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Olympia

Neureuther scheidet aus

SID
Felix Neureuther hat eine Medaille verpasst
© getty

Der Traum von Felix Neureuther vom Olympiasieg oder wenigstens einer Medaille dauerte nur 90 Sekunden. Dann bekam er eine blaue Torstange zwischen die Beine - aus und vorbei.

Im zweiten Lauf des Slaloms bei den Olympischen Spielen in Sotschi, in dem Neureuther als Siebter des ersten Durchgangs auf der Jagd nach einer Medaille alles hatte riskieren wollen, war nach ungefähr der Hälfte des Kurses Schluss.

Unten im Ziel stand derweil Fritz Dopfer, 14. nach dem ersten Lauf, und zitterte mit einem Mal um eine Bronzemedaille. Ein Läufer nach dem anderen war langsamer - oder schied aus. Doch der letzte Läufer der Spitzengruppe, der nach dem ersten Lauf souverän führende Mario Matt, behielt die Nerven: Der Österreicher rettete seinen Vorsprung ins Ziel, und schubste Dopfer noch vom Podest.

Nur 0,05 Sekunden fehlten dem 26-Jährigen, um den großen Coup nach einem missratenen ersten und einem gelungen zweiten Lauf zu landen. Er und der zeitgleiche Stefano Gross aus Italien hätten nur auf das Podest gedurft, wenn Matt gepatzt hätte. So aber stand dort neben dem zweimaligen Weltmeister dessen Landmann Marcel Hirscher sowie der junge Norweger Henrik Kristoffersen.

Neureuther, acht Tage zuvor auf der Anreise zu Olympia verunfallt, ließ sich nach seinem Ausscheiden erst einmal in den Schnee sinken, eine Minute saß er da, Cheftrainer Charly Waibel, zufällig an der Stelle platziert, hockte sich neben ihn. Dann kam Neureuther wieder hoch und plauderte mit Ted Ligety, dem ebenfalls ausgeschiedenen Riesenslalom-Olympiasieger.

Nach dem ersten Lauf war Neureuther noch zuversichtlich gewesen, zumindest den Rückstand von 0,12 Sekunden auf Bronze aufzuholen. "Die Ausgangsposition ist super. Ich fühle mich sehr gut, im zweiten Lauf drück' ich einen runter, und dann schau'n wir mal, was die anderen machen." Das Bittere: Wäre Neureuther im Finale nur als Zweiter ins Ziel gekommen, es hätte gereicht für Medaille.

Für Neureuther war Sotschi ein ähnlich unangenehmes Erlebnis wie vier Jahre zuvor Olympia in Vancouver. Auch damals hatte er zuerst im Riesenslalom Rang acht belegt, auch damals war er dann mit der Hoffnung auf eine Medaille im Slalom rausgeflogen - allerdings im ersten Lauf. Dopfer wird auch nicht trösten, dass er als erster Deutscher seit Peter Roth 1992 (Rang 16) einen Olympiaslalom beendete.

In einem spannenden zweiten Lauf, den der Vater von Ivica Kostelic nach Ansicht von DSV-Alpindirektor "unwürdig für Olympia" in den schon arg ramponierten Hang platziert hatte, wäre Hirscher beinahe noch der Sprung auf Platz eins geglückt. Sein Lauf angesichts einer kaputten Piste aus einem Guss, aber am Ende doch 0,28 Sekunden zu langsam für den Sieg.

Das Warten auf eine deutsche Männer-Medaille im Slalom dauert damit weiter an: Vor 26 Jahren in Calgary war Frank Wörndl zu Silber gefahren. Ob Neureuther in vier Jahren in Pyeongchang noch mal am Start sein wird, ist ungewiss. Auch ohne eine Medaille des schon 29-Jährigen hat der DSV sein Ziel bei den Alpinen (3) schon mit den drei Frauen-Medaillen erfüllt.

Der Medaillenspiegel im Überblick

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