Darts

Darts-WM, Halbfinale: Wright triumphiert im Zoff-Duell gegen Price - auch van Gerwen im Finale

Von SPOX
Peter Wright steht im WM-Finale.

Peter Wright steht im Finale der Darts-WM. Der Schotte bezwang im Halbfinale im Londoner Ally Pally etwas überraschend Gerwyn Price mit 6:3. Im Endspiel bekommt es Wright am Neujahrstag (21 Uhr LIVE auf DAZN) mit Michael van Gerwen zu tun, der sich mit 6:3 gegen Nathan Aspinall durchsetzte.

Darts-WM: Das Halbfinale im Überblick

Peter Wright (SCO) - Gerwyn Price (WAL) 6:3

Wright und Price lieferten sich in der Anfangsphase einen heißen Schlagabtausch - rein sportlich und auf persönlicher Ebene. Nach dem ersten Satz, den der Schotte mit 3:2 für sich entschieden hatte, grinste dieser den Iceman an und streckte ihm die Zunge heraus. Der Hintergrund: Price hatte vor dem Match angekündigt, Snakebite mit 6:0 zu bezwingen, was nun nicht mehr möglich war.

Nach dem zweiten Satz (3:2 für Price) revanchierte sich der Waliser prompt. Er baute sich vor Wright auf, jubelte und brüllte demonstrativ direkt vor dessen Augen. Mit gegenseitigen bösen Blicken verabschiedeten sich die beiden Spieler von der Bühne in die Pause. Später warf Price sogar einmal seinen ersten Pfeil so früh, dass dieser nur knapp Wright verfehlte.

Nach vier gespielten Sätzen stand es 2:2, obwohl Wright zu diesem Zeitpunkt laut Statistiken der klar bessere Mann war. Der 49-Jährige wies mehr 180er auf, spielte einen um fast zehn Punkte höheren Average und hatte eine um knapp acht Prozent bessere Doppelquote.

StatistikPeter WrightGerwyn Price
3-Darts-Average98.3989.94
Checkout-Quote36,07 Prozent33,96 Prozent
Höchster Checkout131100
100+5643
140+3116
180169

Wright ging anschließend mit 3:2 in Führung, schlitterte danach allerdings in die Krise, während der Iceman deutlich stärker wurde. Price schnappte sich folgerichtig Satz sechs, obwohl er teilweise Probleme auf die Doppelfelder hatte. Doch Wright konterte in einem nun auf überschaubarem Niveau ausgetragenen Match und legte wieder zum 4:3 vor.

Snakebite ruhte danach in sich, während Price einfach nicht konstant genug war und sein Average in dieser Phase auf unter 90 Punkte rutschte. So schnappte sich der Schotte auch den achten Satz und stand nun kurz vor dem großen Ziel.

Wright startete sofort mit einem Break, brachte anschließend ungefährdet sein Anwurf-Leg durch, zitterte danach aber noch einmal gewaltig. Er vergab im vierten Leg des neunten Satzes drei Matchdarts und im Entscheidungs-Leg noch einmal drei. Schließlich machte er aber mit seinem siebten Matchdart auf die Doppel-1 seinen zweiten Einzug in ein WM-Finale nach 2014 klar.

Nach der Partie gingen die Zwistigkeiten zwischen Wright und Price übrigens weiter. Die beiden Spieler gaben sich nicht einmal mehr die Hand. "Hinter der Bühne waren keine Papiertücher, wir konnten also unsere Hände nicht abtrocknen. Deswegen ist es dann nicht angenehm, jemand anderem die Hand zu schütteln", sagte Wright anschließend bei DAZN mit einem Augenzwinkern.

Angesprochen auf die Provokationen von Price ergänzte Wright bei Sport1 zudem: "Wenn er das braucht, dann soll er das machen. Mir ist das egal. Wer hat gewonnen?"

Mit einem Average von nicht mal 90 Punkten erwischte Price einen verhältnismäßig schwachen Tag. Auch Wright bemerkte, dass die Werte "nicht gut für jemanden sind, der ins Finale möchte. Sie waren weit weg von mir und ich habe nicht mal mein Spiel gespielt".

Michael van Gerwen (NED) - Nathan Aspinall (ENG) 6:3

Aspinall leistete dem Weltmeister zu Beginn erbitterten Widerstand, nutzte seine Chancen aber nicht konsequent genug. In den ersten fünf Sätzen ging es vier Mal ins entscheidende fünfte Leg, drei Mal hatte van Gerwen - trotz mehrerer Set-Darts für den Engländer - das bessere Ende für sich.

So führte die Nummer 1 der Welt mit 3:2 nach Sätzen, beide Akteure scorten bis dato aber mit jeweils knapp über 90 Punkten pro Aufnahme nicht auf höchstem Level.

Im sechsten Durchgang erhöhte MvG die Schlagzahl und stellte durch drei Leg-Gewinne in Serie auf 4:2. The Asp, der zum zweiten Mal hintereinander im WM-Halbfinale stand, blieb aber cool, schraubte bärenstarke Aufnahmen ins Board und sicherte sich mit einem Treffer auf die Doppel-4 mit 3:0-Legs den siebten Satz - es stand nur noch 3:4.

StatistikMichael van GerwenNathan Aspinall
3-Darts-Average96.3492.04
Checkout-Quote40,38 Prozent35,29 Prozent
Höchster Checkout103124
100+4646
140+2626
18039

Im achten Satz hatten beide Spieler enorme Schwierigkeiten auf die Doppelfelder, wieder musste das fünfte und letzte Leg die Entscheidung bringen. Aspinall traf im entscheidenden Moment allerdings kein Triple mehr und so ging van Gerwen mit 5:3 in Führung - die Vorentscheidung.

Van Gerwen brachte das Match anschließend souverän nach Hause. Mit seinem dritten Matchdart auf die Doppel-5 machte er den Sack zum 6:3-Endstand zu. MvG steht damit zum vierten Mal im Endspiel und kann sich am Mittwoch zum vierten Mal die Krone aufsetzen.

"Es fühlt sich großartig an, erneut im Finale zu stehen", sagte van Gerwen: "Aber mit der Art und Weise, wie ich gespielt habe, bin ich nicht ganz zufrieden. Gegen Wright muss ich es besser machen."

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