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Fussball

Bayer will den Minusgraden trotzen

SID
Hofft nach seiner öffentlichen Kritik auf den fünften Europa-League-Einsatz: Bayers Patrick Helmes.
© Getty

Bayer Leverkusen muss sich im Europa-League-Spiel bei Rosenborg Trondheim warm anziehen. Die Werkself erwarten in Norwegen Temperaturen von minus 15 Grad.

Wenn Jupp Heynckes an seine letzte Dienstreise ins verschneite Norwegen zurückdenkt, läuft es ihm auch 13 Jahre später noch kalt den Rücken runter. "Wir haben damals Ze Roberto zur Halbzeit ausgewechselt und anschließend unter die heiße Dusche gestellt, damit er auftaut", erinnert sich der Coach von Bayer Leverkusen an sein damaliges Gastspiel mit Real Madrid bei Rosenborg Trondheim, das der spätere Champions-League-Sieger bei arktischer Kälte sang- und klanglos mit 0:2 verloren hatte.

Warm anziehen muss sich Heynckes auch diesmal. Als der Leverkusener Flieger am Dienstag die drittgrößte Stadt Norwegens erreichte, wurde der Bayer-Tross mit Temperaturen von minus 15 Grad begrüßt.

Wie einst Real Madrid

So dürfte es beim vorletzten Gruppenspiel in der Europa League am Mittwoch (Mi., 20.50 Uhr im LIVE-TICKER) im "Gefrierschrank" Lerkendal-Stadion eine eisige Angelegenheit werden. Man sei aber vorbereitet, ließ Heynckes wissen.

Eine Niederlage a la Real könnte für Bayer auch unangenehme Folgen haben, stünden die Rheinländer doch dann im abschließenden Gruppenspiel gegen den Titelverteidiger Atletico Madrid (16. Dezember) wieder unter Zugzwang. Aller Voraussicht nach reicht den Leverkusenern, die mit acht Zählern die Gruppe B derzeit anführen, schon ein Punkt zum vorzeitigen Weiterkommen.

"Wir haben uns in der Europa League bislang gut verkauft und wollen nun in Trondheim alles klarmachen. Wir versuchen, dort zu gewinnen", betonte Heynckes, um alle möglichen Zweifel zu beseitigen. Doch so einfach wie beim 4:0 im Hinspiel dürfte es kaum werden.

"Uns erwarten unheimlich schwierige Bedingungen. Wir werden höchstwahrscheinlich minus 15 Grad haben und der Platz wird hart gefroren sein. Darauf müssen sich die Spieler einstellen", sagte Heynckes, der seinen Kapitän Simon Rolfes erst gar nicht mitnahm. Man werde vor dem Spiel auf Kunstrasten trainieren, das sei für das operierte Knie Gift.

Chance für Helmes?

Ansonsten haben - abgesehen von den Langzeitverletzten Michael Ballack und Stefan Kießling - alle Stammkräfte den Trip nach Norwegen mitgemacht. Auch Arturo Vidal, Eren Derdiyok und Tranquillo Barnetta, die zuletzt über kleinere Blessuren geklagt hatten. Eine Chance von Beginn an könnte diesmal Patrick Helmes erhalten, der sich zuletzt über sein Reservistendasein öffentlich beklagt hatte und deshalb zum Rapport antreten musste.

Probleme anderer Art haben dagegen die Norweger. Nach dem Ende der Meisterschaft am 7. November, die Rosenborg in souveräner Manier zum 22. Mal für sich entschied, hat der Klub kein Pflichtspiel mehr bestritten. Mit Testspielen im Ausland versuchte Rosenborg die Betriebstemperatur hochzuhalten, was wie jüngst beim 0:4 in Mechelen nicht immer gelang.

Doch das will Heynckes nicht als Maßstab nehmen, zumal es am Mittwoch auch das letzte Heimspiel in der Trainerkarriere des 69 Jahre alten Nils Arne Eggen sein wird. "Da werden sich die Spieler nochmal voll reinhängen", sagte Heynckes.

Die Gruppe B der Europa-League im Überblick

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