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Fussball

Dayot Upamecano glänzt bei RB Leipzigs Einzug ins CL-Halbfinale: Mehr Atletico als Atletico

Dayot Upamecano war gegen Atletico Madrid der beste Spieler auf dem Platz.

Dank eines dramatischen 2:1-Sieges gegen Atletico Madrid (die Highlights im Video) hat RB Leipzig erstmals das Halbfinale der Champions League erreicht. Der beste Mann auf dem Platz war Leipzigs 21-jähriger Innenverteidiger Dayot Upamecano, für den das Spiel der ultimative Durchbruch auf internationaler Ebene war.

Atletico Madrid sei eine "eklige" Mannschaft, hatte Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann vor dem Duell im Champions-League-Viertelfinale gesagt, aber der ekligste Spieler auf dem Platz, der trug letztlich nicht das Trikot von Atletico Madrid. Er trug das Trikot von RB Leipzig und den Namen Dayotchanculle Oswald Upamecano. Leipzigs 21-jähriger Innenverteidiger war gewissermaßen mehr Atletico als Atletico selbst: eklig, zweikampfsuchend, zweikampfstark, nicht zu überwinden.

Seit Monaten sollen die berühmtesten Klubs Europas an ihm interessiert sein, allerorts wird begeistert von seinen herausragenden Fähigkeiten geraunt. "Wäre ich Scout, würde ich ihn empfehlen", verkündete jüngst sein Teamkollege Emil Forsberg im kicker. Bisher konnte Upamecano diese herausragenden Fähigkeiten aber vorwiegend lediglich in der Bundesliga unter Beweis stellen. Die ganz großen Bewährungsproben auf internationaler Ebene bekam er noch nicht.

Bis zu diesem Donnerstagabend, bis zu diesem Champions-League-Viertelfinale gegen Atletico. Dank des dramatischen 2:1-Sieges und damit einhergehenden erstmaligen Einzugs in ein europäisches Halbfinale war dieses Spiel der ultimative Durchbruch des elfjährigen Klubs RB Leipzig auf höchster internationaler Ebene - und dank seiner starken Vorstellung auch von Upamecano ganz persönlich.

Seine starke Vorstellung begann in der 2. Minute mit einem erstaunlich locker gewonnenen Zweikampf gegen Diego Costa, den ekligsten Spieler des ekligen Atletico. Costa, jemand, der es eigentlich nicht gewohnt ist, an Gegenspielern abzuprallen, prallte einfach ab an Upamecanos 1,86 Meter großen und 90 Kilogramm schweren Körper.

Dayot Upamecano: Zweikämpfer und Aushilfs-Physiotherapeut

Und dieser Körper wurde während des kampfbetonten Spiels bis zum Abpfiff nicht müde. Während einige seiner Kollegen in der Schlussphase sichtlich mit der Erschöpfung kämpften, hatte Upamecano sogar noch Kraft, um tief in der Nachspielzeit als Aushilfs-Physiotherapeut das von Krämpfen geplagte Bein von Angelino durchzustrecken.

Dazwischen hatte Upamecano als zentrales Glied einer Abwehrdreierkette Costa bis zu dessen Auswechslung problemlos unter Kontrolle und anschließend auch seinen Nachfolger Alvaro Morata. Er gewann knapp 82 Prozent seiner Zweikämpfe und rund 75 Prozent seiner Luftzweikämpfe. Seine fünf klärenden Aktionen waren genauso Bestwert wie seine drei abgefangenen Bälle.

Hatte er den Ball einmal erobert, machte Upamecano anschließend zumeist sinnvolle Dinge damit. Selten bis nie drosch er ihn blind nach vorne, oft spielte er präzise Diagonalpässe auf die beiden Außenbahnspieler Konrad Laimer und Angelino. Und wenn sich keiner anbot, dann stürmte er mit dem Ball eben selbst nach vorne wie es einst Lucio so gerne tat. Kurz vor der Pause produzierte Upamecano mit einem Kopfball auch noch Leipzigs bis dahin gefährlichsten Abschluss.

Rangnick über Upamecano: "Ein Naturereignis"

"Heute war er ein Biest, er war von der ersten bis zur letzten Minute konzentriert", lobte Nagelsmann, der schon vor dem Spiel gesagt hatte: "Er ist ein unglaublicher Bulle, sehr schnell. Er verteidigt vieles weg, auch wenn er mal zu spät ist." Laut des langjährigen Leipziger Verantwortungsträgers Ralf Rangnick sei Upamecano gar "ein Naturereignis".

2015 war der damals 16-jährige Franzose für rund 2,2 Millionen Euro aus der Jugendabteilung des FC Valenciennes zu RB Salzburg gewechselt. Zunächst wurde er Stammspieler beim Farmteam FC Liefering in der zweiten österreichischen Liga, wenig später stieg er zur Salzburger Profimannschaft auf. Bereits im Januar 2017 zog er für zehn Millionen Euro weiter nach Leipzig, wo er sich seitdem rasant entwickelt.

Upamecano verlängerte bis 2023 - wohl mit Ausstiegsklausel

Der FC Bayern München, Real Madrid und einige Top-Klubs der Premier League sollen an Upamecano interessiert sein, doch vor wenigen Tagen verlängerte er seinen Vertrag vorzeitig bis 2023. Wie schon bei Timo Werner im vergangenen Sommer, der nun per Ausstiegsklausel zum FC Chelsea wechselte, ist aber auch diese Verlängerung wohl eine mit eingebautem Ausgang. Es gilt als gesichert, dass Upamecanos neuer Vertrag eine Ausstiegsklausel beinhaltet, laut Bild liegt sie bei 50 Millionen Euro.

Schon in diesem Sommer habe Upamecano nach eigener Auskunft "mit dem einen oder anderen Verein gesprochen", letztlich entschied er sich aber für einen Verbleib in Leipzig: "Wir haben ein junges und hungriges Team in einem unglaublich ambitionierten Verein. Ich möchte mit RB Leipzig die nächsten Etappen und Ziele angehen."

Dank seines starken Auftritts und der beiden Treffer von Dani Olmo (50.) und Tyler Adams (88.) steht Upamecano und Leipzig nun zunächst die Etappe Champions-League-Halbfinale bevor. Dort geht es am Dienstag gegen Paris Saint-Germain (21 Uhr live auf DAZN) und für Upamecano bedeutet das die nächste große Bewährungsprobe: Ein Duell mit dem gegen Atalanta Bergamo überragenden Neymar.

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