fit geachtet wurde. Trotzdem ist innerhalb weniger Wochen ein Contender im Westen entstanden.

Die Note: 2

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