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Fussball

Löw droht mit Konsequenzen

Von Für SPOX in Ascona: Stefan Rommel
Fußball, EM 2008, Löw
© Getty

Ascona - Gelöst wie selten zuvor saß Joachim Löw auf dem Podium und rührte in seinem Espresso. 

Der Einzug ins EM-Halbfinale machte gute Laune, es war nicht zu übersehen. Und schon gar nicht zu überhören.

"Den Tipp zur Systemumstellung hat mir der Harald gegeben", witzelte Löw. Er meinte damit den etwas verdutzt dreinschauenden Mediendirektor Harald Stenger, der natürlich mit der Systemumstellung allenfalls so viel zu tun hatte, wie Österreich mit dem EM-Titel.

Peters kritisiert Fitnesszustand

"Wir haben unser Potenzial abgerufen und damit gezeigt, dass wir dann auch zu den besten Teams gehören. Schließlich hat Portugal eine Weltklassemannschaft und wir haben sie besiegt", so Löw weiter.

In der Tat war die riskante Umstellung des 4-4-2- in eine kompakteres 4-2-3-1-System das große Thema auf der beschwingten Pressekonferenz im Medienzentrum in Tenero. Bis die Frage nach den sehr provokanten Aussagen von Bernhard Peters im Raum stand.

Peters hatte in einem Interview mit der "Rhein-Neckar-Zeitung" den Fitnessstand der Mannschaft scharf kritisiert. "Mir fällt auf, dass die Mannschaft nicht so zielstrebig und leidenschaftlich auftritt wie bei der Weltmeisterschaft vor zwei Jahren", formulierte Peters seine Bedenken.

"Das wird Konsequenzen haben"

Darauf angesprochen, verdunkelte sich Löws Miene und der Bundestrainer schlug einen schroffen Ton an. "Ich muss sagen, ich war schon sehr, sehr überrascht über seine Ferndiagnose. Diese Aussagen haben mir nicht gefallen", konterte Löw - und setzte hinterher noch einen drauf.

"Bernhard Peters ist ja auch ein Mitglied unseres Kompetenzteams und ich denke, das wird schon auch Konsequenzen haben."

Einige Spieler zu behäbig

Peters hatte moniert, er sei sich nicht sicher, "ob in der Vorbereitung alle Möglichkeiten ausgeschöpft wurden. Einige der Spieler wirken geradezu behäbig", kritisierte Peters weiter. "Eklatant ist das bei Mario Gomez. Das kann kein Zufall sein."

Peters war vor zwei Jahren noch Wunschkandidat von Klinsmann für die Stelle des DFB-Sportdirektors. Der Verband zog dem 48-Jährigen aber Matthias Sammer vor.

"Wir überprüfen den Fitnesszustand unserer Spieler regelmäßig, nehmen Blut. Wir kennen unsere Werte und Daten. Körperlich sind wir in einem Topzustand", hatte Löw schon vor der Attacke Peters' klar Stellung bezogen.

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Kein Kleinkrieg während der EM

Einen Kleinkrieg will der Bundestrainer während des laufenden Spielbetriebs aber strikt vermeiden. "Es ist jetzt aber während des Turniers nicht nötig, darüber zu reden. Ich habe dazu meine klaren Vorstellungen."

Der Streit mit Peters trübte zwar ein wenig den Tag nach dem großen Sieg gegen Portugal. Von einem Einzug ins Finale ist Löw aber dennoch weiter überzeugt. Ob er nach dem Viertelfinal- und dem Halbfinaleinzug nun auch den Einzug ins Finale versprechen könne?

"Ich denke, Sie sind intelligent genug, diese Frage selbst zu beantworten", konterte Löw. Da war er wieder fröhlich und beschwingt.

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