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Fussball

Feyenoord Rotterdam - Union Berlin 3:1: Gewalt und Patzer bei Union-Pleite

SID
Union Berlin unterlag mit Max Kruse (r.) bei Feyenoord Rotterdam.

So viel in den vergangenen Wochen für Union Berlin zusammenlief, so schlimm war der heiß ersehnte Auswärtstrip nach Rotterdam. Das unglückliche, weil selbstverschuldete 1:3 (1:2) bei Feyenoord in der Conference League war nur der sportliche Tiefpunkt einer in vielerlei Hinsicht misslungenen Europapokal-Reise.

Schon vor der Abfahrt musste das Team den coronabedingten Ausfall von Abwehrchef Marvin Friedrich verkraften, am Abend vor dem Spiel wurde dann eine Union-Delegation um Präsident Dirk Zingler in einer Bar von Hooligans attackiert. Feyenoord entschuldigte sich bei Union am Donnerstag für den "feigen Akt". Während der Partie wurden Hunderte Fans vor den Toren des Stadions festgehalten.

"Es gab einen äußerst harten Polizeieinsatz mit mehreren Verletzten", sagte Pressesprecher Christian Arbeit dem SID: "Es gab eine katastrophale Einlass-Situation. Hunderte Unioner kamen nicht ins Stadion. Das ist nicht akzeptabel. Wir werden gemeinsam mit Feyenoord und der UEFA die Situation auswerten und diese Vorkommnisse sehr klar ansprechen."

Die Rotterdamer Polizei erklärt am späten Donnerstagabend, dass man insgesamt 75 Menschen festgenommen habe. Demnach seien im Vorfeld des Spiels eine Gruppe von 59 Union-Anhängern gesichtet und wegen des "Verdachts der Vorbereitung offener Gewalt" vorläufig in Gewahrsam genommen worden. Weitere 16 Personen Personen wurden unter anderem wegen des Verdachts auf Vandalismus und des Besitzes von Feuerwerkskörpern festgenommen.

Der "Eiserne Hilfe"-Vorsitzende Andreas Lattemann berichtete von "gezielten Angriffen auf Köpfe der Beteiligten" sowie den "Einsatz von Schlagstöcken und Hunden. Mehrere Personen wurden gebissen, haben Platzwunden oder sind im Krankenhaus." Lattemann sprach von einem Einsatz "willkürlicher Natur".

Aus Sicht der Polizei sei es zu den Auseinandersetzungen gekommen, "weil eine Gruppe von Union-Berlin-Fans einen spontanen Marsch vom Alten Hafen zum Stadion "De Kuip" unternahm". Den Einsatz von Hunden bestätigte die Polizei und sprach in diesem Zusammenhang von drei verletzten Fans sowie einem Polizisten, die vor Ort behandelt wurden. Die Einsatzleitung blickt auf einen "anstrengenden, aber kontrollierten Abend" zurück.

Auf dem Rasen brachten derweil Alireza Jahanbakhsh (11.), Bryan Linssen (29.) und Luis Sinisterra (76.) das berüchtigte Stadion "De Kuip" zum Beben und verschafften dem Tabellenführer mit nun sieben Punkten eine glänzende Ausgangslage für das Rückspiel in 14 Tagen in der Alten Försterei. Für Union, das zuletzt viermal in Folge gewonnen hatte, reichte es durch Taiwo Awoniyi (35.) nur zum zwischenzeitlichen Anschlusstor.

Das Team von Urs Fischer steht nach zwei Niederlagen aus drei Spielen gewaltig unter Druck. Da Maccabi Haifa überraschend 1:0 gegen Slavia Prag gewann, rutschten die Köpenicker auf den letzten Tabellenplatz der Gruppe E ab.

Feyenoord nutzt die ersten beiden Chancen

Rotterdam ging mit den ersten beiden Torchancen gleich 2:0 in Führung. Jahanbakhsh musste nach toller Vorarbeit von Sinisterra, der Paul Jaeckel auf links ganz alt aussehen ließ, nur noch einschieben. Nach einer knappen halben Stunde verschätzte sich dann Robin Knoche vollkommen, Mittelstürmer Linssen bedankte sich und schlug eiskalt zu.

Die Eisernen blieben im ersten Durchgang offensiv harmlos, kamen aber durch das Kopfballtor von Awoniyi nach Flanke von Kapitän Christopher Trimmel zurück ins Spiel. Nach dem Seitenwechsel war Union bemüht, doch die Gäste wirkten über weite Teile kraftlos und waren zu ungenau im eigenen Ballbesitz. Der eingewechselte Sheraldo Becker (72.) hatte den Ausgleich auf dem Fuß, ehe der starke Sinisterra auf der Gegenseite traf.

Feyenoord Rotterdam - Union Berlin: Die Aufstellungen

Rotterdam: Bijlow - Pedersen, Trauner, Geertruida, Malacia - Orkun Kökcü (ab 83. Aursnes), Toornstr, Til - Jahanbakhsh (ab 83. Nelson), Linssen (ab 83. Dessers), Sinisterra

Berlin: Luthe - Jaeckel, Knoche, Baumgartl (ab 77. Voglsammer) - Trimmel, Möhwald (ab 77. Teuchert), Khedira, Prömel, Puchacz (ab 77. Geißelmann) - Awoniyi (ab 66. Behrens), Kruse (ab 67. Becker)

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