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Boxen

Amateure hoffen auf ein bis zwei WM-Medaillen

SID
Konstantin Buga (l.) stand bei der WM 2007 in Chicago im Viertelfinale. Bei Olympia enttäuschte er
© sid

Deutschlands Amateurboxer wollen bei der WM in Mailand in die Erfolgsspur zurückfinden. Der Olympia-K.o. von Peking ist vergessen, die Athleten sind in starker Form.

Ein Jahr nach dem Olympia-K.o. von Peking wollen Deutschlands Amateurboxer zu alter Schlagkraft zurückfinden. "Wir haben die Hoffnung auf ein, zwei Medaillen", sagt Boxsport-Präsident Jürgen Kyas vor dem Auftakt der WM am Dienstag in Mailand (bis 12. September).

Dort soll eine vom Darmstädter EM-Zweiten Jack Culcay-Keth (Weltergewicht) angeführte neunköpfige deutsche Staffel punkten. "Die Trainingsergebnisse geben Anlass zur Hoffnung, dass die jungen Leute besser abschneiden als in Peking", sagt Kyas.

Debakel bei Olympia

Schlechter geht auch nicht. Vor einem Jahr war ein deutsches Olympia-Quartett geschlossen in der ersten Runde auf der Strecke geblieben.

"Natürlich stehen wir seit Peking unter Druck, aber damit ist auch die Motivation gewachsen", sagt Disziplintrainer Roland Kubath, der zusammen mit Diagnosetrainer Harry Kappell das neue Bundestrainer-Duo bildet. Dessen Aufgabe ist es, die DBV-Boxer aus dem Tief zu führen.

Athleten sind in bestechender Form

"Wir haben das Rad nicht neu erfunden, aber in der Vorbereitung versucht, auf die Athleten individueller einzugehen. Sie sind in bestechender Form", sagt Kubath.

Culcay-Keth und Bantamgewichtler Denis Makaraov sind in Mailand die größten deutschen Hoffnungsträger.

"Wir stecken im Neuaufbau für Olympia 2012 in London. Jetzt müssen die jungen Leute die Chance bekommen, sich weiterzuentwickeln", sagt Präsident Kyas, der aus dem westfälischen Lengerich stammt und seit Juni Chef des Deutschen Boxsport-Verbandes (DBV) ist.

DOSB nimmt den Druck

Beim Neuaufbau hilft der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) kräftig mit. So sah er von einer Medaillenvorgabe für die 15. Weltmeisterschaften ab, um den Druck nicht noch weiter zu erhöhen.

In Mailand werden im 11.500 Zuschauer fassenden Mediolanum-Forum 700 Athleten aus über 140 Ländern in elf Gewichtsklassen um die Titel kämpfen. Deutschland lässt nur Halbfliegen- (bis 48 kg) und Halbweltergewicht (bis 64 kg) unbesetzt.

Mit 22 Jahren die Jüngsten im DBV-Team

Makaraov, Leichtgewichtler Eugen Burhard und Superschwergewichtler Erik Pfeifer sind mit jeweils 22 Jahren die Jüngsten im DBV-Team, das bei der letzten WM im Herbst 2007 in Chicago erstmals in der WM-Geschichte leer ausgegangen war.

Die Besten waren in den Viertelfinalisten Culcay-Keth und Konstantin Buga (Velbert/Mittelgewicht) zwei, die später bei Olympia enttäuschten, sich nun aber weiterentwickelt haben und bis London fit für Olympiamedaillen sein sollen.

Querelen im Verborgenen

Viel hat sich seit Peking beim DBV verändert. Reibungslos verlief der mit der Entmachtung des langjährigen Bundestrainers Helmut Ranze begonnene Umbruch allerdings nicht.

Der als neuer Sportdirektor verpflichtete Horst-Peter Stickrodt ging wieder, als Kyas im Juni neuer Präsident wurde. Ersatz wurde noch nicht gefunden.

"Die Suche ist aber erstmal aufgeschoben", sagt Kyas. Und auch die finanzielle Situation des Verbandes, dem die Zahlungsunfähigkeit drohte, soll in den Tagen von Mailand kein Thema sein, sagt Kyas: "Wir haben die Finanzen soweit in Ordnung gebracht, dass wir eine schwarze Null schreiben. Jetzt steht der Sport wieder im Vordergrund."

Das deutsche WM-Aufgebot für Mailand:

Fliegengewicht bis 51 kg: Ronny Beblik (23/Chemnitz), deutscher Meister

Bantamgewicht bis 54 kg: Denis Makraov (22/Velbert), EM-Dritter und deutscher Meister

Federgewicht bis 57 kg: Sandro Schaer (25/Demmin), deutscher Meister

Leichtgewicht bis 60 kg: Eugen Burhard (22/Osnabrück), DM-Zweiter

Weltergewicht bis 69 kg: Jack Culcay-Keth (23/Darmstadt), Vize-Europameister

Mittelgewicht bis 75 kg: Konstantin Buga (24/Velbert)

Halbschwergewicht bis 81 kg: Rene Krause (24/Leverkusen), EM-Dritter

Schwergewicht bis 91 kg: Stefan Köber (25/Frankfurt/O.), DM-Zweiter

Superschwergewicht +91 kg: Erik Pfeifer (22/Lohne), deutscher Meister

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