Suche...
NBA

NBA - New York Knicks in der Offseason: Was sie schon alles sicher hatten

R.J. Barrett ist der neue Hoffnungsträger der New York Knicks.

Die New York Knicks wollten im Sommer Superstars und waren sich ihrer Sache ziemlich sicher - vielleicht zu sicher. Dennoch war die Offseason nicht die Katastrophe, als die sie teilweise dargestellt wurde. Nun müssen jedoch die richtigen Schritte folgen.

New York Knicks: Die Transaktionen

Über mindestens ein Jahr rankten sich Spekulationen darum, dass die Knicks im Sommer ein neues Superteam um einen gewissen Kevin Durant aufbauen könnten, und im Lauf der Saison präsentierte sich Besitzer James Dolan sehr zuversichtlich, dass sein Team mindestens einen Superstar an Land ziehen würde - daraus wurde jedoch nichts. Das "Superteam" entstand um die Ecke in Brooklyn.

Die Knicks angelten sich im Draft an Nr. 3 den wohl wichtigsten Neuzugang in R.J. Barrett, dazu wurde Ignas Brazdeikis in einem Pick-Trade für Kyle Guy aus Sacramento geholt. Die restlichen Aktivitäten ereigneten sich dann in der Free Agency, wo New York vor allem eine Position besonders stark ins Visier nahm.

Vier nominelle Power Forwards wurden verpflichtet: Julius Randle kam für drei Jahre und 62,1 Mio. Dollar (nur 4 Mio. im letzten Jahr garantiert), Taj Gibson für zwei Jahre und 20 Mio. (Team-Option im zweiten Jahr), dazu erhielten Bobby Portis und Marcus Morris jeweils Einjahresverträge über 15 Mio.

Auch auf dem Guard-Markt waren die Knicks dann aktiv, bei Wayne Ellington (2 Jahre, 16 Mio.), Elfrid Payton (2 Jahre, 16 Mio.) und Reggie Bullock (2 Jahre, 8,2 Mio.) ist im zweiten Vertragsjahr aber jeweils nur 1 Mio. garantiert. Bei Bullock (Bandscheibenvorfall) ist dabei fraglich, wann und ob er kommende Saison überhaupt spielen kann.

Lance Thomas (unbekannt), Henry Ellenson (Nets), John Jenkins (unbekannt) und Billy Garrett (unbekannt) verließen das Team, dafür zog New York erwartungsgemäß die 3,6-Mio.-Dollar-Option bei Allonzo Trier.

New York Knicks: Die wichtigsten Daten 2018/19

Bilanz Regular SeasonOffensiv-RatingDefensiv-RatingNet-Rating
17-65 (Platz 15 im Osten)104,0 (30.)112,9 (26.)-8,9 (28.)

New York Knicks: Die Strategie

Die Lottery, die den Knicks nicht das erhoffte goldene Zion-Williamson-Ticket verschaffte, sowie die Pläne von Durant und den anderen Stars machten den Knicks gleich mehrere Striche durch die eigene Rechnung. Sie mussten umplanen, und so sieht der dadurch entstandene Kader knapp zwei Monate nach der Free Agency auch aus.

Nicht, dass die einzelnen Verträge sinnlos wären oder dergleichen: Randle kann im Osten All-Star-Zahlen auflegen, Gibson bringt Veteranen-Präsenz, Bullock, Morris und Ellington bringen Shooting, Payton und Portis haben noch Potenzial und werden "getestet" - überhaupt wahren die neuen Verträge alle die Flexibilität, im Sommer 2021 hätte man Stand jetzt wieder Platz für zwei Max-Deals.

In der Zwischenzeit sollen sich die jungen Spieler entwickeln können, insbesondere Barrett, Mitchell Robinson und Kevin Knox sind die Schlüsselfiguren - und alle anderen dürfen zeigen, wie gut sie zu ihnen passen.

Der Kader der New York Knicks

Point GuardShooting GuardSmall ForwardPower ForwardCenter
Dennis Smith Jr.R.J. BarrettKevin KnoxJulius RandleMitchell Robinson
Elfrid PaytonAllonzo TrierMarcus MorrisBobby Portis
Frank NtilikinaDamyean DotsonWayne EllingtonTaj Gibson
(Reggie Bullock) Ignas Brazdeikis

New York Knicks: Die Schwachstellen

Vergangene Saison nannten die Knicks die schlechteste Offense der NBA sowie das drittschlechteste Net-Rating ihr Eigen - und eben die schlechteste Bilanz aller Teams. Es mangelt also nicht an Schwachstellen, gerade offensiv sollte das Team von David Fizdale zumindest ein wenig zulegen können.

Es fehlt jedoch weiter eine echte ordnende Hand, es sei denn, Dennis Smith kann einen großen Sprung in Richtung Floor General machen. Payton ist zumindest ein fähiger Passer, bei ihm ist eher der eigene Abschluss ein nach wie vor großes Problem. So wie die Offense generell bei Frank Ntilikina, bei dem die Uhr langsam immer lauter tickt.

Das Thema Ball-Movement wird ohnehin interessant. Gerade die Neuzugänge Randle, Morris und vor allem Portis gehen vor allem auf den eigenen Abschluss, was für Trier und Knox (vergangene Saison einer der ineffektivsten NBA-Spieler) ebenso gilt. Lässt sich hier wirklich Kohäsion finden? Wie verteilt man die Minuten im Frontcourt bei teils so ähnlichen Spielern?

Defensiv liegt zumindest das Potenzial vor, den Schritt zu einem glaubwürdigen Team zu machen, wobei auch das sehr von der Verteilung der Minuten und der Motivation einiger Spieler abhängt. Randle und Portis etwa investieren hier traditionell weitaus weniger Energie als am anderen Ende des Courts.

New York Knicks: Der Hoffnungsträger

Natürlich wollte man auch im Big Apple Zion haben, Barrett ist aber mehr als ein Trostpreis. Der Swingman von der Duke University ist ein vielseitiger Scorer, der auch als Playmaker Qualitäten mitbringt, trotz seiner erst 19 Jahre sind viele Fähigkeiten bei ihm schon weit entwickelt. Vor etwa einem Jahr galt er sogar noch als das interessantere Talent als Zion.

Das sei nun mal dahingestellt, aber Barrett hat das Zeug, ein echter neuer Knicks-Star zu werden. Fizdale wird viel Wert darauf legen, dass der Nr.3-Pick von Anfang an jede Menge Spielanteile erhält. Und das Front Office wird versuchen, nicht die gleichen Fehler zu begehen wie vor ihm mit Kristaps Porzingis.

New York Knicks: Das Fazit

An einigen Stellen wurde die Knicks-Offseason als "Katastrophe" bezeichnet, das schießt allerdings über das Ziel hinaus. Der erhoffte Sprung wurde nicht gemacht, anders als in der Vergangenheit (etwa 2010) hat man sich aber immerhin nicht die Flexibilität genommen oder die Zukunft verbaut. Die Knicks haben ein paar spannende junge Spieler, dazu winkt die Aussicht weiterer Free Agencys.

Dazu sei aber gesagt: Diese Luftschlösser werden in New York seit Jahren gebaut, nun wird schon wieder auf Namen wie Giannis Antetokounmpo oder Anthony Davis geschielt - irgendwann muss ja mal jemand anbeißen, oder? Vielleicht ist das Auftreten von Dolan aber problematisch genug, um auch die nächsten Star-Free Agents von den Knicks fernzuhalten.

Wenn etwas an dieser Offseason blamabel war, dann war es Dolans Auftreten, als er schon im März damit angab, wie viele Spieler gern nach New York kommen würden (Wenn IHR wüsstet, was wir schon alles sicher haben ...!). Daran muss man sich messen lassen. Der Rest war nicht weltbewegend, aber auch weit weg von einer Katastrophe.

Die Note: 4+

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung