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Fussball

Erster Sieg gegen Klopp rührt Hasenhüttl zu Tränen: "Als hätte er die WM gewonnen"

SID
Hasenhüttl und Southampton besiegten gestern Abend Klopp und Liverpool.

Ralph Hasenhüttl gewinnt erstmals gegen Jürgen Klopp und vergießt darüber Freudentränen. Klopp schimpft nach dem Patzer im Titelkampf, er sieht Liverpool konsequent benachteiligt.

Ralph Hasenhüttl sank überwältigt von seinen Gefühlen auf die Knie - und verharrte dort sekundenlang. Sein erster Sieg gegen Trainer-"König" Jürgen Klopp trieb dem Teammanager des FC Southampton zugleich Freudentränen in die Augen. "Das war der Wind", scherzte Hasenhüttl später, als er sich etwas gesammelt hatte. Doch seine Emotionen waren echt - und "meiner bisherigen Geschichte gegen Jürgen" geschuldet.

Sichtlich bewegt verwies Hasenhüttl auf die Statistik: Ob einst mit dem VfR Aalen gegen Borussia Dortmund im Pokal (1:4) oder drei Mal mit den Saints gegen die Reds - immer zog er den Kürzeren. "Vor ein, zwei Monaten habe ich noch mit ihm gescherzt und gesagt: 'Wenn ich mir was wünschen dürfte, dann, dass ich irgendwann mal einen Punkt gegen dich hole'", berichtete Hasenhüttl.

An diesem denkwürdigen Montagabend war es so weit. Hasenhüttl saß nach dem 1:0 (1:0) des Außenseiters gegen den englischen Meister kopfschüttelnd auf dem Rasen und murmelte Unverständliches in seinen grauen Bart. "Als hätte er den Titel gewonnen, die Champions League, die WM", kommentierte der Telegraph und würdigte die taktische Leistung des Österreichers: Hasenhüttl habe Klopp "ausge-Klopp-t", mit dessen Mitteln geschlagen.

Klopp hat "großen Respekt" vor Hasenhüttl

Klopp, völlig frustriert von der ersten Niederlage nach zwölf Ligaspielen und mehreren unglücklichen Schiedsrichterentscheidungen, klopfte ihm anerkennend auf die Schulter. "Jürgen ist so ein außergewöhnlicher Trainer - ich könnte nicht stolzer sein", sagte Hasenhüttl, "ich habe erst in der 92. Minute angefangen zu glauben, dass wir sie packen können, nicht früher, weil sie so stark sind. Es war ein perfekter Abend."

Nicht für Klopp. Er habe "großen Respekt" vor Hasenhüttls Arbeit, sagte er, "wenn wir mehr Zeit hätten, wären wir wahrscheinlich Freunde". Der Matchplan seines Kollegen sei "großartig" gewesen, ergänzte er und wiederholte das Wort zwei Mal.

Vor allem aber ärgerte sich Klopp über die Unparteiischen. "Was geht denn hier ab?", rief er empört während des Spiels, in dem Liverpool zwei Elfmeter verweigert wurden. "Ich weiß nicht, wer mir das erklären kann", schimpfte Klopp. Der alte Rivale Manchester United, am 17. Januar nächster Liga-Gegner, habe "in den vergangenen beiden Jahren mehr Elfmeter bekommen als ich in fünfeinhalb. Keine Ahnung, ob das meine Schuld ist", polterte er.

Die zweite Saisonniederlage sei "sehr, sehr frustrierend", gab der FIFA-Welttrainer zu, "vor allem weil sie so unnötig war". Dabei war sie verdient. Klopps Elf hatte keine Antwort auf den Treffer des früheren Liverpool-Profis Danny Ings nach 111 Sekunden und schoss in der 75. Minute das erste und einzige Mal aufs Tor.

Seit 258 Minuten haben Klopps Stars nicht mehr getroffen und keines der jüngsten drei Spiele gewonnen. "Ja, das bereitet uns Sorgen. Wir kennen die Situation, wir sind nicht dumm", sagte Klopp genervt. ManUnited und dessen erstarkter Stadtrivale City könnten den Meister in ihren Nachholspielen von Platz eins verdrängen. Klopp, prophezeite der Guardian, werde auf dem Weg zur Titelverteidigung "leiden müssen wie nie zuvor".

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