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Boxen

Skandalfoto provoziert Klitschkos

Von Johannes Rupprechter
Seinen einzigen Schwergewichts-Kampf gewann David Haye gegen Monte Barrett
© Getty

Ein brisantes Foto im britischen Magazin "Men's Health" hat die Klitschko-Brüder Wladimir und Vitali auf die Palme gebracht. Dort ist der neue Stern am Schwergewichtshimmel, der Engländer David Haye, in einer Fotomontage mit dem abgeschlagenen Kopf von Wladimir Klitschko in der Hand abgebildet. Eine Kriegserklärung, wie Haye es nannte.

Ich wollte ihnen damit den Krieg erklären. Das ist 100 Prozent Krieg. Der Krieg Haye gegen die Klitschko-Brüder! Meine Botschaft: Ich will seinen Kopf. Das Foto war meine Idee. Super, oder?", meinte Haye gegenüber der "tz".

Damit signalisierte der 28-Jährige, der drei Titel im Cruisergewicht eroberte und in das Schwergewicht aufgestiegen ist, nicht zum ersten Mal seinen unbedingten Willen zu einem Fight mit einem der ukrainischen Brüder.

Doch nie zuvor war die Herausforderung so provokant, ja geschmacklos. Ausgerechnet am Kampftag von Wladimir gegen Hasim Rahman wurden dann die beiden Brüder von der obszönen Abbildung in Kenntnis gesetzt.

Situation eskalierte beinahe

Vitali rastete, als er das Foto von Haye am Mittagstisch des Steigenberger Hotels persönlich vorgelegt bekam, völlig aus. Er war schockiert, lief auf Haye zu und ein Gerangel entstand. Fast wäre die Situation eskaliert.

Anschließend war Vitali nicht zu beruhigen und versprach: "Ich werde ihn dafür bestrafen."

Nach dem deutlich überlegen geführten Kampf mit Sieg nach technischem K.o. in Runde sieben von Wladimir gegen Rahman zeigte sich Haye, der seinen bislang einzigen Schwergewichts-Kampf am 15. November gegen den US-Amerikaner Monte Barrett souverän gewonnen hatte, wenig beeindruckt vom Sieg des jüngeren Klitschko.

Faye: "Wladimir kämpft wie ein Mädchen"

"Eigentlich wollte ich gegen Wladimir kämpfen, aber nach dem, was ich heute gesehen habe, muss ich sagen: Wladimir kämpft wie ein Mädchen."

Nun steht Dr. Eisenfaust Vitali ganz oben auf Hayes Zettel: "Der kämpft wie ein Krieger. Bei dem schlagen die Bomben ein. Deswegen will ich jetzt auch gegen Vitali kämpfen. Erst hau ich den Alten um und danach von mir aus den Jungen."

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Wladimir: "Ich werde ihn persönlich bestrafen"

Und die Klitschkos scheinen nach der jüngsten Provokation um das Skandalfoto nicht abgeneigt zu sein. Wladimir sagte nach der Pressekonferenz seines Fights gegen Rahman aufgebracht. "Ich habe mich so erschrocken. Das ging über die Grenze hinaus. Er wird dafür bestraft - von mir persönlich."

Damit scheint Faye, dessen Kampfbilanz 21 Siege (20 durch K.o.) in 22 Duellen aufweist, seinem Ziel, einen Fight mit einem der Brüder zu bekommen, deutlich näher gekommen zu sein.

Kontrahenten in wesentlichen Punkten einig

Der Engländer wird in der "BBC" sogar zitiert, dass die Verhandlungen über einen Kampf mit Vitali im Juni 2009 in London schon weit fortgeschritten seien.

Und auch Klitschkos Manager Bernd Bönte erklärte am Montag: "Wir haben uns über die wesentlichen Punkte geeinigt. Es muss zwar noch alles in Vertragsform gegossen werden, aber wir erwarten keinerlei Probleme mehr."

Bönte erklärte, dass die Stamford-Bridge-Arena des englischen Fußball-Spitzenklubs FC Chelsea das favorisierte Stadion für den Schwergewichtskampf gegen den 28 Jahre alten Herausforderer Haye sei. "Das Stadion ist wegen seiner Enge beinahe ideal für das Boxen. Wir waren schon mehrere Male dort. Aber in London kommen auch noch weitere Stadien in Betracht", sagte Bönte.

Gomez stichelt gegen Haye

Ob es sich bei dem Duell um einen Titelkampf handeln wird, ist noch unklar. Witali Klitschko müsste nach seinem geglückten Comeback im vergangenen Oktober gegen Samuel Peter seinen WBC-Titel eigentlich gegen Pflichtherausforderer Juan Carlos Gomez (Kuba) verteidigen. Doch an diesem Fight hatte Klitschko kein großes Interesse gezeigt.

Gomez unterdessen meldete sich nach der Kampfeinigung zwischen Klitschko und Haye zu Wort und erklärte in Richtung des Briten.

"David, ich habe einen Rat an dich: Lass deine Finger von Witali, der gehört mir. Nimm Du dir lieber Wladimir vor. Da wirst du leichtes Spiel haben. Witali ist eine Nummer zu Groß für dich."

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