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Fussball

"Was für ein A****loch": Als Capello Beckham den Ball klaute und damit die Mannschaft gegen sich aufbrachte

Von Celine Chorus
Gemeinsam für England bei der WM 2010: Trainer Fabio Capello (l.) und Starspieler David Beckham.

Dass Fabio Capello als Trainer den Ruf hatte, streng zu sein, ist bekannt. Als Coach der Three Lions aber übertrieb es der Italiener.

So sehr sich Fabio Capello auch anstrengte, als englischer Nationaltrainer ein bleibendes Erbe auf der Insel zu hinterlassen: Den Spielern wird er nicht wegen seiner sportlichen Erfolge, sondern wegen seines harschen Umgangs mit der Mannschaft in Erinnerung bleiben.

Das hat der ehemalige Nationaltorhüter Ben Foster, der unter Capello vier Länderspiele für England bestritt, in seinem Podcast Fozcast verraten.

Als er 2007 zum Nachfolger des entlassenen Steve McClaren ernannt wurde, galt Capello, der soeben mit Real Madrid spanischer Meister geworden war, als einer der besten Trainer des Weltfußballs. Doch während seiner Amtszeit hatte er nicht nur den Ruf, ein Disziplinfanatiker zu sein, sondern sollte mit einer einzigen Aktion auch die gesamte Mannschaft gegen sich aufbringen.

Wegen eines Vorfalls mit Beckham dachten die Spieler, Capello sei ein "Arschloch"

"Es war kein besonders glücklicher Ort. Er war sein sehr strenger Trainer", erinnerte sich Foster im vergangenen Oktober an die Jahre unter Capello. So habe sich der heute 75-Jährige nicht nur unhöflich gegenüber dem damaligen Torhüter Joe Hart verhalten, diesen ständig "John" genannt und dessen "großen A****" kritisiert, sondern sei im Kabinentrakt auch mit David Beckham aneinandergeraten.

Er könne sich nicht mehr daran erinnern, um welches Spiel es sich gehandelt habe, aber der Vorfall habe sich vor dem Aufwärmen ereignet. "Normalerweise kommt man eineinhalb Stunden vor dem Anstoß in die Umkleidekabine und geht etwa 40 Minuten vor dem Anstoß zum Aufwärmen auf den Rasen. Davor hat man noch einmal 45 Minuten Zeit, um sich umzuziehen, sich einzureiben und sich zu dehnen", erklärte Foster.

Während dieser Zeit habe Beckham mit einem anderen Spieler den Ball jongliert, als Capello mit einem mürrischem Gesicht hereingestürmt sei. "Er ging direkt in die Mitte zwischen die beiden Spieler, nahm den Ball und ging einfach mit ihm fort", so Foster, der sich noch genau daran erinnerte, was ihm und seinen Teamkollegen in diesem Moment durch den Kopf gegangen sei.

Foster hat wenig Verständnis für Capellos strengen Umgang mit den Spielern

"Es war, als wolle er sagen: 'Das sind die Umkleideräume. Hört auf, herumzualbern.' Alle sahen zu und dachten: 'Das ist David Beckham. Er hat den Ball von David Beckham geklaut'", betonte Foster. Er fügte hinzu: "Ich verstehe, dass man streng sein muss, aber das führt dazu, dass dich alle ansehen und denken: 'Was für ein A****loch.' Warum hast du dir die Mühe gemacht, das zu tun?'"

Obwohl nicht überliefert ist, wann es zu dem Vorfall gekommen ist, muss es vor der WM 2010 in Südafrika gewesen sein, als Beckham wegen einer Verletzung schon nicht mehr zum Kader gehörte. Bei Capellos Rücktritt 2012 dürften ihm die meisten Spieler jedenfalls keine Träne nachgeweint haben: "Er war so seltsam, aber ist ein erfahrener Manager, der schon viel gewonnen hat. Wer bin ich, ihn in Frage zu stellen?", so Foster.

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