Kinkel: "Unsäglich, ungezogen und dumm"

SID
Klaus Kinkel hat die FIFA aufgrund der Ausbootung der Chef-Ethiker scharf kritisiert
© getty

Der frühere Außenminister Klaus Kinkel hat als Vorsitzender der DFB-Ethikkommission die FIFA für die Ausbootung der Chef-Ethiker scharf kritisiert. "Die Art und Weise, wie sie aus dem Amt befördert worden sind, ist unsäglich, ungezogen und vor allem aus FIFA-Sicht auch dumm!", sagte Kinkel dem SID.

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"Dass der Eindruck entsteht, dass hier erfolgreich versucht wurde, unbequeme Ermittler loszuwerden, ist doch sonnenklar und war vorauszusehen", fuhr Kinkel fort.

Der deutsche Richter Hans-Joachim Eckert (München) und der Schweizer Chefermittler Cornel Borbely, den Kinkel in dessen Heimat bereits besucht hatte, "haben nicht nur in meinen Augen für den internationalen Fußball wertvolle und gute Arbeit geleistet, um den Ruf der FIFA wiederherzustellen", sagte 80-Jährige, der im vergangen November vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) berufen worden war.

Eckert und Borbely waren vom FIFA-Council nicht zur Wiederwahl beim Kongress am Donnerstag in Bahrain/Manama vorgeschlagen worden. Beide übten im Anschluss heftige Kritik und sie sprachen von "mehreren Hundert" offenen Fällen, die unter der Neubesetzung leiden würden.

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"FIFA-Präsident Gianni Infantino hat sich und der FIFA damit keinen Gefallen getan und jegliches Fingerspitzengefühl vermissen lassen", sagte Kinkel, der DFB-Präsident Reinhard Grindel für dessen ersten Auftritt als FIFA-Council-Mitglied lobte.

"Reinhard Grindel hat die Council-Entscheidung im Vorfeld massiv gerügt", sagte Kinkel: "Das war richtig - und es war auch richtig, sich bei der Abstimmung am Donnerstag zu enthalten, denn den neuen Mitgliedern der Kommission müssen eine Chance und das Vertrauen gegeben werden."

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