"Pep Guardiola wird mich extrem weiterbringen"

Ilkay Gündogan war Pep Guardiolas erklärter Wunschspieler in der Sommertransferperiode
© getty

Ilkay Gündogan stand beim 2:0-Sieg der deutschen Nationalmannschaft gegen Nordirland zwar nicht in der Startelf, kam aber dennoch wieder zu einem Einsatz. In der Mixed Zone sprach er über seinen fehlenden Killerinstinkt, Sami Khediras Ansagen, Mario Götzes fehlende Fitness und seine eigenen Aussichten unter Pep Guardiola.

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Frage: Herr Gündogan, wie bewerten Sie das heutige Spiel?

Ilkay Gündogan: Es war tatsächlich komisch, mal wieder gegen eine so tief stehende Mannschaft zu spielen. Die engen Räume erschweren das Ganze natürlich. Für mich persönlich war es auch etwas anderes als gegen Tschechien, ich habe heute nach meiner Einwechslung etwas offensiver gespielt. Da kam ich auf nicht ganz so viele Ballkontakte. Am Ende haben wir aber gewonnen. Das ist es, was zählt.

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Frage: Ein Tor hätten Sie machen können - oder müssen?

Gündogan: Vielleicht sogar müssen. (lacht) Ihr wisst aber doch, dass ich nicht der größte Torjäger bin und in diesem Leben wohl auch nicht mehr werde. Kritisiert mich für meine Leistung, aber kritisiert mich nicht, wenn ich so eine Chance vergebe. (lacht) Ich habe gerade schon mit Mats gesprochen. Ein Goalgetter werde ich nicht mehr.

Frage: Sie haben aktuell einen offenbar sehr gesunden Konkurrenzkampf in der Nationalmannschaft, oder?

Gündogan: Ja und das empfinde ich als sehr positiv. Es ist schön, dass wir so viele gute Spieler haben. Ich habe es aber eher locker empfunden, als alle geschrieben haben: 'Spielt Gündogan oder spielt er nicht?'

Frage: Sami Khedira sagte, Sie beide verstünden sich sehr gut, allerdings mache er den Weg auf seiner Position nicht frei. Wie fassen Sie so eine Ansage auf?

Gündogan: Schön finde ich die. (lacht) So soll es ja auch sein. Wer räumt schon gerne seinen Platz frei? Wir verstehen uns extrem gut und freuen uns füreinander. Wir gönnen uns das gegenseitig. Missgunst wäre nicht förderlich. Deswegen befinden wir uns doch in einer guten Situation.

Frage: Wie ist generell die Atmosphäre in der Mannschaft?

Gündogan: Sehr gut. So habe ich sie aber schon immer in der Nationalmannschaft empfunden. Wir verstehen uns alle gut, jeder kann mit jedem. Das macht uns in einer Phase, in der wir gerade ohnehin schon gut spielen, noch besser.

Frage: Wie sehr ist die Mannschaft da zum Beispiel in der Personalie Mario Götze gefragt? Kann man ihn wieder etwas besser im Spiel einbinden?

Gündogan: Wir müssen jetzt nicht irgendwie auf ihn einreden oder so. Ich denke, dass Mario noch nicht bei 100 Prozent ist - so, wie ich auch nicht. Er hat sich extrem reingehauen und sich in den Dienst der Mannschaft gestellt. Es wird von allein kommen, dass er wieder trifft und dann zu mehr Aktionen kommt. Das ist eine Entwicklung, die er gerade auch im Verein durchmacht. Er spielt mal, dann braucht er vielleicht auch wieder eine kleine Pause. Es gibt da echt Parallelen zu mir. Wichtig ist, dass er gesund bleibt. Alles andere traue ich ihm ohnehin zu. In Dortmund ist er schließlich in sehr guten Händen.

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Frage: Wie gehen Sie mit so einer Woche um? Es ist sicher auch für Ihren neuen Verein gut, dass Sie in beiden Länderspielen mitgewirkt haben.

Gündogan: Grundsätzlich war es eine schöne Woche für mich. Wieder bei der Nationalmannschaft zu sein, gemeinsam zu trainieren, diese Stimmung im Team mitzunehmen. Es war schön, mal wieder zu spielen. Auch, wenn es nicht so viele Minuten waren. Das war für mich ein Neuanfang. Dieses Gefühl nehme ich wieder mit in den Verein. Jetzt gilt dann wieder Fokus auf die Premier League und die Champions League.

Frage: Von Joachim Löw zurück zu Pep Guardiola. Wie erleben Sie Ihren Trainer bei Manchester City?

Gündogan: Er hat zwar hohe Ansprüche an seine Spieler und das macht die Aufgabe nicht leichter, aber genau das ist gerade so wertvoll. Denn je schwerer es ist, desto mehr fordert es einen. Desto mehr muss man auch an seine Grenzen gehen. Das mache ich auch - sowohl körperlich als auch mental. Von daher wird mich die Zusammenarbeit mit Pep extrem weiterbringen. Das empfinde ich als sehr positiv, denn ich denke, dass ich mein Spiel jetzt noch einmal weiterentwickeln kann. Und vielleicht schieße ich dann ja sogar ein oder zwei Tore. (lacht)

Frage: Bei den Bayern schwärmten viele von Guardiola als Trainer. Geht es Ihnen ähnlich?

Gündogan: Schon bevor ich mit ihm zusammengearbeitet habe, habe ich Pep als sehr besonderen Trainer empfunden. Meine ersten Eindrücke haben das nur bestätigt. Egal, welchen Spieler Sie fragen, er wird Ihnen das Gleiche sagen. Guardiola strebt immer nach dem Größten und nach Details, die manchmal entscheidend sind. Genau das bringt uns weiter.

Frage: Sie haben morgen einen Tag frei, oder? Wann reisen Sie nach England zurück?

Gündogan: Gleich heute noch. Ich fliege mit Mesut heute Nacht nach London. Er hat auch morgen frei. Dann verbringen wir noch einen Tag gemeinsam. Ich war schon ein paarmal dort, auch mit Mesut. Wir haben drüben ja auch so etwas wie eine kleine deutsche Company. Emre Can oder Loris Karius habe ich auch schon getroffen. Leroy Sane ist auch dabei. Das ist schön. Am Donnerstag fahre ich mit dem Zug dann ganz entspannt zwei Stunden rüber nach Manchester.

Deutschland - Nordirland: Daten zum Spiel