WM

Argentinien - Kroatien 3:0: Lionel Messi zieht mit Albiceleste ins WM-Finale 2022 ein

SID
Argentinien schlug Kroatien und steht im Finale der WM 2022.
© Getty

Lionel Messis letzter Tango bekommt ein spektakuläres Finale. Der Superstar hat Argentinien ins Endspiel der WM gezaubert, im Halbfinale gewann die Albiceleste gegen Kroatien mit 3:0 (2:0) - und Messi kann bei seiner letzten Weltmeisterschaft doch noch die Sehnsucht nach dem größten aller Titel stillen. Für sich und für eine ganze Nation.

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Lionel Messi lachte und lachte, er hüpfte mit den Fans, dirigierte einen Chor von 30.000 in Himmelblau. Nur noch ein Schritt fehlt bis zur Krönung seiner Weltkarriere - und der Superstar wirkte gelöst wie nie: Sein letzter Tango mit Argentiniens Nationalmannschaft bekommt ein spektakuläres Finale.

Die Albiceleste gewann gegen Kroatien 3:0 (2:0), Messi kämpfte, zauberte und traf in diesem Halbfinale, und bei seiner letzten Weltmeisterschaft kann er nun doch noch die Sehnsucht nach dem größten aller Titel stillen. Für sich und für eine ganze Nation.

"Verrückt - wir haben es geschafft. Wir sind im Finale. Es gehen mir so viele Dinge durch den Kopf, ich weiß nicht, wie ich meine Gefühle beschreiben soll", sagte Messi, "ich sehe all die Menschen, die uns so weit begleitet haben, und es macht unglaublichen Spaß." Dank "Messis Zauberei" stehe Argentinien im Finale, titelte Clarin. Der sechsmalige Weltfußballer widmete den Sieg seiner Familie, aber auch "der ganzen Fußballfamilie Argentiniens".

Messi erklärte, die Niederlage zum Turnier-Auftakt gegen Saudi-Arabien habe dem Team geholfen, "stärker zu werden und als Mannschaft zu wachsen". Anschließend sei "jedes Spiel ein Finale [gewesen], wir haben also fünf Finals gespielt - und sie alle gewonnen."

Per Foulelfmeter hatte Messi für die Führung (34.) gesorgt, mit elf WM-Toren ist er nun Argentiniens alleiniger Rekordschütze. Julian Alvarez (39.) legte mit einem kraftvollen Lauf nach und schob nach Messis überragendem Solo auch zur Entscheidung ein (69.).

Lionel Messi brilliert bei Argentiniens Halbfinalsieg

Argentinien trifft am Sonntag auf Frankreich oder Marokko, zum sechsten Mal stehen die Südamerikaner im WM-Finale. Der letzte von zwei Triumphen liegt aber schon 36 Jahre zurück. Messi, der Auserwählte, soll diese Durststrecke beenden - bislang hat er das nicht geschafft, 2014 war Argentinien im Finale gegen Deutschland (0:1 n.V.) ganz nah dran.

Mit einem Erfolg würde Messi endgültig auf einer Stufe mit Diego Maradona stehen, einen anderen ganz Großen hat er am Dienstag bereits eingeholt: Das Halbfinale war Messis 25. Einsatz bei einer WM, gemeinsam mit Lothar Matthäus ist er nun Rekordhalter. Ab Sonntag dürfte er allein an der Spitze stehen. Die Kroaten um Altstar Luka Modric indes verpassten ihr zweites WM-Finale nach 2018, sie spielen am Samstag um Platz drei.

88.966 Zuschauer waren am Dienstag ins Lusail-Stadion gekommen, um ein Fußballspiel zu sehen, das viele Geschichten hätte erzählen können - aber vor allem einen Hauptdarsteller kannte. Alle schauten auf den ungekrönten Superstar. Trainer Lionel Scaloni etwa erwartete auch an diesem Abend Besonderes von seinem Spielmacher - er sei eben "ein Gewinner". Und damit Messi auch wirklich zaubern konnte, war sein Wachhund wieder da: Der zuletzt angeschlagene Rodrigo de Paul kehrte im Mittelfeld zurück.

Als der Ball dann allerdings rollte, ergab sich ein durchaus erstaunliches Bild. Kroatien machte das Spiel, Argentinien verteidigte mit zwei Viererketten, kam in den ersten 20 Minuten kaum mal kontrolliert in die Nähe des gegnerischen Strafraums. Schon zuvor hatte Kroatiens Trainer Zlatko Dalic genüsslich festgestellt, dass Argentinien "unter größerem Druck" stehe - und so sah es zunächst auch aus.

Lionel Messi mit überragender Vorarbeit zum 3:0

Ein erster Abschluss von Enzo Fernandez (25.) leitete eine neue Phase ein, und neun Minuten später stand Messi am Punkt: Dominik Livakovic hatte Alvarez gefoult, Messi drosch den Strafstoß ziemlich brachial unter die Latte. Das Spiel änderte sich grundlegend, die 30.000 argentinischen Fans wachten auf, und Alvarez legte noch vor der Pause mit ein bisschen Glück und viel Entschlossenheit ein Solo hin - 2:0.

Argentinien kontrollierte in der Folge das Spiel, Kroatien fand kaum noch Mittel, weil sogar Messi ganz ungewohnt zum engagierten Balljäger wurde - und zwischendurch spielerisch glänzte, Livakovic verhinderte seinen zweiten Treffer (58.). Allerdings rieb Messi immer wieder seinen offensichtlich schmerzenden Oberschenkel.

Das hielt ihn aber nicht davon ab, auf der rechten Seite loszustürmen, seinen Gegenspieler Josko Gvardiol von RB Leipzig mehrfach einzudrehen und perfekt in die Mitte zu passen. Es war einer dieser ganz großen Messi-Momente. Am Sonntag sollen weitere folgen.

Argentinien - Kroatien: Die Stimmen zum Spiel

Lionel Scaloni (Nationaltrainer Argentinien): "Es ist schwierig, das in Worte zu fassen. Davon habe ich als Argentinier immer geträumt. Es ist ein historischer Moment, den wir genießen müssen, aber wir haben noch einen Schritt vor uns. Ich fühle mich geehrt, Messi trainieren und spielen sehen zu dürfen. Jedes Mal, wenn man ihn spielen sieht, ist es eine Motivation für seine Mitspieler, für Argentinien und die ganze Welt."

Zlatko Dalic (Nationaltrainer Kroatien): "Wir müssen wieder auf die Beine kommen. Wir hatten viel Ballbesitz und kassieren dann ein Tor per Elfmeter, das sehr verdächtig war. Dieses Tor hat das Spiel in eine andere Richtung gelenkt. Nach dem zweiten Tor war es dann erledigt. Ich habe den Spielern gesagt, dass sie den Kopf hochnehmen müssen und stolz sein können. Sie haben gespürt, dass sie heute mehr hätten machen können. Wir müssen jetzt um den dritten Platz kämpfen."

Argentinien - Kroatien: Die Aufstellungen

Argentinien: E. Martinez - Molina (ab 86. Foyth), Romero, Otamendi, Tagliafico - de Paul (ab 74. Palacios), E. Fernandez, Paredes (ab 62. Martinez), Mac Allister (ab 86. A. Correa) - Messi, J. Alvarez (ab 74. Dybala).

Kroatien: Livakovic - Juranovic, Lovren, Gvardiol, Sosa (ab 46. Orsic) - Brozovic (ab 50. Petkovic) - Kovacic, Modric (ab 81. Majer) - Pasalic (ab 46. Vlasic), Kramaric (ab 72. Livaja), Perisic.

Argentinien - Kroatien: Die Daten des Spiels

Tore: 1:0 Messi (34. Foulelfmeter), 2:0 J. Alvarez (39.), 3:0 J. Alvarez (69.)

Schiedsrichter: Daniele Orsato (Italien)

Gelbe Karten: Romero (2), Otamendi (2) - Livakovic, Kovacic (2)

Rote Karte: Mario Mandzukic (Co-Trainer/Kroatien) wegen Meckerns (35.)

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