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Radsport

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SID
Bernhard Kohl wechselte 2007 vom Team T-Mobile zum Team Gerolsteiner
© Getty

Der Dopingskandal im österreichischen Sport hält das Land mit immer neuen Skandalen in Atem. Während die Wiener Ärztekammer ankündigte, gegen Dopingsünder streng vorgehen zu wollen, berichtete die Tageszeitung "Österreich", dass bei Tests von zwei heimischen Radteams zehn von dreizehn Fahrern positiv auf Epo getestet worden seien.

Die Tests wurden von den Doping-Fahndern der Nationalen Anti-Doping-Agentur NADA nach einer erfolgreichen Handy-Spionage durchgeführt.

Die Kontrolleure waren nach einer ersten Überprüfung schon wieder auf dem Heimweg. Als sie jedoch von der SOKO Doping des österreichischen Bundeskriminalamtes aufgrund abgehörter Handyanrufe den Hinweis erhielten, dass die Radprofis nach der Abreise der NADA-Crew zu Dopingmitteln gegriffen hätten, kehrten sie sofort um.Die Fahnder holten sich erneut Blutproben, die zur Analyse ins IOC-Labor nach Lausanne geschickt wurden.Dies berichtete das Blatt unter Berufung auf einen anonymen Zeugen.

Kohl-Geständnis schockt Österreich

Am Dienstagabend hatte der österreichische Radprofi Bernhard Kohl mit seinem zweiten Dopinggeständnis Österreich geschockt und und seinen Ex-Manager Stefan Matschiner schwer belastet. "Ich habe von ihm Epo, Wachstumshormone, Insulin und Testosteron bekommen. Außerdem hat er mir bei Blut-Transfusionen geholfen", sagte Kohl.

Zusätzlich gab der ehemalige Gerolsteiner-Profi, der bei der Tour de France 2008 Platz 3 belegt hatte, an, Kunde der Wiener Blutbank Humanplasma gewesen zu sein. Er sei mit Matschiner dreimal dort gewesen und habe dort Blutdoping durchgeführt.

Unterdessen soll sich Matschiner bei seiner Vernehmung kooperativ gezeigt haben. "Nun muss man verifizieren, ob seine Angaben auch richtig und vollständig sind", sagte Gerald Tatzgern, der Sprecher des Bundeskriminalamtes, der Nachrichtengagentur APA.

Aus für Österreich-Rundfahrt?

Unter dem Eindruck der täglich neuen Schreckensmeldungen droht der Österreich-Rundfahrt vom 5. bis 12. Juli das Aus. Rudolf Massak, der Generalsekretär des österreichischen Radsportverbandes, erklärte: "Wenn das alles so weitergeht, kann sich jeder ausrechnen, dass die Veranstaltung kippt."

Der österreichische Fernsehsender ORF gab bekannt, dass es zumindest keine Live-Übertragungen geben werde. Auch geplante Aufzeichnungen und Zusammenfassungen könnten gestrichen werden. Sollte der ORF auf eine Übertragung ganz verzichten, wird die Rundfahrt wohl abgesagt.

Ermittlungen gegen Dopingarzt

An den Kragen gehen soll es den Dopingärzten. Die Disziplinarkommission der Wiener Ärztekammer ermittelt gegen einen Wiener Kinderarzt, auch dem Labor Humanplasma droht Ungemach."Es ist ganz einfach ein Sumpf, der wirklich trockengelegt gehört", erklärte Ärztekammerpräsident Walter Dorner.

Der betreffende Arzt war zuletzt erneut von Triathletin Lisa Hütthaler schwer belastet worden. "Wir haben aufgrund der Medienberichte Disziplinaranzeige erstattet", sagte der Leiter der Rechtsabteilung der Ärztekammer, Thomas Holzgruber. Auch Ärzten aus dem Blutlabor Humanplasma in Wien-Alsergrund droht ein Disziplinarverfahren, auch wenn das Strafverfahren gerade eingestellt worden ist.

Kohl sei kein Kunde von Humanplasma

Die Dopingbeichte von Bernhard Kohl ist vermutlich strafrechtlich nicht relevant. Seine Aussagen beziehen sich auf eine Zeit, bevor das Doping-Gesetz in Kraft war. Die Ärzte könnten aber zumindest die Berufsethik verletzt haben. Das wird geprüft.

Dorner: "Das Netz ist sehr sehr eng gewoben, sodass uns da niemand durchrutschen kann." Humanplasma konnte Kohls Aussage, sich dreimal in den Räumlichkeiten der Humanplasma aufgehalten zu haben, weder bestätigen noch dementieren. Kohl sei aber kein Kunde von Humanplasma gewesen, so Unternehmenssprecherin Michaele Eisler am Donnerstag.

Eisler bestätigte aber, dass einer jener beiden Ärzte von Humanplasma, gegen die ermittelt worden war, von sich aus das Unternehmen gebeten habe, sein Vertragsverhältnis bis zur Klärung der nun erhobenen Vorwürfe ruhen zu lassen.

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