Fussball

FIFA-Unterstützung für Infantino: "Wird seine Pflichten erfüllen"

SID
Gianni Infantino erhält große Unterstützung der FIFA.

Gianni Infantino erhält große Unterstützung der FIFA. Der Fußball-Weltverband verteidigt seinen Präsidenten und räumt mit Spekulationen um einen vorzeitigen Abschied auf.

Die FIFA springt ihrem angezählten Präsidenten zur Seite, Gianni Infantino muss (noch) keine Konsequenzen fürchten: Mit einem flammenden Plädoyer hat der Fußball-Weltverband jegliche Spekulationen um einen vorzeitigen Abschied Infantinos am Sonntag beendet.

"Die FIFA und der FIFA-Präsident weisen jedwede Anschuldigung, dass der FIFA-Präsident jemals versucht habe, in irgendeiner Form unangemessenen Einfluss auf den Bundesanwalt auszuüben, kategorisch zurück."

Und deshalb stellte die Organisation auch klar, dass Infantino weiterhin der richtige Mann an der Spitze sei. "Der Präsident wird seine Funktionen innerhalb der FIFA weiterhin vollumfänglich wahrnehmen, seine Pflichten erfüllen und weiter mit den Behörden in der Schweiz und in aller Welt zusammenarbeiten", hieß es weiter.

Am Donnerstag hatte die Schweizer Bundesanwaltschaft ein Strafverfahren gegen Infantino eröffnet. In der Schweiz ist der 50-Jährige in eine Justizaffäre um den scheidenden Bundesanwalt Michael Lauber verwickelt. Lauber hat seinen Rücktritt für Ende Januar 2021 eingereicht. Wegen ausstehender Urlaubsansprüche wird er seinen Posten allerdings bereits Ende August räumen.

Infantino in Südamerika unbeliebt: Rojas könnte Druck ausüben

Der Basler Strafrechtsprofessor Mark Pieth, bei der FIFA von 2011 bis 2013 Vorsitzender der unabhängigen Governance-Kommission war, glaubt ohnehin, dass Infantino seitens des Verbands kaum etwas zu befürchten habe. Über die Kolumbianerin Maria Claudia Rojas, Chefermittlerin der formal unabhängigen Ethikkommission, urteilte Pieth im Gespräch mit dem Deutschlandfunk: "Die Frau versteht von der Sache gar nichts."

Allerdings könne sich Pieth sehr gut vorstellen, dass Rojas von Funktionären aus ihrer Heimat zum Handeln aufgefordert wird. In Südamerika bahnt sich bereits seit längerer Zeit eine Allianz an, die mit der Arbeit von Infantino nicht (mehr) zufrieden ist - die angeblich eng mit den Funktionären verbundene Rojas wäre das perfekte Instrument, um Infantino unter Druck zu setzen. Die FIFA betonte am Sonntag noch einmal, dass die Ethikkommission ein "unabhängiges Organ" sei und sich generell nicht dazu äußert, ob Untersuchungen laufen oder nicht.

Infantino ist sich keiner Schuld bewusst

Theoretisch könnte die Ethikkommission Infantino zunächst einmal provisorisch für 90 Tage sperren, um in aller Ruhe die Entwicklungen aufzuarbeiten. So war es im Skandal um den Ex-Präsidenten Joseph S. Blatter gewesen, der 2015 nach der Eröffnung eines Strafverfahrens der Schweizer Justiz gegen seine Person erst vorübergehend und im weiteren Verlauf für mehrere Jahre aus dem Verkehr gezogen worden war.

Infantino hatte zuletzt bereits immer wieder behauptet, durch die Treffen mit Lauber nichts Strafbares begangen zu haben. "Die Treffen mit dem Bundesanwalt sollten zur lückenlosen Aufklärung beitragen. Zum damaligen Zeitpunkt waren über zwanzig Verfahren gegen ehemalige FIFA-Mitglieder anhängig", sagte Infantino als erste Reaktion am Donnerstag: "Dieser wesentlichen Aufklärungspflicht auch im Sinne der FIFA bin ich nachgekommen und werde dies auch weiter tun. Dieses war immer mein Anspruch und davon lasse ich mich nicht abbringen."

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