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MLB: Los Angeles - Stadt der Engel ... und Homeruns

Cody Bellinger (l.) und Mike Trout sind die Homerun-Leader und MVP-Favoriten der National und American League 2019.

Los Angeles beheimatet zwei MLB-Teams, die aber nicht unterschiedlicher sein könnten. Während die Dodgers auf grandiose Kadertiefe setzen, stehen bei den Angels einzelne Stars im Mittelpunkt. Die einen greifen jährlich nach den Sternen, die anderen dagegen sind meist nur eine Randnotiz.

Los Angeles, die Stadt der Engel. Hollywood. Die Stadt der Schönen und Reichen.

Es gibt viele Umschreibungen für Los Angeles/Kalifornien. Und es gibt zahlreiche Sportteams in dieser Stadt beziehungsweise in der generellen Umgebung dieser. Im Baseball sind dies die Los Angeles Dodgers, die vor über 60 Jahren aus Brooklyn gen Westen gezogen sind. Und dann wären da noch die einst California und einst Anaheim Angels, die heute schlicht als Los Angeles Angels antreten.

Beide Teams haben gewisse Gemeinsamkeiten. Beide stellen etwa aktuell die Anführer ihrer jeweiligen Homerun-Ranglisten. Auf der einen Seite ist es Cody Bellinger, der sogar die MLB mit 42 Long Balls anführt. Auf der anderen Seite steht Mike Trout, der unbezweifelt beste Spieler im Baseball. Er steht ebenfalls bei 42 Homeruns in der American League. Für beide sind es schon jetzt Karrierebestwerte.

Beide Spieler gelten aktuell zudem als Favoriten auf die jeweiligen MVP-Titel, weil sie aus ihren Teams wie sonst niemand herausragen.

Bellinger vs. Trout 2019: Der Statistik-Vergleich

Cody BellingerStatistikMike Trout
42Homeruns42
100RBI98
1.091OPS1.104
180OPS+188
8,1WAR*8,1

Dodgers vs. Angels: Der Traum von einer Freeway Series

Doch ansonsten befinden sich diese Franchises keineswegs auf Augenhöhe. Es sind zwar nur knapp 44 Kilometer Luftlinie zwischen dem Angel Stadium in Anaheim und Chavez Ravine, wo das Dodger Stadium beheimatet ist. Doch näher als diese 35 Autominuten kommen sich beide wohl so schnell nicht mehr.

Der ewige Traum von einer Freeway Series zwischen beiden Klubs in der World Series wird ein solcher bleiben. Zu gegensetzlich haben sich beide Teams seit geraumer Zeit entwickelt.

Während die Angels den schillerndsten Star dieses Sports stellen und ihn medienwirksam vor der Saison mit dem größten Vertrag in der US-Sport-Geschichte ausgestattet haben, kommen die Dodgers eher mit mannschaftlicher Geschlossenheit und zahllosen No-Names daher.

Nicht falsch verstehen: Die Angels haben durchaus noch andere klangvolle Namen nach Anaheim gelotst. Etwa den einstigen Superstar Albert Pujols oder kürzlich Japans Shootingstar Shohei Ohtani. Doch dies bleiben eben auch die alleinstehenden größeren Ausnahmen, die zwar für Schlagzeilen, nicht jedoch für nachhaltigen sportlichen Erfolg sorgen.

Los Angeles Angels warten seit 2014 auf die Playoffs

Die Angels warten vielmehr seit 2014 auf eine Playoff-Teilnahme und Trout selbst hat in seiner schon jetzt wohl sicheren Hall-of-Fame-Karriere (seit 2011) noch kein Playoff-Spiel gewonnen.

Auf der anderen Seite die Dodgers. Sie haben seit 2013 durchgehend die National League West gewonnen und standen 2017 und 2018 jeweils als National League Champion in der World Series. In diesem Jahr sind sie zudem auf Kurs, zum zweiten Mal innerhalb der letzten drei Jahre mehr als 100 Spiele zu gewinnen.

Bellinger mag in diesem Jahr herausstechen, doch stellen die Dodgers auch eine der besten Pitching Rotations der Liga, angeführt von Shootingstar Walker Buehler und Altmeister Clayton Kershaw. Die Rotation ist so tief besetzt, dass die eigentliche Nummer 3, Hyun-Jin Ryu, Baseball mit einem 1.64 ERA, der historische Ausmaße hätte, anführt.

Hinzu kommt die beste Offensive der National League, obwohl neben Bellinger kaum einer der Leistungsträger zu ganz großer Form aufgelaufen ist - nicht, dass viele derer die Saison verletzungsfrei durchlaufen hätten.

Bei den Dodgers jedoch macht dies alles nichts, da es ihnen immer wieder gelingt, neue brauchbare Talente aus ihrem schier unerschöpflichen Minor-League-System heraufzubeordern. Diese füllen dann die anfallenden Lücken. Und entweder werden sie dann selbst zu größeren Namen in der Branche - man denke an Allzweckwaffe Max Muncy im Vorjahr oder auch Catcher Will Smith, der dieser Tage groß aufspielt (213 OPS+). Oder sie fallen zumindest nicht negativ auf und machen einen soliden Job, der das Gesamtniveau nicht schmälert.

Los Angeles Angels: Rookies überzeugen nicht

Bei den Angels dagegen muss man schon länger suchen, um ein positives Beispiel ihrer Nachwuchsarbeit aufzutreiben. Also außer Mike Trout. Im derzeitigen MLB-Kader befinden sich unter den Positionsspielern zwei Rookies, Second Baseman Luis Rengifo (81 OPS+) und Third Baseman Matt Thaiss (69 OPS+), die beide deutlich unter Ligaschnitt spielen. Hinzu kommen die Starting Pitcher Griffin Canning (94 ERA+) und Patrick Sandoval (81 ERA+), ebenfalls weit unter Ligaschnitt unterwegs.

Die Dodgers hingegen folgen damit dem gleichen Grundprinzip wie zahlreiche andere erfolgreiche Mannschaften wie den Houston Astros, New York Yankees oder auch Chicago Cubs, die allesamt immer wieder Talente nach oben bringen, die sich dann auch gut anstellen.

Unterm Strich stehen die Dodgers damit 24 Spiele vor den Colorado Rockies und können schon jetzt fast sicher mit den Playoffs planen. Die Angels? Sie haben 17 1/2 Spiele Rückstand auf die Astros und sind auch in der Wildcard abgeschlagen.

Die einen haben den besten Spieler der Liga, die anderen eines der besten Teams. Auch wenn Baseball die individuellste aller Mannschaftssportarten ist, braucht es dennoch ein starkes Team, um Erfolg zu haben. Und keine Stadt verkörpert die Diskrepanz zwischen einzelnen Superstars und einem Superteam so sehr wie Los Angeles - und das nicht nur im Baseball ...

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