Götz wehrt sich gegen Vorwürfe

SID
Falko Götz musste nach neun Monaten bei Holstein Kiel seine Koffer schon wieder packen
© Getty

Falko Götz ist nach nur neun Spieltagen beim Drittliga-Aufsteiger Holstein Kiel freigestellt worden, weil angeblich die Mannschaft gegen Götz gestimmt und der Trainer einen Spieler geschlagen haben soll. Das Team wird ab sofort von Interimstrainer Torsten Fröhling betreut.

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UpdateDrittligist Holstein Kiel hat auf seine sportliche Talfahrt in den vergangenen Wochen reagiert und sich von seinem Cheftrainer Falko Götz getrennt.

"Wir haben Falko Götz freigestellt. Herr Fröhling hat erst einmal unser Vertrauen und wird auch am Samstag gegen den 1. FC Heidenheim im Holsteinstadion auf der Bank sitzen", sagte Holstein-Präsident Roland Reime.

Spieler geschlagen?

Gründe nannte Reime allerdings nicht. Die liefert dafür die "Bild". Demnach habe sich die Mannschaft in einer internen Abstimmung mit 24:1 Stimmen gegen Götz ausgesprochen, weil der Coach seine Akteure arrogant und von oben herab behandelt habe.

Ein noch viel heftigerer Vorwurf: Götz soll seinen Spieler Marco Stier nach der Niederlage gegen Eintracht Braunschweig Anfang August geschlagen haben. Ein Augenzeuge bestätigt den Vorfall gegenüber den "Kieler Nachrichten": "Der Trainer hat Marco erst angeschrien und dann mit der flachen Hand an die Stirn geschlagen."

Götz wehrt sich gegen Vorwürfe

Die schweren Vorwürfe weist Götz aber weit von sich. "Ich möchte klar von mir weisen, dass ich gegenüber jemandem tätlich geworden bin", sagte Götz der "Bild-Zeitung".

Und im "Express" legte er nach, spricht von einem laufenden Verfahren und davon, dass "es wohl zu keiner gütlichen Einigung führen wird. Deswegen kann ich nichts weiter kommentieren - auch wenn es in mir kocht."

Aus Kiel will Götz nur noch weg: "So schnell wie möglich. Jetzt, wo ich beurlaubt bin, habe ich vielleicht auch mal die Zeit, mir im Kölner Stadion ein Spiel anzuschauen und alte Freunde zu besuchen."

Fröhling übernimmt das Ruder

Götz hatte sein Amt zusammen mit Ex-Profi und Co-Trainer Andreas Thom in Kiel erst am 15. Dezember vergangenen Jahres als Nachfolger von Peter Vollmann übernommen.

Neuer Interimstrainer ist ab sofort Torsten Fröhling (43), der frühere Abwehrspieler des Hamburger SV und des FC St. Pauli. Fröhling trainierte bisher die U23-Mannschaft der Kieler in der Schleswig-Holstein-Liga (5. Liga) und arbeitete bis Ende Februar 2009 erfolgreich beim Hamburger Verein Altona 93.

Fröhling wird von Ex-Nationalspieler Thom (44) und Torwarttrainer Klaus Thomforde (46, früher FC St. Pauli) unterstützt.

Holstein Kiel liegt nach dem 9. Spieltag in der 3. Liga nach nur zwei Siegen im August gegen Bremen II (4:0) und in Offenbach (3:2) auf dem 18. Tabellenplatz und hat schon sechs Saisonspiele verloren.

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