Wintersport

Ski Alpin: Kritik an Absage des Weltcup-Finales

SID
Kilian Albrecht nahm selbst an zwei Olympischen Spielen teil

Der Manager von Ski-Star Mikaela Shiffrin (USA) hat nach der Absage des Weltcup-Finals der alpinen Ski-Rennläufer im italienischen Cortina d'Ampezzo (18. bis 22. März) heftige Kritik am Internationalen Ski-Verband FIS geübt.

"Wie immer hat niemand die Rennläufer gefragt, ob sie fahren wollen oder nicht", bemängelte der frühere Weltcup-Läufer Kilian Albrecht bei Twitter. Das Saisonfinale war am Freitag wegen des Coronavirus abgesagt worden.

Albrecht zeigte auch sein Unverständnis über die Ablehnung der FIS, die Rennen in Are (Schweden) und Kvitfjell (Norwegen) auszutragen: Beide Orte hatten sich als gemeinsame Ersatzveranstalter angeboten. "Die FIS hätte genügend Geld gehabt, um Schweden und Norwegen bei der Organisation zu helfen", behauptete Albrecht, der gesamte Vorgang sei ein weiterer "Beweis für Missmanagement und totale Verzweiflung" seitens des Weltverbandes.

Der alpine Weltcup endet damit bereits in der kommenden Woche mit den Rennen der Frauen in Are (Riesenslalom, Slalom, Parallelslalom) und der Männer in Kranjska Gora/Slowenien (Riesenslalom, Slalom). Durch die Absage des finalen Rennen stehen Beat Feuz (Schweiz, Abfahrt) und Corinne Suter (Schweiz, Abfahrt und Super-G) als Disziplin-Weltcupsieger fest. Alle anderen Entscheidungen fallen an diesem und am kommenden Wochenende.

Der Italienische Skiverband Fisi, das Italienische Olympische Komitee, die Region Venetien und die Gemeinde Cortina hatten am Freitag vergeblich gegen eine Absage argumentiert. Bei einer Sitzung des FIS-Council standen die vorgesehenen Gastgeber alleine mit ihrem Vorschlag, die Rennen unter Ausschluss der Öffentlichkeit auszutragen. Das Finale war auch als Generalprobe für die WM 2021 in Cortina vorgesehen.

Cortina liegt in der vom Coronavirus stark betroffenen Region Venetien, die wiederum an das Krisengebiet Südtirol grenzt. Die Epidemie hat in Italien bereits 148 Todesopfer gefordert. Zahlreiche Sportevents sind in Italien mittlerweile abgesagt worden, darunter der Radsport-Klassiker Mailand-Sanremo und die traditionsreiche Fernfahrt Tirreno-Adriatico. Zudem sollen alle großen Sportveranstaltungen bis Anfang April ohne Zuschauer ausgetragen werden.

 

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