WM

Belgien - Tunesien 5:2: Belgien marschiert! Hazard und Lukaku rupfen Adler von Karthago

Von Jonas Rütten
Sprühten nur so vor Spielfreude beim belgischen Kantersieg: Eden Hazard und Romelu Lukaku.
© getty

Belgien hat sich in einem unterhaltsamen Spiel unter dem Strich souverän mit 5:2 (3:1) gegen Tunesien durchgesetzt und steht nach dem zweiten Spieltag so gut wie im Achtelfinale. Die Adler von Karthago haben hingegen nur noch theoretische Chancen auf das Weiterkommen.

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Die Roten Teufel legten los wie die Feuerwehr und gingen bereits nach sieben Minuten durch einen berechtigten Foulelfmeter in Führung. Im offensiven 3-4-3 machte der Favorit anschließend weiter Druck und kam über die Außen immer wieder zu gefährlichen Aktionen.

Das frühe Anlaufen der tunesischen Viererkette zahlte sich aus: Lukaku profitierte von einem Stockfehler und erhöhte auf 2:0 (16.). Tunesien kam zwar postwendend zum Anschlusstreffer (18.), leistete sich aber besonders im Spielaufbau immer wieder haarsträubende Fehler und lud Belgien ein ums andere Mal zum Toreschießen ein.

Offensiv agierte Tunesien im 4-3-3 wesentlich mutiger als noch im ersten Spiel gegen England und stellte die belgische Dreierkette ein ums andere Mal vor größere Probleme. Die individuellen Aussetzer in der Hintermannschaft und die spielerische Klasse Belgiens waren jedoch die entscheidenden Faktoren am Ende eines über weite Strecken sehr unterhaltsamen Spiels.

Belgien nahm im zweiten Durchgang zwar das Tempo raus, kam aber weiter zu sehr guten Einschussmöglichkeiten. Den Treffer zum 5:1 erzielte der eingewechselte Dortmunder Batshuayi, nachdem er zuvor drei Mal freistehend kläglich vergeben hatte. Khazri sorgte in der Nachspielzeit für die verdiente Ergebniskosmetik für Tunesien.

Die Daten des Spiels Belgien - Tunesien

Tore: 1:0 Hazard (7./FE), 2:0 Lukaku (16.), 2:1 Bronn (18.), 3:1 Lukaku (45.), 4:1 Hazard (51.), 5:1 Batshuayi (90.), 5:2 Khazri (93.)

  • In seinen letzten 15 Länderspielen war Eden Hazard an 17 Toren direkt beteiligt (10 Tore, 7 Vorlagen).
  • Mit vier Toren waren die ersten 45 Minuten zwischen Tunesien und Belgien die torreichste erste Halbzeit bei dieser WM.
  • Vier Schüsse aufs Tor, vier Tore: Romelu Lukaku ist bis dato der effektivste Stürmer bei dieser Weltmeisterschaft. Darüber hinaus ist er der erste Spieler seit Maradona 1986, der in zwei aufeinanderfolgenden WM-Spielen zwei Tore oder mehr erzielte.
  • Hazard und Lukaku lösen Kroos und Schürrle ab: Seit dem WM-Halbfinale gegen Brasilien gab es keine doppelten Torschützen eines Teams in einem WM-Spiel mehr.
  • WM-Rekord eingestellt: Mit nunmehr 27 Spielen in Folge ohne ein 0:0 stellt die WM 2018 einen WM-Rekord ein. 1954 gab es im 27. Spiel das erste 0:0. Das 27. Spiel bei der WM 2018 zwischen Tunesien und Belgien war hingegen das torreichste Spiel.
  • Das 5:2 war Belgiens höchster Sieg bei einer WM.
  • Nach seiner Einwechslung in der 68. Minute gab Michy Batshuayi sechs Schüsse auf das Tor Tunesiens ab. Die meisten eines Einwechselspielers seit Andre Schürrle bei der WM 2014 gegen Algerien (7).

Der Star des Spiels: Eden Hazard (Belgien)

Sprühte nur so vor Spielfreude und ging als Kapitän der belgischen Equipe voran. Holte den Elfmeter im perfekten Zusammenspiel mit Mertens raus und vollstreckte sicher. Vor seinem zweiten Treffer mit technisch perfekter Brustannahme und starken Nerven im Eins-gegen-Eins. War sich auch für die "Drecksarbeit" im Mittelfeld nicht zu schade (15 Zweikämpfe). Bekam in der 68. Minute die verdiente Verschnaufpause und wurde durch Batshuayi ersetzt. Ebenfalls sehr stark: Lukaku, Mertens, Meunier.

Der Flop des Spiels: Ali Maaloul (Tunesien)

Sah gegen Meunier ein ums andere Mal sehr schlecht aus und gewann im ersten Durchgang nur einen seiner fünf Zweikämpfe. Darüber hinaus mit seinem kapitalen Stockfehler der unfreiwillige Wegbereiter für Belgiens 2:0 und nach seinem verunglückten Befreiungsschlag auch an der Entstehung des 1:3 nicht unbeteiligt. Verzeichnete darüber hinaus die meisten Ballverluste im Team (16).

Der Schiedsrichter: Jair Marrufo (USA)

Behielt in einer turbulenten Anfangsphase kühlen Kopf. Entschied zurecht auf Elfmeter für Belgien, nachdem Ben Youssef Hazard an der Sechzehnerkante zu Fall gebracht hatte. Das bestätigte auch später der VAR. Im weiteren Verlauf nur selten gefordert und ohne gravierende Fehlentscheidung.

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