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Fussball

"Nie gedacht, dass es so groß wird": Warum bei Arsenals Heimspielen Wrestling-Musik läuft

Von Celine Chorus
Beim FC Arsenal läuft im Emirates Wrestling-Musik.

Ein anfänglicher Spaß des Stadion-DJ wird schnell zur festen Routine bei jedem Arsenal-Heimspiel - und ruft die Größen der WWE auf den Plan.

Peter Mujuzi wusste im ersten Moment nicht, wie ihm geschieht, als er im Juli 2020 nach einem Heimspiel von Arsenal auf sein Smartphone schaute. Soeben hatte die Gunners in der Premier League mit 2:1 gegen Liverpool gewonnen - doch nach der Begegnung schienen nicht die drei Punkte die sozialen Medien zu dominieren, sondern der Musikgeschmack des Stadion-DJ.

An diesem Nachmittag waren die Spieler gerade aus dem Tunnel gekommen und liefen für die zweite Halbzeit auf den Rasen, als Mujuzi die Play-Taste auf seinem DJ-Pult drückte und Motörheads "The Game" aus den Lautsprechern dröhnte.

Das hatte es schon einmal, am WrestleMania-Wochenende im April 2017, doch diesmal war die Einlaufmusik von Triple H auch in der TV-Übertragung von Sky Sports deutlich zu hören.

WWE-Fans auf der ganzen Welt waren begeistert - und sogar der Wrestler selbst meldete sich danach zu Wort. "Es gibt kein besseres Lied für Arsenal als Lemmy von Motörhead, der über die Lautsprecheranlage 'time to play the game' schreit. Es gibt nichts Besseres als das", sagte der 14-fache Weltmeister, als er darauf angesprochen wurde, dass Arsenal seinen Entrance-Theme verwendet hatte.

Arsenals Stadion-DJ Mujuzi: "Ziemlich abgefahren"

Es war der Beginn einer Begeisterung in der internationalen WWE-Gemeinde, die auch nach drei Jahren die sozialen Medien an jedem Spieltag im Sturm erobert. "Das war schon ziemlich abgefahren", erinnert sich Mujuzi im Gespräch mit SPOX und GOAL: "So viele Leute haben darüber getwittert, also dachte ich, wenn es den Leuten gefällt, dann mache ich einfach weiter."

Jetzt, 18 Monate nach dem Spiel gegen Liverpool, gehört die Wrestling-Musik zu Beginn der zweiten Halbzeit zur festen Routine im Emirates. "Ich hätte nie gedacht, dass es so groß werden würde", so Mujuzi, der seit der Saison 2015/16 der Stadion-DJ im Emirates und inzwischen auch zum Stadionsprecher aufgestiegen ist: "Ich habe nur versucht, die Dinge ein wenig aufzufrischen."

Denn mit der Zeit seien einige der Lieder, die er regelmäßig an Spieltagen laufen ließ, etwas eintönig geworden: "Also dachte ich mir als Wrestling-Fan, dass ich eines dieser Entrance-Themes einbauen könnte, um zu sehen, ob es jemandem auffallen würde." Doch mit der Welle, die er damit in den sozialen Medien lostreten würde, hätte Mujuzi nicht gerechnet.

Mujuzi: "Es hat Arsenal einen guten Ruf verschafft"

"WWE UK hat sich nach der Sache mit Triple H bei mir gemeldet und gefragt, ob ich die Musik von Drew McIntyre spielen könnte", erzählt er gegenüber SPOX und GOAL. Anders als Triple H kommt McIntyre aus Großbritannien und war zu der damaligen Zeit auch WWE-Champion. "Also habe ich den Song gespielt und er hat mir tatsächlich getwittert. Ich dachte: 'Verdammte Scheiße, das ist verrückt'."

Und wie hat sein Verein darauf reagiert, dass Mujuzi die Spiele hinter verschlossenen Türen nutzte, um ein paar neue Dinge auszuprobieren? Obwohl er damals nicht wissen konnte, wie die Fans im Stadion und in den sozialen Medien darauf reagieren würden, habe ihn keiner der Verantwortlichen zur Seite genommen: "Es hat niemand mit der Wimper gezuckt, weil es Arsenal einen guten Ruf verschafft hat."

An seiner Playlist wird Mujuzi deshalb auch bei den nächsten Heimspielen festhalten - und er hat auch schon eine Idee, was er den Fans als nächstes präsentieren könnte: "Es gibt ein paar Stücke, die ich noch nicht gespielt habe", erzählt Mujuzi: "Das vom Undertaker würde ich gerne spielen. Ob es passt, weiß ich nicht, aber es wäre schon cool. Das Licht aus, die Musik ertönt. Das wäre der absolute Hammer!"

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