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Handball

Handball-EM: Steinert-Show und rotzfrecher Youngster! DHB-Team trotzt dem Corona-Chaos

Das DHB-Team traf bei der EM auf Polen.

Deutschland hat trotz der angespannten Coronasituation auch sein drittes Spiel bei der EM in Ungarn und der Slowakei gewonnen. Das Team von Bundestrainer Alfred Gislason setzte sich in der Ondrej Nepela Arena in Bratislava mit 30:23 (15:12) gegen Polen durch. Bester DHB-Werfer war Christoph Steinert mit neun Toren.

Damit nimmt die deutsche Auswahl als Gruppensieger zwei Punkte mit in die Hauptrunde. Erster Gegner ist dort am Donnerstag Titelverteidiger Spanien. Außerdem geht es im Kampf um den Einzug ins Halbfinale gegen Norwegen (Freitag), Schweden (Sonntag) und Russland (Dienstag).

"Dass die Jungs unter diesen Bedingungen und unter diesem Druck diese Leistung abrufen konnten, freut mich sehr. Die Abwehr war überragend, der Angriff war überragend - ein großes Kompliment an die Mannschaft", sagte Gislason im ZDF.

Kapitän Johannes Golla ergänzte: "Die Vorzeichen waren alles andere als gut, die Vorbereitung schwierig. Ich habe uns diese Leistung trotzdem zugetraut. Wir waren total fokussiert."

Deutschland ging nach neun Coronafällen nur mit 14 Mann in die Partie. Julius Kühn, Till Klimpke, Marcel Schiller, Andreas Wolff, Kai Häfner, Timo Kastening, Lukas Mertens, Luca Witzke und Hendrik Wagner wurden allesamt positiv getestet.

Jogi Bitter, Fabian Wiede, Paul Drux, Sebastian Firnhaber und Rune Dahmke wurden nachnominiert. Während der Partie wurde bekannt, dass zur Hauptrunde auch Torhüter Daniel Rebmann (Frisch Auf Göppingen) und Linksaußen Patrick Zieker (TVB Stuttgart) zur Mannschaft stoßen werden.

Deutschland vs. Polen: Der Spielverlauf

Gislason schickte zwei der Neuankömmlinge direkt auf die Platte. Im Tor musste der einzige Torhüter Bitter ran, auf Linksaußen begann Dahmke. Christoph Steinert startete im rechten Rückraum, Lukas Zerbe auf Rechtsaußen.

Anders als in den ersten beiden Partien packte die deutsche Abwehr diesmal von Beginn an beherzt zu. Gleiches galt allerdings genauso auf der anderen Seite für die Polen. Steinert übernahm die Verantwortung als Siebenmeterschütze für den fehlenden Schiller und verwandelte direkt zweimal sicher. Nach zehn Minuten stand es 3:3.

Die Defensive um den Mittelblock Patrick Wiencek und Johannes Golla machte auch in der Folgezeit einen grandiosen Job, Bitter (insgesamt 6 von 28, 25 Prozent) zeigte nach anfänglichen Schwierigkeiten seine ersten Paraden. Da auch der Angriff langsam in Schwung kam, zog das DHB-Team in der 19. Minute erstmals auf drei Tore davon (8:5).

Es folgte die große Show von Julian Köster. Der mit 21 Jahren jüngste Spieler im deutschen Kader, der in der 2. Liga für Gummersbach spielt, trat rotzfrech auf. Mit drei Einzelaktionen erzielte er drei Tore in Folge und holte obendrein noch einen Siebenmeter heraus. Mit einer 15:12-Führung für Deutschland ging es in die Pause.

DHB-Abwehr bärenstark

Nach kurzen Startschwierigkeiten fand sich das Gislason-Team auch in der zweiten Hälfte gut zurecht und zog in der 26. Minute durch einen Treffer von Zerbe erstmals mit vier Toren davon (18:14).

Die Abwehr stand immer noch besser, Polen wurde dadurch zu schwierigen Abschlüssen und Ballverlusten gezwungen. Außerdem erhöhte Deutschland das Tempo im Angriff sukzessive. Die Folge: Der Vorsprung wuchs weiter an 21:15 (45.).

Polen brachte die deutsche Auswahl, die den völlig verdienten Sieg souverän ins Ziel bekam, auch in der Schlussviertelstunde nicht mehr ernsthaft in Bedrängnis.

Deutschland vs. Polen: Die Daten zum Spiel

Anfangsformation DHB: Bitter - Dahmke, Heymann, Weber, Steinert, Zerbe, Golla

Torschützen DHB: Steinert 9 (6 von 6 Siebenmetern), Golla, Köster (beide 6), Weber (4), Zerbe (3), Dahmke, Wiencek (beide 1)

Torschützen Polen: Moryto (7 - 5 von 5 Siebenmetern), Sicko (6), Daszek (5), Syprzak (2), Olejniczak, Krajewski, Pietrasik (alle 1)

Zwei-Minuten-Strafen: Deutschland (6) - Polen (5)

Der Star des Spiels: Christoph Steinert

Der Mann vom HC Erlangen zeigte eine rundum grandiose Vorstellung. Steinert war mit neun Toren bei elf Versuchen bester deutscher Werfer, versenkte alle sechs Siebenmeter eiskalt und war dazu in der Abwehr mit seiner Aggressivität ein enorm wichtiger Faktor. Ebenfalls großartig: Julian Köster.

Der Flop des Spiels: Mateusz Kornecki

Polens Torhüter zeigte in der Anfangsphase zwei gute Paraden und tauchte dann komplett ab. Hübschte seine Quote (4 von 22, 18 Prozent) erst in der Garbage Time noch ein wenig auf.

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