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Fussball

Ligue-1-Skandal! Payet erneut von Flasche getroffen - Topspiel Lyon vs. Marseille abgebrochen

Von Alexander Hagl
Dimitri Payet, Olympique Marseille, Olympique Lyon

Die Begegnung zwischen Olympique Lyon und Olympique Marseille am 14. Spieltag der Ligue 1 ist von einer hässlichen Szene überschattet worden und ist nach fast zweistündiger Unterbrechung abgebrochen worden. Anschließend erhob Lyon-Präsident Jean-Michel Aulas schwere Vorwürfe gegen die Marseille-Profis.

Auslöser für die Spielunterbrechung und den dann doch folgenden Abbruch war ein Flaschenwurf auf Marseille-Mittelfeldspieler Dimitri Payet. In der dritten Minute legte sich der 34-Jährige den Ball für eine Ecke zurecht. Aus dem Lyon-Fanblock wurde eine Flasche geworfen, die Payet am Kopf traf.

Der Franzose ging daraufhin zu Boden und wurde behandelt. Schiedsrichter Ruddy Buquet unterbrach daraufhin die Partie, beide Mannschaften verließen den Platz. Auch Payet konnte sich mit einem Eisbeutel an der Schläfe in Richtung der Katakomben begeben.

Die Unterbrechung dauerte gut eine Stunde, ehe der Präfekt von Lyon und die ortsansässigen Behörden die Fortführung anordneten. Dies bestätigte der französische Verband LFP. Nach eigenen Angaben war der Verband selbst jedoch gegen eine Fortsetzung. Solche Vorfälle würden das internationale Renommee der französischen Ligen zerstören, hieß es in einer offiziellen Mitteilung des Ligaverbandes.

Die Lyon-Spieler kehrten dennoch auf den Platz zurück und machten sich warm. Kurz darauf verließ aber auch das Heimteam wieder den Platz, da das gesamte OM-Team geschlossen im Kabinentrakt blieb und nicht auf das Spielfeld zurückkehrte. In der Folge wurde die Partie zwei Stunden nach dem Vorfall endgültig abgebrochen. "Entgegen der Ankündigung hat der Schiedsrichter entschieden, das Spiel nicht fortzusetzen, da er die Sicherheit der Spieler als nicht gewährleistet ansieht", informierte der Stadionsprecher die Fans im Stadion.

Olympique Marseille: Payet hat offenbar "Angst" vor Rückkehr auf den Platz

Des Weiteren gab der Stadionsprecher an, dass der für den Flaschenwurf verantwortliche Fan festgenommen wurde. Es handele sich um "eine Einzeltat", hieß es weiter.

Payet selbst klagte offenbar über Kopfschmerzen und hatte nach Angaben des übertragenden Streamingdienstes Amazon Prime "Angst" vor einer Rückkehr auf den Platz. Zudem habe Marseilles Alvaro Gonzalez aus Wut über die Entscheidung eine Tür in den Katakomben zerstört. Lyons Präsident Jean-Michel Aulas bestätigte dies und beschuldigte die Spieler von Marseille, dass sie Einfluss auf Schiedsrichter Buquet genommen hätten.

"Als Buquet die Wiederaufnahme der Partie verkünden wollte, gab es gewalttätige Reaktionen von den Spielern und Trainern. Sie forderten den Referee auf, nach Payet zu schauen. Der unser Arzt sagte zu mir, dass es bei ihm aber mehr Angst als Schmerz sei", sagte Aulas.

Stürmerlegende Thierry Henry, der selbst als Experte im Stadion anwesend war, zeigte sich betroffen von dem Vorfall: "Ich denke an Payet. Wir vergessen, dass ein Spieler attackiert wurde. Wir reden über Punkte, Spiele, aber müssen hier stoppen. Wir müssen respektieren: Ein Spieler wurde angegriffen, wir müssen zunächst herausfinden, wie es ihm geht."

Pablo Longoria, Präsident von Olympique Marseille, konstatierte: "Niemand, der Fußball liebt, darf heute glücklich sein."

Wie das Sportministerium der Nachrichtenagentur AFP mitteilte, soll am Dienstag ein Treffen am Beauvau-Platz, dem Sitz des Innenministeriums, mit Vertretern der Politik mit Verantwortlichen des französischen Fußballs stattfinden.

Dort empfängt Innenminister Gerald Darmanin den Bildungs- und Sportminister Jean-Michel Blanquer, die Sportministerin Roxana Maracineanu sowie Vertreter des Liga-Verbands LFP und des französischen Fußball-Verbands FFF. Der LFP-Disziplinarausschuss ordnete bereits eine Strafe für Lyon an. Der Klub muss bis zur "Verkündung der endgültigen Maßnahme", die am 8. Dezember erwartet wird, hinter verschlossenen Türen spielen. Dies betrifft die Partie am 1. Dezember gegen Stade Reims.

Ligue 1: Dritte Spielunterbrechung der Saison

Der Abbruch bei Marseille gegen Lyon war bereits der dritte große Eklat in der französischen ersten Liga in der laufenden Saison.

Erst vor wenigen Monaten wurde das Derby zwischen OGC Nizza und Olympique Marseille abgebrochen und auf neutralem Boden und unter Ausschluss der Öffentlichkeit wiederholt. Grund dafür war damals ebenfalls ein Flaschenwurf auf Payet.

Der Franzose war am 22. August nicht getroffen worden, feuerte die Falsche aber zurück in Richtung der Fans. Von der Aktion erzürnt stürmten die Anhänger das Spielfeld. Ordner mussten sie zurückdrängen. Es kam zu wilden Schlägereien auf dem Platz.

Zudem kam es beim Duell Lens gegen Lille in dieser Saison zu einer weiteren Spielunterbrechung in der Ligue 1. Die Partie im September wurde jedoch nach einem Platzsturm und der daraus resultierenden halbstündigen Unterbrechung fortgesetzt.

 

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