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Fussball

Müde Bayern mit zwei großen Siegern

SID
Mario Gomez erzielte per Elmeter das 2:0 gegen die SpVgg Neckarelz
© Getty

Nach dem Schlusspfiff schien alles klar: Die Spieler der SpVgg Neckarelz rissen nach ihrem Pokal-Abenteuer gegen Bayern München die Arme hoch, die Anhänger des Sechstligisten waren schier aus dem Häuschen.

"Wir schweben auf Wolke sieben", sagte der überragende Torhüter Florian Hinckel, "es ist ein unbeschreibliches Gefühl." Auch Trainer Peter Hogen war zurecht "überwältigt" von der Leistung seiner Mannschaft. Und aus den äußerst betretenen Mienen der Bayern war ebenfalls nicht zu erahnen, dass da tatsächlich der deutsche Fußball-Rekordmeister in die zweiten Runde des DFB-Pokals eingezogen war.

"Wir haben uns nicht blamiert, wir sind eine Runde weiter", sagte der alte und neue Mannschaftskapitän Mark van Bommel. Doch das 3:1 (0:0) gegen einen gut organisierten, frechen Außenseiter war genau das: blamabel.

Gomez: "Das war kein schöner Tag"

"Das war kein schöner Tag für uns", gab der zweifache Torschütze Mario Gomez (51./57., Handelfmeter) zu. In Unterzahl (!) erzielte der badische Verbandsligist nach Gelb-Rot für Verteidiger Christian Fickert (73.) sogar das 1:2 durch Heiko Throm (80.), ehe Hamit Altintop umgehend mit dem dritten Münchner Treffer (82.) eine womöglich aufregende Schlussphase vor 30.017 Zuschauern in der Rhein-Neckar-Arena in Sinsheim verhinderte.

Der neue Trainer Louis van Gaal, der gegen Neckarelz seine mutmaßliche Stammformation aufs Feld schickte, fand klare Worte - seine Mannschaft aber nahm er dabei in Schutz. Den Grund für die schwache Leistung fand er in der Vorbereitung: "Wir haben jetzt zehn Spiele in viereinhalb Wochen gemacht, das ist zu viel."

Die Bayern waren müde

Es waren inklusive der Partien gegen den AC Mailand und Manchester United beim hauseigenen Turnier zuletzt sogar drei in fünf Tagen: "Unverantwortlich", nannte van Gaal diese Planung - die nicht seine war - und bekannte: "Wir haben nicht frisch gespielt."

Die Bayern versuchten, ihren schlappen Auftritt trotz der Einlassungen von van Gaal erst gar nicht schönzureden. In ihren Reihen standen aber auch zwei Sieger: Torhüter Rensing und Kapitän van Bommel. Rensing wurde am Samstag von van Gaal wieder zur Nummer eins vor Jörg Butt befördert. Und er wird dies auch bleiben, obwohl er vor dem Gegentreffer am Ball vorbeigriff.

Rensing bekommt das Vertrauen

"Ich gebe ihm mein Vertrauen", betonte van Gaal. Der von Jürgen Klinsmann demontierte Nachfolger von Oliver Kahn wirkte erleichtert, betonte aber: "Das ist nur eine Momentaufnahme, darauf darf ich mich nicht ausruhen."

Ähnlich äußerte sich auch van Bommel. Er wird gesetzt sein, nachdem van Gaal angekündigt hatte, der von ihm erwählte Kapitän werde immer spielen. Seinen Landsmann habe er erkoren, erläuterte der niederländische Trainer, weil dieser "die Mannschaft auf eine gute Weise beeinflussen kann, und die Spieler akzeptieren ihn wie einen Kapitän."

Van Bommel: "Viel Verantwortung und Druck"

Van Bommel weiß aber, dass er sich diese "große Anerkennung" und den damit verbundenen Stammplatz in jedem Spiel neu verdienen muss: "Ich habe jetzt noch mehr Verantwortung und Druck, dass ich immer gut spielen muss."

Ein gesetzter Sechser van Bommel heißt aber auch: Anatolij Tymoschtschuk, erster Neuzugang für diese Saison und elf Millionen Euro teurer, bleibt zunächst außen vor.

"In unserem System kann er nicht auf seiner besten Position spielen. Da spielt van Bommel. Er kann auch auf der rechten Seite spielen. Aber da habe ich Altintop gewählt. Jeder Spieler wird mit seinen Mitspielern verglichen", erläuterte van Gaal.

Badstuber ist wieder raus

Auch Talent Holger Badstuber blieb im Pokal draußen: Ihm, obwohl Linksfuß, wurde Rechtsfuß Martin Demichelis als linker Innenverteidiger vorgezogen.

Van Gaal verzichtete auch auf Neuzugang Edson Braafheid und ließ an dessen Stelle Neuzugang Daniel Pranjic links verteidigen. Möglich, dass es am kommenden Samstag an gleicher Stelle wieder so aussieht.

Dann kommt der FC Bayern erneut in die Arena in Sinsheim. Gegner sind dann die Hausherren von 1899 Hoffenheim.

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