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Basketball

Fruchten Pesics Psychospielchen?

Von Marco Heibel
Svetislav Pesic fand nach der Niederlage in Spiel zwei verheerende Worte für das Schiedsrichtertrio
© getty

1:1 steht es nach Spiel zwei in der Playoff-Halbfinalserie zwischen Titelverteidiger Brose Baskets Bamberg und dem Herausforderer Bayern München. Vor dem dritten Duell (Do. ab 16.00 Uhr im LIVE-TICKER) stehen aber weder Bayern-Star Tyrese Rice noch Bambergs Hoffnungsträger Anton Gavel im Mittelpunkt. Vielmehr gehörten die Schlagzeilen der letzten Tage Bayern-Headcoach Svetislav Pesic.

"Wir brauchen Schiedsrichter, die gut vorbereitet und unabhängig sind", schimpfte Pesic am vergangenen Sonntag nach der 83:93-Heimpleite in Spiel zwei. Münchens Star-Trainer fühlte sich besonders durch Referee Moritz Reiter benachteiligt und griff zu harten Worten: "Reiter ist nicht gut genug für die Playoffs. Aber vielleicht braucht Bamberg ja solche Schiedsrichter." Sein Sohn, Bayern-Sportdirektor Marko Pesic, blies in ein ähnliches Horn.

Ermittlungsverfahren gegen Svetislav und Marko Pesic

Für ihre Aussagen mussten sich beide einige Kritik gefallen lassen, BBL-Geschäftsführer Jan Pommer etwa bezeichnete die Aussagen als "respektlos und verkehrt" und leitete ein Ermittlungsverfahren ein. In Spiel drei der Best-of-five-Serie wird Reiter, der bereits in der Viertelfinalserie zwischen Bamberg und Phoenix Hagen einige umstrittene Entscheidungen zugunsten der Bamberger getroffen hatte, nicht als Schiedsrichter eingesetzt. Die BBL hat allerdings angekündigt, ihre Ansetzungspolitik beizubehalten.

Svetislav Pesic hat sich mittlerweile wieder beruhigt und setzte sich am Dienstag bereits wieder sachlich mit der Heimpleite auseinander: "Man muss ganz klar sagen, dass Bamberg im zweiten Spiel sehr gut gespielt und verdient gewonnen hat. Sie haben hochprozentig gegen uns getroffen, das darf uns nicht wieder passieren." In der Tat trafen die Bamberger beeindruckende 68 Prozent aus der Nahdistanz und holten sechs Rebounds mehr als der Gegner. Dadurch ist das Süd-Duell nun wieder völlig offen.

Schlüsselspieler Gavel

Vor dem zweiten Spiel in der heimischen Stechert-Arena kann die Mannschaft von Chris Fleming gegenüber der deutlichen 85:98-Heimpleite aus Spiel eins allerdings mit einem echten Pfund wuchern: Anton Gavel, seines Zeichens bester Defensivspieler der Liga, ist wieder dabei. In München erzielte er nach überstandener fiebriger Erkältung bereits starke 17 Punkte. Den Wert des gebürtigen Slowaken stellte Teamkollege und Ex-NBA-Spieler Casey Jacobsen heraus: "Wir hatten Anton, das war gut. Er ist unser Superstar."

So stoppte die Bamberger Defense mit Gavel den als Playoff-MVP gehandelten Bayern-Guard Tyrese Rice, dem in den ersten 30 Minuten nur drei Punkte gelangen. Der Punkteschnitt des US-Amerikaners in den Ausscheidungsspielen sank dadurch auf freilich immer noch beeindruckende 19 Zähler. Bamberg-Coach Fleming fordert nun von seiner Mannschaft die nötige Konzentration ein: "Wir wollen unsere heimische Halle verteidigen. Mit einer defensiven und offensiven Konstanz, die wir über längere Strecken in München schon gezeigt haben."

Heimvorteil wertlos?

Zugleich schränkte der US-Amerikaner aber auch ein: "Der Heimvorteil bedeutet anscheinend in dieser Serie nicht viel." In der Tat gingen die ersten beiden Spiele der Serie jeweils an das Gästeteam, außerdem konnten die Bayern bereits in der Regular Season in "Freak City" gewinnen. Fleming hofft nun darauf, dass sich Pesics Psychospielchen ins Gegenteil kehren und die Fans in der Stechert-Arena gegen Bayern "noch mehr Stimmung als sonst machen werden."

Hier geht´s zum Playoff-Spielplan der BBL

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