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Fussball

Manchester United: Ralf Rangnick nicht in Trainersuche involviert - Berater ohne Einfluss?

Von Charlotte Duncker

Ralf Rangnick wird nach der Saison Berater bei Manchester United. Die Realität aber sieht für den Deutschen kaum Einfluss vor. Was ist seine Rolle?

Ralf Rangnicks Zeit bei Manchester United war bislang ein ziemlich langer Satz mit einem ziemlich großen "X". Von seinen bislang 16 Premier-League-Spielen mit dem englischen Rekordmeister gewann er ganze acht. Macht 50 Prozent - keine wirklich berauschende Quote, im Gegenteil: Damit gehört er rein statistisch zu den schlechtesten Trainern der ruhmreichen Geschichte des Klubs. Das war wohl nix.

Als Rangnick Anfang Dezember 2021 die Nachfolge von Ole Gunnar Solskjaer antrat, lag United auf Rang sieben, drei Punkte hinter Platz vier. Heute, über vier Monate später, hat sich an der Platzierung nichts geändert, die Champions League ist inzwischen aber sechs Punkte entfernt. Was auch immer seine Idee oder die Idee des Vorstandes war - passiert nicht noch ein Wunder, ist die Interimstätigkeit des früheren Bundesligatrainers als gescheitert zu betrachten.

Inwiefern überhaupt ein Trainer in diesem Klub mit diesem Kader etwas erreichen kann, bei dem die Kluft zwischen Anspruch (sprich: Gehalt) und Wirklichkeit auf dem Platz riesig ist, bleibt die Frage. Ab Sommer darf sich wohl Erik ten Hag versuchen, der Erfolgstrainer von Ajax Amsterdam steht kurz vor einer Einigung mit dem Klub. Rangnick hingegen soll und wird eine Beraterposition bei den Red Devils übernehmen. Diese Anschlusstätigkeit war für Rangnick ein wichtiges Anliegen.

Inwiefern er überhaupt Einfluss auf die wichtigen Entscheidungen innerhalb des Klubs nehmen kann, ist jedoch fraglich. Denn aus dem Umfeld des Vereins ist zu hören, dass Rangnick mit der Suche nach einem neuen Trainer nicht viel zu tun hat. Nach Informationen von SPOX und GOAL ist Rangnick zwar Teil der Sitzungen, in denen es sowohl um den neuen Trainer als auch um Spielertransfers geht, er sei aber nicht die "dominierende Stimme".

Ralf Rangnick bei Manchester United quasi ohne Einfluss

Stattdessen liegt die Verantwortung bei der Trainerfrage vor allem bei Fußball-Direktor John Murtough, Vereinsikone Darren Fletcher, der als Technischer Direktor angestellt ist (eine Rolle, von der Rangnick selbst nicht genau weiß, was sie bei ManUnited eigentlich bedeutet) sowie bei Vorstandsboss Richard Arnold, der Anfang Februar die Nachfolge des zurückgetretenen Ed Woodward übernahm.

Das soll allerdings nicht bedeuten, dass Rangnick nicht versucht, die Entwicklung des Klubs über die kommenden Jahre mitzugestalten. So hat der 63-Jährige dem Vorstand einen Vier-Punkte-Plan vorgelegt, der Manchester United wieder an die Spitze führen soll.

So soll sich der Klub bei Spielertransfers etwa an Manchester City und dem FC Liverpool orientieren, indem Spieler verpflichtet werden, die zu einer bestimmten Spielweise passen. Zudem sollen auch Charakter und Mentalität zum Old Trafford passen, ebenso die physische Stärke und Aggressivität. Zu guter Letzt soll der Kaderumbau drei Transferperioden dauern.

Ralf Rangnick: Mehr Einfluss an einem anderen Ort?

Dabei handelt es sich in der Realität aber nur um Ratschläge - wie sie ein Berater halt geben kann. Operative Entscheidungsgewalt besitzt Rangnick nicht. Und entsprechend stellt sich die Frage, ob Rangnick diese Funktion überhaupt ausfüllen wird. Wirklich im Dienste des Klubs tätig sein soll er ab kommender Saison nur noch ein paar Tage im Monat. Genug Zeit also, um nebenbei noch etwas anderes zu machen. Rangnicks Name fiel zuletzt auch bei der Nachfolge von Franco Foda als österreichischer Nationaltrainer.

Zwar dementierte der ÖFB Gespräche mit Rangnick, grundsätzlich ausgeschlossen ist es aber nicht, dass Rangnick künftig zweigleisig fährt. Bereits im Dezember wurde Rangnick gefragt, ob seine Beraterrolle ab Sommer die Möglichkeit beinhalte, woanders in offizieller Funktion tätig zu sein.

Damals sagte er, dass dies eine Entscheidung des United-Vorstandes sei. Die Zeit wird zeigen, ob Rangnicks Vision für den Klub umgesetzt wird und er damit doch noch einen positiven Platz in dessen Geschichte bekommt. Als Trainer wird es wohl nicht klappen.

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