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Fussball

Mohamed Salahs unklare Zukunft beim FC Liverpool: Sieben Smileys voller Sorge

Dank einer Siegesserie hat der FC Liverpool das Titelrennen in der Premier League wieder spannend gemacht und auch in der Champions League ist der Klub noch vertreten. Doch im Hintergrund rumort es. Der Grund: die stockenden Vertragsgespräche mit Superstar Mohamed Salah.

Vor rund zweieinhalb Wochen postete Mohamed Salahs Berater Ramy Abbas bei Twitter sieben Tränen lachende Smileys, die beim FC Liverpool wohl eher wie sieben schrillende Alarmglocken ankamen. Es war die öffentliche Zuspitzung eines schon lange andauernden Pokers zwischen Klub und Abbas über eine Verlängerung des 2023 auslaufenden Vertrages seines Klienten.

Unmittelbar vor der Smiley-Flut hatte Trainer Jürgen Klopp bei einer Pressekonferenz erklärt, dass sein Arbeitgeber "alles getan hat, was er tun kann. Es ist jetzt Mos Entscheidung. Aus meiner Sicht ist im Moment alles in Ordnung." Diese Aussagen scheinen Abbas zum Lachen gebracht zu haben.

Auf seinem Twitter-Account geht es derzeit überhaupt lustig zu: Zuvor hatte Abbas zusammenhangslos ein mutmaßlich einige Jahre altes Foto gepostet, auf dem er hinter einem lachend auf den Tisch schlagenden Salah in sein Handy tippt. Auch dies durfte als Botschaft an Liverpool interpretiert werden, dass die bisher gebotenen Gehaltssummen lachhaft wären. Abbas scheint kryptische Inszenierungen zu lieben.

Mohamed Salah ist europaweit begehrt

Mit 29 Jahren steht Salah auf dem Zenit seiner Karriere und ist europaweit begehrt. Beinahe täglich gibt es neue Gerüchte um vermeintliche Interessenten: Mal wird Real Madrid gehandelt, mal der FC Barcelona, mal Juventus Turin. Angeblich fühlt sich der Ägypter in Liverpool aber so wohl, dass er eigentlich bleiben will. Die Frage ist nur: zu welchem Preis?

Salah verdient dem Vernehmen nach rund 200.000 Pfund pro Woche, womit er im Klub-internen Gehalts-Ranking gemeinsam mit Thiago nur auf Platz zwei hinter Virgil van Dijk (220.000 Pfund) liege. Für eine Verlängerung soll er einen Wochenlohn von 300.000 Pfund fordern, vereinzelt war sogar von bis zu 500.000 die Rede. Liverpool wurde seinen Vorstellungen bisher offensichtlich nicht gerecht.

Der ehemalige Reds-Stürmer El Hadji Diouf (2002 bis 2005) äußerte diesbezüglich sogar den unerhörten Verdacht, dass die fehlende finanzielle Wertschätzung an Salahs Heimatkontinent liege. "Salah muss erkennen, dass er Afrikaner ist. Also werden sie ihn nicht wie einen Europäer behandeln, und sie werden ihm nicht wie den anderen den besten Vertrag geben", mutmaßte der Senegalese Diouf bei beIN Sports.

Liverpool: Auch Manes und Firminos Verträge laufen 2023 aus

Sportlich läuft es für Liverpool unterdessen herausragend: Nach dem Gewinn des League Cups rückte der Klub dank einer Siegesserie in der Premier League bis auf einen Punkt an Tabellenführer Manchester City heran und erreichte das Champions-League-Viertelfinale, wo es nun gegen Benfica Lissabon geht. Mit dem Blick auf die mittelfristige Zukunft ist aber einiges unklar.

2023 läuft nämlich nicht nur Salahs Vertrag aus, dann enden auch die Kontrakte seiner kongenialen Sturmpartner Roberto Firmino und Sadio Mane. Alle drei hatten maßgeblichen Anteil an Liverpools Aufschwung der jüngeren Vergangenheit mit den Triumphen in der Champions League (2019) und Premier League (2020).

Nun muss der Klub entscheiden, wer im anstehenden Sommer gewinnbringend verkauft und wer weiter gebunden werden soll. Salah und Mane sind 29 Jahre alt, Firmino ist gar schon 30. Alle drei werden wohl keine neuen hochdotierte langfristige Verträge bekommen. Mit Luiz Diaz (25) kam im Winter für 45 Millionen Euro vom FC Porto schon ein Stürmer für die Zukunft, außerdem gibt es ja noch Diogo Jota (25).

Mohamed Salah fühlt sich nicht ausreichend wertgeschätzt

Für die Mannschaft am wichtigsten ist aber aktuell zweifelsohne Salah, der weiterhin nicht nur mit seiner unvergleichlichen Ballführung zu überzeugen weiß, sondern auch mit blanken Zahlen. In dieser Saison gelangen ihm in 36 Pflichtspielen bereits 28 Tore und zehn Assists. Beeindruckend ist vor allem seine Konstanz seit dem Wechsel von der AS Roma nach Liverpool 2017: In jeder Saison erzielte er mindestens 19 Ligatore.

Salah selbst scheint sich für diese Leistungen generell nicht ausreichend wertgeschätzt zu fühlen. Das legt sein Vertragspoker nahe und auch eine Aussage über die Vergabe des Ballon d'Or. Bei der prestigeträchtigen Auszeichnung des französischen Magazins France Football war Salah zuletzt nur auf Rang sieben gelandet. "Es hat mich schockiert. Niemand auf der Welt hätte gedacht, dass ich Siebter werde", klagte er bei DMC.

Sein Trainer Jürgen Klopp echauffierte sich neulich unterdessen darüber, dass Salah von den englischen Schiedsrichtern zu wenig geschützt werde. Einige kleinere Blessuren habe Salah nur weggesteckt, weil er laut Klopp ein "harter Hund" ist. "Es ist verrückt, wie wenige Freistöße Mo gepfiffen bekommt, wenn er gefoult wird", klagte der Trainer.

Tatsächlich wurden in dieser Premier-League-Saison erst 17 Fouls gegen Salah gepfiffen. Damit liegt er weit hinter "Spitzenreiter" Wilfried Zaha von Crystal Palace (72) und vielen anderen Spielern. Sollte Salah Liverpool tatsächlich verlassen, würde sich dieses Problem immerhin von selbst lösen.

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