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Tennis

French Open: Psycho-Mätzchen oder ernste Verletzung? Novak Djokovic mal wieder in der Kritik

SID
Djokovic steht wieder einmal in der Kritik.

Nach dem Eklat von New York ist Novak Djokovic bei den French Open wieder in der Spur. Alles deutet auf ein Giganten-Finale gegen Rafael Nadal hin.

Novak Djokovic wollte sich auf keinen Fall in die Karten schauen lassen - die Konkurrenz um seinen großen Rivalen Rafael Nadal hörte sicher ganz genau zu. "Ich hatte einige Nackenprobleme und einige Schulterprobleme", sagte der Weltranglistenerste, nachdem er auf seinem Weg ins Halbfinale der French Open wieder einmal ärztliche Hilfe in Anspruch hatte nehmen müssen. Um seine genaue körperliche Verfassung machte der Serbe aber ein Geheimnis. "Ich bin immer noch im Turnier, also möchte ich nicht zu viel verraten", sagte Djokovic nebulös.

Wesentlich deutlicher wurden da andere. Pablo Carreno Busta etwa, den Djokovic im Viertelfinale soeben ausgeschaltet hatte, vermutete in den Behandlungspausen seines Bezwingers nicht mehr als Psycho-Mätzchen. "Das macht er immer, wenn das Match kompliziert für ihn wird", ätzte der Spanier: "Er spielt doch normal weiter, oder? Ich weiß nicht, ob er wirklich Schmerzen hat oder ob es etwas Mentales ist."

Mental zu verarbeiten hatte Djokovic zuletzt wahrlich viel - vor allem seine Disqualifikation bei den US Open, nachdem er im Achtelfinale ebenfalls gegen Carreno Busta mit einem unkontrolliert nach hinten geschlagenen Ball eine Linienrichterin am Hals getroffen hatte. Auch Djokovics Ex-Coach Boris Becker vermutete bei Eurosport, dass sein ehemaliger Schützling noch immer daran zu knabbern habe, was dieser vehement verneinte.

"Ich habe es schon oft gesagt: Ich bin darüber hinweg. Ich denke überhaupt nicht mehr daran, null Prozent", betonte Djokovic, der abseits des Eklats von New York in all seinen anderen 36 Matches des Jahres noch ungeschlagen ist.

Djokovic-Kritik: "Das tut er seit Jahren"

Er habe lediglich mit seinem Körper zu kämpfen gehabt, ergänzte der Serbe. Nach dem verlorenen ersten Satz gegen Carreno Busta ließ er einen Physiotherapeuten rufen und nahm ein medizinisches Timeout - und entschied die folgenden drei Sätze für sich.

"Es ist etwas, was er schon seit Jahren tut", schimpfte Carreno Busta hingegen: "Wenn er am Boden ist, fragt er nach dem Physio." Tatsächlich ist er mit dieser Ansicht nicht allein - schon seit Jahren begleiten Djokovic Vorwürfe von Kollegen, dass er seine vielen Behandlungspausen auch dazu nutze, den Rhythmus seines Gegners zu brechen.

Will Djokovic in Paris seinen 18. Grand-Slam-Titel gewinnen, wird dies freilich nicht reichen. Anders als Nadal, mit zwölf Triumphen in Roland Garros Rekordsieger und nur so durch das Turnier geprescht, zeigte Djokovic im Viertelfinale erstmals auch spielerische Schwächen und verlor erstmals einen Satz. Und doch hinterließen die beiden Topfavoriten bisher mit Abstand den besten Eindruck - alles andere als das Finale der Giganten wäre eine Überraschung.

Natürlich stapelten beide vor den Halbfinals am Freitag tief und lobten ihre Gegner. Der Grieche Stefanos Tsitsipas sei "einer der besten Spieler der Welt", sagte Djokovic, "ein kompletter Allroundspieler". Und auch Nadal warnte vor seinem Gegner Diego Schwartzman, schließlich hatte der Argentinier ihn nur drei Wochen zuvor in Rom schon auf Sand bezwungen. Das Match werde eine "Herausforderung", wie Nadal sagte: "Er hat viel Selbstvertrauen, aber ich werde bis zum Ende mein Bestes geben."

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