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Fussball

FC Chelsea: Verkauf erschwert - Vermögen von Roman Abramovich eingefroren - Hauptsponsor springt ab

Von Daniel Buse

Der von Chelsea-Besitzer Roman Abramovich in der vergangenen Woche angekündigte Verkauf des Klubs kann nicht wie geplant durchgeführt werden, da die britische Regierung am Donnerstag verkündet hat, dass das Vermögen des russischen Milliardärs eingefroren wird.

Abramovich wird für seine Verbindung zum russischen Präsidenten Wladimir Putin und Geschäftsverbindungen zu mehreren Oligarchen sanktioniert. Die Maßnahmen erfolgen nach der von Putin befohlenen Invasion der Ukraine vor rund zwei Wochen.

"Abramovich steht mit einer Person in Verbindung, die daran beteiligt ist oder war, die Ukraine zu destabilisieren und die territoriale Integrität, Souveränität und Unabhängigkeit des Landes zu bedrohen, nämlich mit Wladimir Putin", teilte das Finanzministerium als Begründung mit.

Abramovich kann nun kein Geld mehr mit dem Klub verdienen. Ein Verkauf des Vereins ist damit nur erlaubt, wenn der Erlös weder Abramovich noch Russland zugutekommt. Selbst der Verkauf von Eintrittskarten für die kommenden Spiele darf nicht mehr stattfinden. Für die Heimspiele sind nur noch Dauerkarten-Inhaber zugelassen.

Auf dem Transfermarkt dürfen die Blues ab sofort auch nicht mehr tätig werden, selbst Vertragsverlängerungen und der Verkauf von Fan-Artikeln sind nicht gestattet. Aus diesem Grund schloss am Donnerstag auch der Fanshop. Sogar ein Stopp des Spielbetriebs stand im Raum, diesen verhinderte die Regierung von Boris Johnson jedoch mit einer Sonderlizenz.

Chelsea: Sonderlizenz erlaubt Fortführung des Spielbtriebs

Diese erlaubt es Chelsea, "weiterhin Fußballspiele auszutragen und anderen Aktivitäten in Zusammenhang mit Fußball nachzugehen, um die Premier League, die Fußball-Pyramide, loyale Fans und andere Klubs zu schützen", hieß es in einer Erklärung. Auch der Klub äußerte sich inzwischen zu den Bestimmungen und bestätigte die Sonderlizenz, die es dem Klub erlaube, "bestimmte Aktivitäten fortzusetzen".

So finden die am heutigen Donnerstag geplanten Spiele der Männermannschaft in Norwich sowie der Frauen gegen West Ham United statt, zudem laufen Gespräche mit der britischen Regierung "über den Umfang der Lizenz". Weiter heißt es: "Dazu gehört auch, dass wir eine Änderung der Lizenz beantragen werden, damit der Klub so normal wie möglich arbeiten kann. Wir werden auch die britische Regierung um Rat fragen, wie sich diese Maßnahmen auf die Chelsea Foundation und ihre wichtige Arbeit in unseren Gemeinden auswirken werden." Zu gegebener Zeit wolle der Klub weitere Informationen bereitstellen.

Chelsea: Hauptsponsor springt ab

Der kurzfristige Klub-Verkauf der Blues durch Abramovich sollte allem Anschein nach noch vor dem Erlassen von Sanktionen gegen den Geschäftsmann erfolgen. Mit der britischen Entscheidung vom Donnerstag ist dieser Plan jedoch erschwert worden, wenngleich ein Sprecher von Premier Johnson erklärte, dass ein Verkauf des Klubs möglich sei, jedoch benötige er dafür ebenfalls eine spezielle Lizenz.

Unterdessen musste Chelsea den nächsten Rückschlag hinnehmen. Hauptsponsor "Three", ein britischer Mobilfunkanbieter, erklärte, seinen Vertrag mit dem Klub bis auf Weiteres ruhen lassen zu wollen. Zudem bat das Unternehmen darum, dass das Logo von den Trikots entfernt wird. "Im Lichte der jüngsten Sanktionen verlangen wir vom FC Chelsea, dass unser Sponsoring des Klubs (...) ausgesetzt wird", hieß es. Dies werde vielen Chelsea-Fans missfallen, sei aber "in den gegebenen Umständen das Richtige". Medienberichten zufolge hat sich Three die Werbung umgerechnet 48 Millionen Euro pro Saison kosten lassen.

Wenige Stunden später, beim 3:1 (2:0) im Ligaspiel bei Schlusslicht Norwich City, war das Logo des Sponsors aber noch wie gewohnt auf der Trikotbrust der Blues zu sehen. "Ich weiß nicht genau, ob ich besorgt bin", sagte Tuchel kurz vor der Partie, die Situation ändere sich "fast jeden Tag. Im Moment sieht es aus, als sei mit Blick auf den Fußball alles gesichert."

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