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Radsport

Armstrong droht Tour-Ausschluss

SID
Lance Armstrong droht der Ausschluss von der Tour de France
© Getty

Dem siebenmaligen Tour-Sieger Lance Armstrong droht möglicherweise der Ausschluss von der Tour de France 2009. "Es besteht eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass sie mir verbieten werden, die Tour zu fahren", sagte der 37-Jährige in einem Video, das auf der Homepage seiner Stiftung gegen Krebs veröffentlicht wurde.

Dem US-Amerikaner, der eigentlich sein Comeback bei der Frankreich-Rundfahrt geben wollte, könnte ein verzögerter Dopingtest zum Verhängnis werden. Dieser ist nach Angaben der französischen Anti-Doping-Agentur AFLD offiziell als Verstoß gegen die Anti-Doping-Regeln eingestuft worden.

Armstrong fürchtet nun den Ausschluss von der Großen Schleife, die er von 1999 bis 2005 sieben Mal in Serie gewann. Anschließend hatte Armstrong seinen Rücktritt erklärt. Der bereits seit Montag bekannte Vorfall hatte sich bei einer unangemeldeten Kontrolle in Südfrankreich ereignet.

Regel nicht respektiert

Dabei habe Armstrong die Regel nicht respektiert, wonach er bei einem Test unter direkter und ständiger Überwachung durch den Kontrolleur stehen müsse, teilte die AFLD mit. Bei der Kontrolle am 17. März in Saint-Jean-Cap-Ferrat wurden Armstrong Urin-, Blut- und Haarproben entnommen. Dabei wurden keine verbotenen Substanzen gefunden.

Allerdings war es zu einer 20-minütigen Verzögerung gekommen, weil Armstrong zunächst duschen gegangen war. Währenddessen ermittelte sein Astana-Teamchef Johan Bruyneel die offizielle Befugnis des unbekannten Kontrolleurs. Erst danach stellte sich Armstrong der Kontrolle.

Die AFLD hatte daraufhin Beschwerde beim Radsport-Weltverband UCI sowie bei der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) eingelegt. Den Vorfall beschrieb Lance Armstrong aus seiner Sicht als Sicherheitsmaßnahme.

Armstrong überrascht

"Ich kam von einem langen Trainingstag in Südfrankreich zurück und fand einen Mann, der mich vor dem Haus verfolgte. Er hielt mich an und sagte mir, dass er von einem französischen Labor käme, um mich zu testen."

Armstrong erklärte, vorher nie von einem solchen Vorgehen der französischen Behörden gehört zu haben. Bruyneel ergänzte.

"Ich habe den Kontrolleur gebeten, kurz zu warten. Vor ein paar Tagen hingen diverse Gestalten vor unserem Haus herum, deshalb habe ich Anne Gripper als Anti-Doping-Beauftragte der UCI angerufen. Sie versicherte mir, dass alles in Ordnung sei, und wir ließen die Leute herein."

Armstrong hat indes massive Rückendeckung von Weltverbands-Chef Pat McQuaid erhalten. Der Präsident des internationalen Radsportverbandes UCI kritisierte das Vorgehen der französischen Anti-Doping-Agentur AFLD scharf. "Die Franzosen haben in dieser Angelegenheit nicht sehr professionell gearbeitet", sagte der Ire in einem BBC-Interview.

McQuaid irritiert über Vorgehensweise

McQuaid gibt dem Astana-Kapitän mit seiner Einschätzung der damaligen Situation recht: "Sein Teammanager Johan Bruyneel hat mich bei der UCI angerufen und dann von unserer Anti-Doping-Managerin Anne Gripper die Bestätigung erhalten, dass die AFLD-Kontrolle in Ordnung sei. Bis dahin hatte Armstrong jedes Recht, unter die Dusche zu gehen."

Der UCI-Präsident ist über die Entnahme einer Haarprobe ("Das passiert nur in Frankreich") verwundert und verärgert über die Vorgehensweise der Franzosen.

"Sie haben den Test vorgenommen und alles gleich an die Presse weitergegeben. Normalerweise arbeiten die nationalen Anti-Doping-Behörden mit dem Weltverband und der Anti-Doping-Weltagentur in professioneller Weise zusammen und geben erst Einzelheiten bekannt, wenn Entscheidungen gefällt oder Sanktionen beschlossen wurden", sagte der Ire.

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