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Fussball

Europa League: Rangers-Trainer Gerrard erhebt Rassismus-Vorwürfe

SID
Steven Gerrard ist Trainer bei den Glasgow Rangers.

Steven Gerrard hat nach dem Europa-League-Aus mit dem schottischen Meister Glasgow Rangers gegen Slavia Prag massive Vorwürfe gegen den tschechischen Profi Ondrej Kudela erhoben. Der 33-Jährige habe in der hitzigen Schlussphase seinen Mittelfeldspieler Glen Kamara rassistisch beleidigt, behauptete Gerrard nach dem 0:2 im Achtelfinal-Rückspiel. Er sei "wütend und verärgert", schimpfte er.

"Jetzt ist die UEFA gefragt, und ich hoffe, dass es nicht unter den Teppich gekehrt wird", betonte Gerrard. Das forderte auch Slavia - aber aus völlig anderen Gründen. Kudela räumte zwar ein, dass er Kamara (25) beleidigt habe, jedoch keinesfalls rassistisch.

Zuvor sei er laut Slavia von Kamara attackiert worden, Fäuste seien geflogen. Die Europäische Fußball-Union kündigte am Freitagabend knapp an, ein Ethik- und Disziplinarinspektor werde "eine Untersuchung zu den Vorfällen durchführen", die sich während der Begegnung ereignet hätten.

Am Freitagabend erstatte Slavia zudem über die tschechische Botschaft Strafanzeige bei der schottischen Polizei wegen einer angeblichen Schlägerei nach dem Spiel. Kudela sei "geplant und durchdacht" sowie unter "absichtlicher Abdeckung von Kameras am Ort des Geschehens" Gewalt zugefügt worden. Gerrard sei Augenzeuge gewesen, behauptete der tschechische Renommierklub weiter.

"Das Enttäuschende ist, dass ihre Leute versuchen, ihren Spieler zu verteidigen und uns Lügner nennen", echauffierte sich Gerrard nach dem Abpfiff. TV-Bilder zeigen, wie Kudela mit vorgehaltener Hand in Richtung Kamara ruft. "You fucking guy" (du verdammter Kerl), habe er den Rangers-Profi genannt, meinte Kudela. "Mein Spieler hat mir gesagt, er sei rassistisch beleidigt worden", hielt Gerrard dagegen.

Slavia wies diese "abscheuliche Anschuldigung" zurück. Kudela habe auf eines der zahlreichen "brutalen" Fouls reagiert. Überhaupt hätten die Rangers, die die Begegnung nach zwei Platzverweisen mit neun Mann beendeten, eine "heimtückische" Spielweise gezeigt, wie sie Slavia im modernen Fußball noch nie erlebt habe.

Gerrard betonte: "Ich glaube Glen zu 100 Prozent." Der Spieler sei wie er selbst nach dem Vorfall "sehr verärgert" gewesen. Gerrards Angebot, ihn auszuwechseln, schlug Kamara aber aus.

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